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Frank A. Dudley
Der Glanz der alten Zeiten

Buch-Rezension von Frank A. Dudley Feb 2008

Die ";River of Stars" hat ihre besten Zeiten hinter sich. So hoch ihr Stern als größtes und schönstes Schiff der Magnetsegelflotte noch 2051 stand, so schnell ließ das Interesse der Reichen, Schönen und Kriminellen an ihr nach, als die Antriebstechnologie einen weiteren Sprung machte. Ausgestattet mit neuen und leistungsfähigeren, wenn auch uneleganten Farnsworth-Triebwerken, pendelt sie zum Einsetzen der Handlung in den 2080er Jahren als unscheinbares Frachtschiff im mittleren System. Zwar behält sie Segel und Takelage und ist somit als Hybridschiff unterwegs. Doch für die Mannschaft ist die Demütigung groß, wohlwissend, dass der Flair der großen Zeit für immer vorbei ist.

Auf einer dieser Handelsfahrten zwischen Jupiter und dem Asteroidengürtel kommt es zu zwei entscheidenden Zwischenfällen: Ein Mini-Asteroid beschädigt einen der Farnsworth-Antriebe und Kapitän Evan Dodge Hand stirbt. Damit ist die Besatzung nicht nur schlagartig von 16 auf 15 Mitglieder gesunken, diese haben auch noch ein ziemlich großes Problem: Ohne die Umkehrschubkraft des Antriebs werden sie ungebremst am Jupiter vorbei fliegen. Keiner von ihnen könnte die Konventionalstrafe dafür aufbringen, und das würde das endültige Ende ihres einstmals stolzen Schiffes bedeuten. Ganz abgesehen vom drohenden Tod, wenn das ungebremst beschleunigte Schiff weiter ins All fliegen würde. Während also der Erste Offizier Stepan Gorgas und Chefingenieur Ramakrishnan Batterij planmäßig beginnen, die Reparatur des beschädigten Triebwerks in die Tat umzusetzen, rollen zwei andere Schiffsoffiziere heimlich Plan B aus. ‘Abd al-Aziz Corrigan und Eugenie Satterwaithe sowie einige mitverschwörerische Besatzungsmitglieder machen sich daran, den alten Magnetsegel-Antrieb zu reaktivieren. Ihr Ziel: Zu beweisen, dass die ";River of Stars" mit ihrem eleganten ursprünglichen Antrieb noch zu ruhmreichen Einsätzen in der Lage ist.

Doch das Raumschiff ist mittlerweile in die Jahre gekommen und schlecht ausgerüstet. Während die Materialien, die beide Teams für die Reparatur ";ihres" Antriebs benötigen, knapp werden, steigt auch die physische Belastung. Kleine Fehler werden gemacht, immer mehr und mehr, sodass es auch der Systemadministratorin namen Lotosjuwel kaum noch möglich ist, sie vor den Augen der künstliches Schiffsintelligenz und somit dem Captain zu verbergen. Während die Zeit davonsickert, treibt die ";River of Stars" mit ihrer in die Jahre gekommenen Mannschaft wie eine interplanetare Titanic unvermeidlich auf eine Katastrophe zu.

Majestätisch und psychologisch

Die Decks der ";River of Stars" sind die Bühnen einer tragischen Space Opera. In ihrer hermetischen Isolation, umgeben von der ewigen Stille des unendlichen Alls, legen die von Flynn behutsam aufgebauten Charaktere ihre ausgesprochen exzentrische Eigenschaften an den Tag. Scheinbar mühelos springt der Autor dabei von einem zum anderen, zeigt ihre Schwächen, Stärken und Ängste. Ihre Handlungen, darin beweist Flynn sein Können, sind die Folge ihrer Persönlichkeiten; und wie sie mit unvorhersehbaren Zufällen umgehen, ist ein beinahe psychologischer Lesegenuss.

Doch die Charakteranalyse, so faszinierend sie auch ist, verlangt vom Leser reichlich Geduld. Nur langsam zieht das Tempo an, erst nach rund 400 von insgesamt 800 Seiten wird die Szenenfolge dichter, treibt die Zentripetalkraft des bevorstehenden Desasters die dramatis personae aufeinander zu. Wer von seinen Raumopern hauptsächlich Action und Abenteuer verlangt, den wird ";Der Fluss der Sterne" langweilen. Wer sich aber auf das beinahe majestätisch langsame Buch einlässt, der wird noch lange etwas von dieser fast schon schicksalshaften Studie der Condition Humaine haben.

Der Fluss der Sterne

Der Fluss der Sterne

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Letzte Kommentare:
07.01.2015 14:26:49
Astrojoker

Also... die Kurzbeschreibung klingt ja schonmal nicht schlecht. Nur dass sie scheinbar zu einem anderen Buch gehört.
Hier wird nix aus dem Sonnensystem katapultiert, sondern es geht um einen Triebwerksschaden. Schiff driftet und Mannschaft versucht Rettung. So schauts aus...

Die einzelnen personen werden haarklein analysiert und man möchte meinen, es geht hier um die Auswirkungen von Langzeitflügen auf die Psyche des Menschen. Das Buch ist eher eine Mischung aus Spaceodyssee 2001 und Solaris.
Von Abenteuer oder Spannung fehlt jede Spur. Auch liest sich das Buch nicht wie ein Roman... geht alles ein bissl zäh... Lediglich der Glaube, dass noch was passiert hält einen am Buch fest. Aber da kommt einfach nix... Das Ende ist zwar ein wenig dramatisch, aber das reisst es dann auch nimmer raus.

Kann ich nicht empfehlen... Leider leider...