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Marcel Buelles
Mit Schwert, Charme und Sex

Buch-Rezension von Marcel Buelles Jan 2008

Als auf dem Landsitz der Campions ein Brief des verrückten Duke Tremontaine ankommt, sind sich Katherine und ihre Mutter bewusst, dass es sich um nichts Gutes handeln kann. Katherines Onkel ist ein merkwürdiger Kauz, der alles Geld der Welt hat und ihre Familie seit vielen Jahren mit Rechtsstreitigkeiten überzieht und in den Ruin zu treiben droht. Dieser Brief hingegen bietet ihnen eine Lösung für all ihre finanziellen Probleme. Tremontaine will seine Nichte für sechs Monate in die Stadt holen, um sie als Schwertkämpferin ausbilden zu lassen. Es gehört zum Alltag der Reichen und Mächtigen, dass man sie zum Duell auffordert und jeder von ihnen braucht eine gute Klinge, um sein Leben zu schützen. Im Gegenzug hören die Klagen sofort auf und Katherines Familie wird großzügig von ihm unterstützt. Nach sechs Monaten darf sie wieder zurückkehren. Als Katherine sich in die Kutsche setzt, ahnt sich nicht, auf was für ein Abenteuer sie sich einlässt.

Ellen Kushners 'Riverside'-Trilogie besteht aus "Swordspoint" (1987), "The Fall of the Kings" (2002) und "The Privilege of the Sword" (2006). Die Erzählungen spielen in einem unbekannten Stadtstaat, den man als eine Mischung aus London und Paris am Ende des 18. Jahrhunderts bezeichnen kann. Vor etwa zweihundert Jahren wurde der letzte König entmachtet und an seine Stelle trat das 'Council of Lords', in dem die Reichen und Mächtigen vertreten sind. Riverside ist ein Stadtteil, der früher einen sehr zwielichtigen Ruf hatte. Dort lebt der Duke Tremontaine, der einen Sitz im Council hat, und spinnt sein Netz aus Intrigen, Leidenschaft, Orgien und bizarren Zukunftsvisionen. Im ersten Band beschrieb Kushner die Abenteuer des jungen Alec Campion, Duke Tremontaine, und seines Liebhabers, des ungeschlagenen Fechtmeisters, Richard St. Vier. Der vorliegende Band spielt zwanzig Jahre später.

Nach der Ankunft im Haus ihres Onkels wird Katherine schnell klar, dass sie völlig falsche, geradezu naive Vorstellungen über ihren Onkel und das Leben in der Stadt hat. Als junges Mädchen träumt sie davon, auf Bälle zu gehen, in die Gesellschaft eingeführt zu werden, vielleicht einen Ehemann zu finden. Tremontaine zwingt sie am ersten Morgen Männerkleidung anzuziehen, die sie für ihren Fechtunterricht benötigt. Tief gedemütigt beugt sie sich seinem Willen, denn sie weiß, dass das Schicksal ihrer Familie von ihr abhängt und sie ihm sechs Monate widerspruchslos gehorchen muss und ihre Familie weder sehen noch sprechen darf. Mit der Zeit gewöhnt sie sich jedoch an ihren außergewöhnlichen Alltag, der ab und zu von den Exzessen ihres adligen Onkels unterbrochen wird. Alec Campion feiert wilde Parties und Orgien, zelebriert kontroverse Soirées, übersteht Duelle - all das findet unter seinem Dach statt und sein Interesse an jungen Männern verwirrt Katherine, die wohl behütet auf dem Land aufgewachsen ist.

Trotz anfänglicher Erfolge im Fechtunterricht kann sie aber schon bald nicht mehr dem Druck standhalten. Die Konventionen der Oberschicht verlangen von einer Frau, dass sie sich standesgemäß zu kleiden hat, und eine junge Frau in Männerkleidung bricht mit allen Konventionen. Katherine ist überzeugt, dass ihr Onkel sich alles nur aus zwei Gründen hat einfallen lassen: um sich an ihr belustigen und sie demütigen zu können. Sie erklärt ihrem Fechtlehrer, dass sie mit einer Welt nichts zu haben will, in der Duelle an der Tagesordnung sind. Am nächsten Tag bringt man sie nach Highcombe, einem Haus auf dem Lande, wo ein weiterer Fechtmeister auf sie wartet. Er ist der beste seiner Zunft und seine Fähigkeiten erscheinen ihr noch unglaublicher, als sie erkennt, dass er praktisch blind ist. Sie verbringt geraume Zeit in Highcombe, bis am Silvesterabend auf einmal der Duke mit einigen betrunkenen, jungen Adligen im Schlepptau auftaucht und Katherine begreift, wer ihr Lehrmeister ist. Richard St Vier, der größte Fechtkämpfer aller Zeiten und Liebhaber ihres Onkels. Sie kehrt mit Tremontaine in die Stadt zurück und wird bald zur Leibwache ihres Onkels, um ihn vor den Herausforderungen seiner Gegner zu schützen, die ihre eigenen Schwertkämpfer auf ihn ansetzen.

Im 'Council of Lords' hat Tremontaine einen Feind, Anthony Deverin, Lord Ferris. Tremontaine hat ihn vor vielen Jahren mit politischem Geschick ausmanövriert und in die Wildnis versetzen lassen. Er ist zurückgekehrt und klettert bald die Karriereleiter herauf, um sich zum mächtigsten Mann im Stadtstaat zu machen. Er weiß, vor wem er sich am meisten fürchten muss, und beginnt Freunde und Bekannte Campions unter Druck zu setzen und anzugreifen. Bald schon sieht es so aus, als ob der einstmals unberührbare Duke seinen Angriffen nicht mehr standhalten kann.

Seine Nicht Katherine hat sich in der Zwischenzeit zur Heldin und Beschützerin der jungen Schönheit aufgeschwungen, die Lord Ferris ehelichen soll. Auf einem dubiosen Ball vergewaltigt er sie und die romantische Vorstellung, mit dem mächtigsten Mann des Landes verheiratet zu sein, entwickelt sich zum Albtraum. Katherine verspricht ihr, mit einem Duell Rache zu üben und gerät dabei in die Mühlen der politischen Intrigen zwischen Ferris und Tremontaine.

Ein ordentlicher Schwertkampf mit viel Erotik, Abenteuer und Spannung

Kushner zieht mit dieser Erzählung alle Register eines klassischen, historischen Romans, den sie aber in eine frei erfundene, fantastische Welt platziert, die nur ihrem Willen gehorcht. Aufbauend auf die Jugenderlebnisse von Alec Campion und seines Schwertkämpfers Richard St Vier erzählt die amerikanische Autorin die Liebesgeschichte eines Mädchens vom Lande, das in die große Stadt kommt und seine ganze Welt über den Haufen wirft. Katherines Entwicklung auf dem Weg zur Erwachsenen wird ebenso mit reichlich Erotik vorgestellt wie das lustvolle Leben ihres Onkels. Der Roman bietet gute Unterhaltung, nicht nur wegen des sauberen und schnellen Erzählstils, sondern weil er seiner Protagonistin Katherine eine beachtliche Entwicklung einräumt und mit ihr allen anderen Charakteren auch.

Die menschlichen Abgründe, die sich in "The Privilege of the Swords" auftun, sind prägnant geschildert, die Intrigen von köstlicher Verworrenheit und die Klingen so sauber geschliffen, dass man mit ihnen ein menschliches Haar spalten könnte. Kushner spart nicht am Sex, lässt sich aber zum Glück nicht zu langweiligen Plattitüden herab, sondern lotet die Gedankengänge aus, die den Trieben menschlicher Unvernunft zugrunde liegen. Dabei sprüht sie nur vor schwarzem Humor in Form ihres Protagonisten, des Duke Tremontaine, der es sich nie nehmen lässt, immer das letzte Wort zu haben und allen Konventionen zu widersprechen: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Wer Mantel & Degen schätzt und sich vor gelegentlichen, sexuellen Eskapaden nicht fürchtet, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen.

Die Dienerin des Schwertes

Die Dienerin des Schwertes

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Letzte Kommentare:
17.07.2008 13:24:59
Marlene

Schon nach den ersten paar Seiten fühlte ich mich schon an die Anime-Serie Lady Oscar erinnert. Das soll nicht heißen, dass von dort abgekupfert wurde. "Dienerin des Schwertes" ist ein ganz und gar eigenständiges Werk mit romantischen wie auch spannungsreichen Zügen. Fans der Musketiere&Co.-Zeiten werden ihre Freude daran haben. Einzig und alleine den Titel finde ich ein bischen irritierend, weil es sich wohl eher um eine Dienerin des Degens denn des Schwertes handelt!