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S.B. Tenz
Leider nur Impuls Geschwindigkeit

Buch-Rezension von S.B. Tenz Sep 2007

";Die Welt hinter dem Spiegel";, ein alternatives Universum, in dem Menschen und Vulkanier von einer Allianz aus Klingonen und Cardassianern unterjocht werden. Die Gefahr, die von diesem Paralleluniversum für die Föderation ausgeht, ist weitaus größer, als die Bedrohung durch die Borg oder des Dominion. Captain James T. Kirk hat dieses Paralleluniversum vor 108 Jahren zum ersten Mal besucht. Durch ihn weiß man um die Existenz der Duplikate in dieser Welt. Duplikate der gesamten Raumflotte unter der Führung des gnadenlosen Imperators Tiberius, dessen Ziel es ist, beide Universen zu unterjochen. Die einzige Möglichkeit, die Duplikate von den Originalen zu unterscheiden, liegt in der Untersuchung der Quantensignatur des jeweiligen Gewebes.

";Projekt-Zeichen"; wird ins Leben gerufen. Eine der geheimsten Operationen, die Starfleet bisher innerhalb der Flotte durchgeführt hat. Selbst Kirk weiß zu diesem Zeitpunkt nichts über diese Geheimoperation. Eine der Aufgaben des Projekt-Zeichens besteht darin, nach Anzeichen von Aktivitäten Ausschau zu halten, die ihren Ursprung im anderen Universum haben. Die Tatsache, daß man auf Kirks Hilfe bewußt verzichtet, löst bei ihm Mißtrauen und Unverständnis aus. Jedoch zieht er sich aufgrund seiner schweren Verletzungen, resultierend aus seinem letzten Einsatz, endgültig ins Privatleben zurück und heiratet seine geliebte Teilani.

Doch sein Glück ist nicht von langer Dauer. Ein Mordanschlag auf seine Frau und der plötzliche Hilferuf seitens von Starfleet, läßt ihn wieder den aktiven Dienst antreten. Er ahnt, wer hinter dem Anschlag auf seine Frau steckt. Gemeinsam mit seinen alten Freunden und Jean Luc Picard, macht er sich ein weiteres Mal auf den Weg zur Welt hinter dem Spiegel. Dort trifft er auf seinen bisher mächtigsten Gegner: ";Imperator Tiberius";, sein eigenes Duplikat und unbarmherziger Herrscher der Welt hinter dem Spiegel.

Für Kirk-Fans sicher eine Bereicherung

William Shatner, der als Captain James T. Kirk Film- und Fernsehgeschichte schrieb, stellt auch mit seinem fünften Star Trek Roman einmal mehr sein schriftstellerisches Können unter Beweis. In seinen Erzählungen geht er völlig neue Wege, indem er die legendären Helden des Star Trek-Universums zu einem atemberaubenden Abenteuer vereint. Riker, Spock, Data, McCoy und natürlich Picard und Kirk kämpfen gemeinsam gegen eine gegnerische Allianz, die die Föderation zu vernichten droht. Zum besseren Verständnis, bzw. als Ergänzung zum vorliegenden Roman empfehle ich die Bände: ";Die Rückkehr"; und ";Das Gespenst";.

";Ein Mythos der Menschheit besteht darin, daß es irgendwo dort draußen zwischen den Sternen ein allmächtiges Volk gibt, das all unsere Fragen beantworten kann, alle unsere Probleme löst und uns von der Furcht befreit";. Soweit die philosophische Aussage eines James T. Kirk, der auf seine erste Begegnung mit den ";Bewahrern"; wartet.

Für die einen nicht mehr als eine Legende, für die anderen jene Geschöpfe, mit denen alles begann. Die Dialoge zwischen dem rebellischen Kirk und dem mehr zur Diplomatie neigenden Picard spiegeln die so unterschiedlichen Charaktere überzeugend wieder. Durch Shatners Romane könnte durchaus ein neuer Kult entstehen, eine eigenständige Fangemeinde, die seinen Romanen so etwas wie Unsterblichkeit verleihen könnte.

Dennoch, wirklich überzeugen kann mich Shatners Schreibstil und seine verworrene Geschichte nicht. In seiner Erzählung greift er weit zurück in die Vergangenheit und ist bemüht eine komplexe Geschichte aufzubauen. Allerdings wirft er dabei aber auch eine Menge Fragen auf, die vorerst leider unbeantwortet bleiben. Zu pathetisch wirkt die Figur des James T. Kirk.

Ein Jean Luc Picard verblasst im Hintergrund und Kate Janeway erweckt den Eindruck, als stünde sie ständig und überall im Wege. Dagegen wirkt William >Captain James T. Kirk

Trotzdem, Star Trek-Fans, und ganz speziell die von J. T. Kirk, werden auch diesen Roman mögen und letztendlich bin auch ich gespannt, wie die Geschichte weitergeht. Was bleibt, ist ein gewisses Maß an Skepsis. Zudem ist es nicht einfach, diesen Roman als Einzelwerk zu beurteilen. Wie schon erwähnt, begibt der Autor sich auf ein völlig neues Terrain im Star Trek-Universum. Eine Gradwanderung, deren Balance nur durch gut durchdachte Folgebände ausgeglichen werden kann.

Shatners Romane werden die Fans wohl in zwei Lager spalten und reichlich Stoff zum Diskutieren bieten. Allerdings haben große Geschichten oder Abenteuer nicht selten auf diese Art und Weise einen Kultstatus erlangt. Eins jedenfalls steht fest, Captain James T. Kirk ist und bleibt ein Pionier des Star Trek-Universums und als solcher hat er schon längst Unsterblichkeit erlangt.

Dunkler Sieg

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