Pakt der Hexen

Erschienen: Januar 2007

Couch-Wertung:

86°
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Michael Sterzik
„Ein beachtliches Hexenwerk

Buch-Rezension von Michael Sterzik Mär 2008

Nach den turbulenten Ereignissen, dem Sorgerechtsstreit um ihre Stieftochter Savannah, hat die Hexe Paige Winterbourne noch immer alle Hände voll zu tun. Da sie aus dem Hexenzirkel ausgeschlossen wurde und nun in der paranormalen Welt etwas verloren dasteht, versucht sie selbst eine zauberhafte Vereinigung von Hexen ins Leben zu rufen, was gar nicht so einfach ist.

Doch es gibt auch viel neues positives in ihrem persönlichen Umfeld. Paige hat nun einen Mann an ihrer Seite und dieser ist alles andere als normal. Lucas Cortez ist Magier, Rechtsanwalt und Erbe des wohl mächtigsten Magierclans. Bisweilen ist er ein wenig eigensinnig, sieht sich als glorreicher Ritter und bekämpft Ungerechtigkeiten wo er sie nur finden kann. Doch er hat ungeahnte Talente und ein Selbstbewusstsein, das nur schwer zu erschüttern ist.

Die Ruhe findet ein plötzliches Ende, als Lucas Vater Benicio, das Oberhaupt des Magierclans, während der Abwesenheit seines Sohnes bei Paige erscheint. Indirekt bittet Benicio Cortez Paige und Lucas um Hilfe. In Miami, dem Sitz des Cortez-Clans, gibt es einen Mörder, der die Kinder der Magierfamilien bedroht. Es ist schon zu ersten Todesfällen gekommen und ein Mädchen liegt im Koma. Paiges innerliche Alarmglocken schlagen schon an und gemeinsam mit Lucas und Savannah reisen sie nach Miami. In der sonnigen Stadt erwartet sie das „Böse".

Nicht nur der Cortez-Clan lebt nach der Bedrohung durch den Killer in Angst und Schrecken, auch der Boyd und der Nast-Clan werden schon von ersten Angriffen eines höchst wahrscheinlich paranormalen Mörders bedroht. Lucas und Paige, die beide Angst davor haben, dass auch Savannah getötet werden könnte, vertrauen diese ihren Freunden Elena und Clay an. Beide sind Werwölfe und damit imstande jegliche Bedrohung auszuschalten. Gemeinsam mit einer Nekromantin und einer schon sehr alten Vampirin, die Lucas und Paige bei ihren gefährlichen Ermittlungen unterstützen, werden auch sie selbst das Ziel des Killers und geraten in tödliche Gefahr....

„Wem oder was kann man noch trauen?"

„Pakt der Hexen" von Kelley Armstrong ist der vierte Teil der Reihe „Woman of the Otherworld". Armstrongs Hauptprotagonisten sind zumeist Frauen, die in den Geschichten ihren Mann stehen müssen. Waren es in den ersten beiden Romanen weibliche Werwölfe, so spielt im dritten und vierten Teil Paige Winterbourne in ihrer Funktion als Hexe die Hauptrolle. Im fünften Teil wird Eve, die verstorbene Mutter von Savannah, als Geist die Geschicke lenken.

Gerade für das etwas schwierige und angespannte Verhältnis von Lucas zu seinem Vater Benicio finden sich in Band drei erste Erklärungsansätze, die in diesem Band weiter vertieft werden. Lucas, im Schutze und Schatten seines mächtigen Vaters aufgewachsen, weiß um die Strukturen und Gesetze des Magierclans, sieht aber in vielen Situationen Ungerechtigkeiten auftreten, die das ganze System für seine Augen als unglaubwürdig darstellen.

Man erkennt also, Kelley Armstrongs magische Welt ist sehr komplex, was in den Handlungen der einzelnen Romane die Spannung und Abwechslung nach vorne treibt. Auch "Pakt der Hexen" ist spannend verfasst und weiß zu überraschen.

In diesem Thriller mit phantastischen Elementen verfolgt der Leser die Serienmorde eines paranormalen Killers und die Ermittlungen unserer zwei mit magischen Fähigkeiten gesegneten Hauptprotagonisten. Der Leser ist zwar versucht, mit ihnen den Täter zu ermitteln, aber aus mangelnder Kenntnis der nichtmenschlichen Verdächtigen kann das nicht gelingen. Trotzdem steigt die Spannung, für Action ist vielfach gesorgt und als besonderes Schmankerl kommt der Humor erst recht nicht zu kurz. Paiges etwas aufbrausendes Temperament und ihre erzählerische Perspektive sind gleichsam zynisch und lustig, je nach Situation.

Der Roman ist zwar in sich abgeschlossen, doch weiß man als Leser nach der letzten Seite, dass es noch weitergehen muss. Alleine schon die Familienverhältnisse innerhalb des Clans der Cortez geben einigen Handlungsspielraum und viele Ideen für zukünftige Projekte her.

Fazit

Pakt der Hexen kann ich sehr empfehlen. Nicht nur für Frauen ist die Reihe spannend, vielseitig und interessant, auch wenn in den Romanen jedesmal der weibliche Part die Zügel in der Hand hat. Auch für Romantik ist hier gesorgt. Für Leser, die komplexe Verflechtungen, Intrigen und Magie lieben, bietet dieser Roman viele Überraschungen.

Kelley Armstrong schreibt erstaunlich frisch und flüssig. Sie hält sich nicht lange mit Beschreibungen auf, sondern legt viel Wert auf prickelnde, zynische Dialoge und ansteigende Spannung.

Der Roman sollte - und das empfehle ich dringend - nicht als erstes Buch gelesen werden, der vorherige Titel ("Nacht der Hexen"), in dem auch die Hexe Paige die Hauptrolle spielt, sollte zumindest gelesen sein. Besser noch, man fängt gleich mit den beiden Romanen „Blut der Wölfin" und „Rückkehr der Wölfin" an, dem Anfang der magischen Saga. Somit ist dem Leser gewährleistet, dass er einige Personen die dort auftauchen, wie eben die Werwölfe, schon kennen und lieben gelernt hat.

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