Der Judas-Code

Erschienen: Januar 2008

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Carsten Kuhr
Dan Brown goes Bond

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Jul 2008

Irgendwo auf einem der unzähligen Eilande Indonesiens erwacht etwas, das lange gebannt schien. Ein paar Forscher kommen beim Baden als erste damit in Kontakt, kurz darauf stirbt Flora wie Fauna der nahegelegenen Insel. Ein mutierter Killervirus ist unterwegs, eine ökologische Katastrophe bahnt sich an, die alles Leben auf Erden, wie wir es gekannt haben, auszulöschen droht.

Doch nichts ist so gefährlich, dass man damit nicht noch ein Geschäft machen kann. Aus Killerviren kann man Kampfstoffe züchten, die sich bestens an den Mann bringen lassen. Nur sollte natürlich ein wirksames Gegenmittel bereit stehen, schließlich könnte es einen, wenn alles ganz dumm läuft, ja auch einmal selber erwischen. So macht sich die Gilde auf, das Virus zu erforschen und in ihr Angebot an tödlichen Waffen für alle Terroristen der Welt aufzunehmen.

Klar, dass die Sigma Force, die US-amerkianischen Hüter für Recht und Freiheit, dem Treiben nicht untätig zuschauen kann. Die Spur führt weit in die Vergangenheit. Ein Weltreisender, Marco Polo mit Namen, stand der Seuche bereits vor Jahrhunderten gegenüber, und hat diese besiegt. Über das »wie« hat er Hinweise hinterlassen - Tipps in Engelsschrift. Ein Wettlauf mit Hindernissen um das Vermächtnis des venezianischen Reisenden in päpstlicher Mission entbrennt, ein Wettlauf, der über das Schicksal der Erde entscheidet ...

Einfaches, aber erfolgreiches Rezept

Das Rezept einen Action-Thriller auf den internationalen Bestseller-Listen zu platzieren hat James Rollins bestens verinnerlicht. Man nehme ein paar ganz böse Buben (hier Die Gilde), dazu ein paar aufrechte US-amerikanische Kämpfer für Recht und Ordnung (die Sigma Force), geselle ein paar uralte Rätsel und möglichst die katholische Kirche hinzu, dazu jede Menge Feuergefechte, Explosionen und Verfolgungsjagden quer über den Erdball, fertig ist das Erfolgsbuch.

Von Dan Brown über Matt Reilly bis hin zu James Rollins halten sich die Autoren mehr oder minder an dieses Konzept und fahren gut damit. So ist es keine Überraschung, dass die Romane um die Sigma Force nach einem Abstecher ins Trade Paperback mit vorliegendem Werk wieder die Weihen des Hardcovers erfahren.

Der Text konzentriert sich ganz auf die rasante Action. Für große Charakterstudien bleibt wenig, nein eigentlich keinerlei Raum, die Agenten der Gilde sind schablonenhaft gezeichnet, einzig unsere wackeren Kämpfer um das Überleben der Menschheit werden ein wenig mit Hintergrund unterfüttert. Alles ordnet sich dem Diktat der Handlung unter. Und diese ist nichts für schwache Gemüter. Es wird gemordet und gefoltert, wir beobachten Menschenfresser beim Diner, es wird unappetitlich, aber eben auch unheimlich rasant und spannend. Man kann den, nein besser die Romane leicht mit den James Bond Filmen vergleichen - das hat nichts mit der Realität zu tun, ist aber Unterhaltung pur.

Dabei nutzt der Autor die Faszination Marco Polos, reichert dies mit Piraten der indonesischen Inselwelt an und mixt einen Cocktail, der ein wenig an Clive Cusslers »Pitt«-Romane erinnert.

Wen es also nicht stört, dass der Ausgang der Geschehnisse vorherzusehen ist, dass der Text stilistisch eher einfach gestrickt daherkommt und die Gestalten platt und schablonenhaft agieren, der wird hier ein paar Stunden gut unterhalten.

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