Death Collector

Erschienen: Januar 2008

Couch-Wertung:

75°
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Carsten Kuhr
Steampunk, Frankenstein und die Dinos - von der eigenwilligen Phantasie des Justin Richards

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Apr 2008

Georg Archer arbeitet im Britischen Museum des viktorianischen Londons. Ein ruhiger, eher introvertierter Mann, der ganz in seiner Arbeit aufgeht. Eines Abends aber ändert sich sein Leben schlagartig. Als er weit nach Feierabend einmal wieder seinen alten Freund und Arbeitskollegen in den Tiefen der Reservatenkammern des Museums heimsucht, wird er Zeuge eines Verbrechens. Zwei zwielichtige Gestalten suchen die Tagebücher eines unlängst Verstorbenen an sich zu bringen, auch um den Preis eines Mordes. Während des Kampfes entzündet sich ein Feuer, das letzte Tagebuch verbrennt bis auf eine angekohlte Seite, die Georg aus den Flammen rettet.

Die Spur führt zu dem Industriellen Augustus Lorimore, dessen Walzwerke den Bewohnern Londons Brot und Arbeit geben. Im Verlauf der abenteuerlichen Geschehnisse lernt Georg den jungen Taschendieb Eddie, die resolute junge Dame Liz Oldfield und mit Sir William Protheroe den Leiter einer geheimen Abteilung des Museums kennen. Im dicken Londoner Nebel verfolgen sie auf der Suche nach einem Geheimnis, das die Welt erschüttern kann, Totschläger, Bestien und künstliche Wesen, wie sie bislang kein lebendes Menschenauge jemals erblickt hat...

Gelungene Mischung, die jung wie alt zu faszinieren weiß

Der Brite Justin Richards, der in seinem Heimatland schon diverse Jugendromane veröffentlicht hat, fiel mir erstmals mit seinem ebenfalls im Loewe Verlag erschienen ";Der Atlantis Code" auf. Siedelte er damals seine gelungene Mischung aus phantastischen Elementen, exotischen Orten und einem Abenteuerroman in der Jetztzeit an, so zieht es ihn diesmal zeitlich ins viktorianische London. Auf exotische Handlungsorte muss der Leser dieses Mal verzichten, statt dessen erwartet ihn eine durchaus kurzweilig zu lesenden Mischung aus Steampunk-Elementen, Krimi und Mystery.

Geschickt mischt er seine Mixtur zusammen. Der Gassenjunge Eddie, der mit beiden Beinen auf dem Boden steht, der bei aller Bauernschläue und Gewieftheit darin, anderen ihre Börse zu entwenden, sich aber seinen Sinn für Recht, Unrecht und Gerechtigkeit bewahrt hat, der eher zurückhaltende, sich dann aber als durchaus durchsetzungsfähig erweisende Georg und die resolute Liz sie bieten jedem Leser eine passende Identifikationsfigur. Zu diesen jungen, engagierten Leuten gesellt sich der abgeklärte Sir William, der immer wieder Beziehungen spielen lässt, und ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht. Dieses Quartett ahnt lange Zeit nicht, auf was für ein Wagnis sie sich wirklich einlassen. Erst nach und nach offenbart sich das ganze Ausmaß der Bedrohung, die von den finsteren Plänen ihres Widersachers nicht nur für sie, sondern für die Welt insgesamt ausgeht. Der skrupellose Drahtzieher will nicht weniger als die Macht über die Welt an sich ziehen. Ohne hier zu viel verraten zu wollen, nutzt der Autor Elemente aus Frankenstein und Jurassic Park, um daraus sein ganz eigenes Gericht zu kreieren.

Stilistisch flüssig konzentriert sich Richards ganz auf seine wenigen Gestalten und die mitreißende Suche nach den Geheimnissen hinter dem zerstörten Tagebuch. Auch wenn die Ausgestaltung unserer Heldentruppe dem Altbekannten entspricht und die Darstellung Londons nie wirklich in die Tiefe geht, unterhält der Roman spannend und überraschend, so dass jugendliche wie erwachsene Leser fasziniert werden.

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