Elantris

Erschienen: Januar 2007

Couch-Wertung:

91°
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Verena Wolf
Top-Fantasyspektakel mit wirklich neuer Idee!

Buch-Rezension von Verena Wolf Aug 2007

Elantris klingt ein wenig wie „Atlantis" und ähnlich unirdisch ist die Pracht dieser Stadt. Sie besteht aus hellstrahlenden Türmen und Häusern, die Bewohner sind gütige, gottgleiche Wesen, die mit Magie Dinge erschaffen und Menschen heilen können. Wie ein Segen kann die „Shaod" - die magische Verwandlung - einen jeden Menschen des Landes ereilen und ihn zu einem Elantrier machen, mit silberner Haut und unvorstellbaren Zauberkräften, der dann in dieses schillernde Zentrums der Magie und Wissens zieht: Elantris.
Allerdings ist das zu Beginn des Buches schon seit zehn Jahren Vergangenheit. Die Magie verschwand jäh, die Steine zerbrachen, die „Stadt der Götter" wurde zu einer düsteren Gruft voller Wahnsinniger und die Aonen, magische in die Luft gezeichnete Muster, funktionieren nicht länger. Wenn jetzt jemanden die Shaod trifft, wird er zu einem lebenden Leichnam, gezeichnet von schwarzen Flecken. Jeder dieser Aussätzigen wird offiziell für tot erklärt und nach Elantris verbannt, muss bis in alle Ewigkeit in den Mauern der verfluchten Stadt leben, die ein Gefängnis des Grauens geworden ist.

Genau dieses Schicksal ereilt Prinz Raoden, ein junger, intelligenter Prinz aus Kae. Nur Tage vor seiner Hochzeit mit seiner Verlobten Sarene, die er nur aus Briefen kennt, ereilt ihn die Krankheit und er wird in die Mauern von Elantris geworfen. Hier herrscht Anarchie, erbarmungslose Banden haben die Stadt unter sich aufgeteilt. Aber Raoden übersteht die ersten Tage. Mühevoll gewinnt er das Vertrauen einiger Schicksalsgefährten und findet ein neues Ziel: Er will der Ursache des Leidens auf den Grund gehen. Was steckt hinter dem Fluch von Elantris?

Die zweite Hauptfigur ist Sarene. Voller Neugier auf ihren Verlobten, dem sie früh aus politischen Gründen versprochen wurde, reist sie über das Meer in ihre neue Heimatstadt und muss erfahren, dass ihr Verlobter in der Zwischenzeit verstorben ist. Aber zurück kann sie nicht, denn sonst würde der Bund der zwei Länder zerbrechen. Sie ist jetzt offiziell Witwe, muss Trauer tragen und sich in der Fremde einen Platz erkämpfen. Prompt bringt sie das Hofleben durcheinander, lehnt sich gegen den König auf und integriert gegen den Hohepriester Harthen aus Fjordell, der eigene Pläne hat. Dann beginnt auch Sarene sich für Elantris zu interessieren...

Die Suche nach der verlorenen Magie

Elantris ist Brandon Sandersons Debüt-Roman und Sanderson beweist darin mit Bravour, dass er erzählen kann. Seine Charaktere sind voller Leben und reißen einen mit, sei es der sympathische, wissbegierige Prinz, die feministische, ein wenig zu kluge Sarene (wenigstens für den konservativen Geschmack ihres Schwiegervaters), die Adligen des Hofes oder der zerrissene, von seiner Religion besessene Priester. Klar, es gibt kitschigen Schwertunterricht und Wortgefechte beim höfischen Abendessen, erstaunliche Zufälle, Edelmut zur rechten Zeit, dramatische Liebesverflechtungen, geheime Piraten, Verrat, Mord, Giftmischer und Totschlag. Und? Genau das will man doch bei Fantasy.

Sanderson kommt ganz ohne abgeschmacktes Wiederaufwärmen aus, bemüht weder Elfen, Trolle noch Orks, hier gibt es weder Vampire, Werwölfe, noch einen einsamen Helden, der allein sein Reich retten muss und dafür einen Ring, Gral oder sonst was irgendwo hin schleppen muss. Statt dessen schafft er ein völlig eigenständiges magisches Königreich, das ein schrecklicher Schicksalsschlag ereilt hat, flirrend und fesselnd. Die Art der Magie und die Gesetze dahinter ergeben Sinn und die Suche nach dem Geheimnis, wie man die Magie wieder erlangen kann, lässt einen über die Seiten fliegen, genauso wie die äußerst amüsanten Dialoge und aufwühlenden Ereignisse. Auch ist es schön, einmal einen Fantasy-Roman zu lesen, der sich nicht als Auftakt zu einer endlosen Buchserie entpuppt. Geht doch. Es lebe Elantris!

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