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Michael Drewniok
Kirk x 2 aber aktiv für 4!

Buch-Rezension von Michael Drewniok Okt 2007

Wie alle Trekkies und Trekker seit "Star Trek: Nemesis" wissen, befindet sich das Romulanische Reich in Aufruhr, seit der Klon Shinzon die gesamte Regierungsmannschaft umgebracht und die Macht an sich gerissen hatte. Der Usurpator konnte gestoppt werden und kam dabei um, aber Frieden gab es nicht: Romulus, der Zentralplanet des Reiches, besitzt einen bisher geheimen Nachbarn B Remus, den unwirtlichen, düsteren Minenplaneten, auf dem die Remaner, das Brudervolk der Romulaner, Sklavenarbeit leisten müssen. Unter Shinzon begehrten die Unterdrückten auf. Auch nach dem Tod ihres Anführers fordern sie ihr Recht auf Mitsprache und dürsten nach Vergeltung.

Das ist die Situation, als Botschafter Spock auf Romulus eintrifft. Der berühmte Diplomat träumt von einer Wiedervereinigung der Romulaner mit den Vulkaniern. Um die enormen Probleme eines solchen Unterfangens weiß er. Deshalb hat er sich etwas Ungewöhnliches einfallen lassen: Bei einem sorgfältig inszenierten Attentat ´stirbt´ Spock vor den Augen seines romulanischen Publikums, um so als Märtyrer seine Sache populär zu machen.

Leider hat er die Rechnung ohne die Remaner gemacht. Sie hintertreiben die Wiedervereinigung und streben nach der Macht im Romulanischen Reich. Nach außen wird dies sorgfältig geheim gehalten. Womöglich bereitet man sogar einen Krieg vor. Dies argwöhnt jedenfalls die Föderation. Eine Operation der Sternenflotte ist unmöglich. So plant man ein Spionageunternehmen, dessen Mitglieder als Ermittler im ´Mordfall´ Spock auftreten sollen. Ausgewählt werden drei lebende Legenden: Admiral Janeway, die einst mit der "Voyager" den Delta-Quadranten durchmaß, Jean-Luc Picard, Captain des Raumschiffs "Enterprise B" und der Zivilist James T. Kirk, berühmt-berüchtigter Weltenretter-Veteran einer vergangenen Ära. Um möglichst unauffällig zu wirken, bringt Kirk seinen kleinen Sohn Joseph mit.

Von Anfang an geht die Mission schief. Auf Romulus und Remus liefern sich Separatisten, religiöse Eiferer, fanatische Neuerer und verbissene Wahrer alter Traditionen offene und heimliche Kämpfe. Die Fronten sind fließend und völlig unüberschaubar. Unsere Spione sind demaskiert, bevor sie eintreffen. Man erwartet sie schon, entführt Kirk jr. als neuen remanischen ´Heiland´. Mit dem ihm eigenen Überschwang macht sich sein Vater an die Verfolgung. Das Chaos regiert und gipfelt in einer wilden Hetzjagd über zwei Planeten, während sich eine weitere, gänzlich unerwartete Partei einschaltet, die es auf die Herrschaft über die gesamte Galaxis abgesehen hat.

Star Trek 10,5 ...

Also genau das Umfeld, in dem ein vom Schicksal auserkorener (bzw. sich selbst zum Schicksalsboten erhebenden) Geselle wie James T. Kirk aufblüht. Er will doch nichts als Ruhe & Frieden & ein guter Vater für seinen Joseph sein, aber dann gerät wieder irgendwo das Weltall aus den Fugen, und nur Captain Kirk kann=s richten.

Dieses Mal sägt kein irrer Wissenschaftler am temporalen Unterbau der Galaxis. Auch die Finsterlinge aus dem bösen Spiegel-Universum bleiben heuer zu Hause. Die Borg assimilieren an anderer Stelle. Einen guten, altmodischen Krieg gilt es stattdessen zu verhindern - natürlich einen Krieg, der den gesamten bekannten Weltraum in Brand setzen könnte, sonst käme man vielleicht auch ohne Kirk aus.

Wobei der Ausgangspunkt für die hier erzählte Geschichte klug gewählt ist. "Star Trek: Nemesis" gilt zwar nicht gerade als Höhepunkt der Filmserie. Die Ereignisse stellten jedoch bisher den Endpunkt der STA-Chronik dar. ("Enterprise" erzählt bekanntlich von der Vergangenheit der Zukunft.) "Sternennacht" trägt die Handlung weiter.

Viel Kritik richtete sich gegen den Einfall (oder die Einfalt), dem Planeten Romulus ein dunkles Gegenstück zu schaffen und dies ausgerechnet "Remus" zu nennen. Auch die bärtige Story vom Aufstand der Verdammten des Weltalls unter Beteiligung des "Enterprise"-Teams ließ keine Begeisterung aufkommen. Aber während der "Nemesis"-Film durch sein allzu simples und schematisches Drehbuch Schaden nahm, bedient sich `SternennachtA der identischen Kulissen und Darsteller mit deutlich geschickter.

Denn die "Star Trek"-Profis Judith und Garfield Reeves-Stevens sind am Werk. (William Shatner als `IdeenquelleA vergessen wir an dieser Stelle erst einmal.) Sie greifen die vielen losen Enden der Shinzon-Story auf, verknüpfen sie nicht nur, sondern geben dem Geschehen wohl zum ersten Mal einen echten Sinn. Romulus und Remus sind keine Punkte im All, an denen Picard & Co. ihr aktuelles Abenteuer abarbeiten, sondern buchstäblich dreidimensionale Welten, die in ein komplexes politisches und kulturelles Gefüge eingebettet sind.

Für einen Film sind solche Querverbindungen zu kompliziert. Aber im Roman wird deutlich, unter welchen Schwierigkeiten Romulaner/Remaner, Klingonen, Vulkanier oder Menschen koexistieren. Das ist spannender als die ewigen Hetzjagden und Bedrohungen von ganz weit draußen, mit denen die Autoren ihr Werk letztlich leider doch auf Länge bringen. "Sternennacht" ist ein kompetent geschriebener, sehr gut lesbarer SF-Roman. Er ist freilich auch das Mittelstück einer Trilogie, leitet also nur über vom bereits Geschehenen zum eigentlichen Höhepunkt und Finale. (2005 ging es mit "Captain´s Glory" weiter.) Das merkt man bei der Lektüre sehr deutlich B zu deutlich.

Shatnerkirk - ein Held will nicht tot sein

Schon oft & laut wurde Klage geführt über William Shatners Ego und den daraus resultierenden, schier unwiderstehlichen Hang zur Selbstdarstellung. Aus dem Film- und TV-Universum haben ihn die "Star Trek"-Götter verbannt. Also muss er sich damit begnügen, literarisch das Heft an sich zu reißen. Dies verfolgt er mit einer Offenheit, die man dreist nennen oder bewundern kann.

Längst benötigt James T. Kirk die `EnterpriseA und seine Crew nicht mehr. Für seine neuen Aktivitäten war ihm das alte Schiff viel zu klein. Nach seiner ´Runderneuerung´ durch die Borg können die alten Knacker von der Ur-`EnterpriseA ohnehin nicht mehr mit Kirk mithalten. Weil sie auch ihre Fans haben, dürfen sie immerhin noch am Rande des Geschehens als blasse Statisten mitwirken. Ganz schön fies, den einst so aktiven Spock hilflos durch die Unterwelt von Remus tappen zu sehen, wo er mit seinem menschlichen Erbe barmt und sich ausgiebig an die schöne Zeit mit James T. Kirk erinnert.

Die Besten aus den übrigen "Star Trek"-Welten sind ansonsten gerade gut genug, um Kirk zur Seite zu stehen. Sein bester Kumpel ist jetzt Jean-Luc Picard. Kathryn Janeway und der Holo-Doc der "Voyager" sind auch gnädig willkommen. Alle sind sie Helden auf ihre Art, aber eben kein Captain Kirk, so dass auch sie beiseite treten und diesen machen lassen.

Aber wird das reichen? Muss Spock (schon wieder) sterben? `Obwohl Logik das Ende so oft verhindert hatte. Obwohl Schicksal, Glück und James T. Kirk so oft in den Fluss von Ursache und Wirkung eingegriffen hatten (S. 9)? Weil das nicht wirklich eine spannende Frage ist, dichtet Shatner Kirk (= sich) ein wahres Wunderkind an die Seite. Joseph ist eine Mischung aus dem jungen Clark Kent als "Superboy" und dem Rainman. Aus solchem kosmischen Holz ist ein Nachkomme von James T. Kirk geschnitzt! Kein Wunder, dass dieser Joseph sich als Messias der Remaner entpuppt. Womöglich stellen sich später noch Verwandte aus dem Q-Kontinuum ein.

Wo Shatner sie nicht ins Abseits drängt, gelingen seinen `MitautorenA wie immer schöne und überzeugende Figurenzeichnungen. Die Garfield-Reeves sprechen einfach in "Star Trek"-Zungen. Ihr immenses Hintergrundwissen lässt die Verzahnung unzähliger Fakten aus der STA-Chronik zu einem stimmigen und stimmungsvollen Gesamtbild zu. Deshalb ist es doppelt schade, dass sie offenbar aus ökonomischen Gründen mit Shatner in ein ´Team´ gezwungen werden, statt allein ihren Job zu erledigen - das können sie nachweislich außerordentlich gut: Nicht umsonst zählt "Federation" (dt. "Die Föderation", Heyne-SF Nr. 06/5684) zu den Höhepunkten der gesamten Serie.

Sternennacht

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