Arkham - Ein Reiseführer

Erschienen: Januar 2006

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Elmar Huber
Mustergültiges Exemplar einer Lovecraft-inspirierten Geschichtensammlung

Buch-Rezension von Elmar Huber Sep 2008

";Es heißt, dass Kinder, die während des Schlagens von Kirchturmglocken geboren werden, die Fähigkeit haben, Geister zu sehen. Ich wurde geboren, während die Glocken der nahen St. Andrews-Kirche das neue Jahr einläuteten. (...) Geister sah ich jedoch nie. Bis ich eines Tages in Arkham eintraf."
(Uwe Voehl - Kurschatten)

Wo der schwerfällig dahinfließende Miskatonic-River durch eine Flußbiegung verlangsamt wird, knien sich die sterbenden Gebäude von Arkham an seine Ufer. Gemeinsam mit einigen ausgewählten Reisebegleitern lernt der Besucher die geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeiten dieser einstigen Handelsmetropole kennen.

Walter Gilman findet sich mit unzureichender Erinnerung in einem seltsam verbauten Zimmer wieder. Er weiß weder wie, noch warum er hierhergkommen ist. Bis er durch einen Riß in der verwinkelten Wand seines Zimmers einen Schriftsteller bei der Arbeit sieht.

Michael Siefeners "Träume vom Hexenhaus" stellt quasi das Intro in diese Geschichtensammlung dar. Die Einstimmung auf Folgendes gelingt gut. Der Leser wird vorbereitet auf die literarische albtraumverseuchte Welt Lovecrafts. Wie der Titel und die Hauptperson vermuten läßt, wird direkt auf Lovecrafts ";Träume im Hexenhaus" Bezug genommen.

Der Mathematiker Walter Gilman kommt nach Arkham, um dort hinter das Geheimnis der multidimensionalen Realität zu kommen. Er mietet sich im ehemaligen Zimmer von Keziah Mason ein. Die als Hexe gebrandmarkte Keziah Mason sprach vor ihrem unerklärlichen Verschwinden 1692 von Linien und Kurven, die die Grenzen des Raums aufheben sollen. In den Träumen, die Gilman seit Bezug des Zimmers heimsuchen, sieht er sich selbst in einer seltsamen Landschaft, umgeben von fremdartigen Gebäuden und lebenden geometrischen Formen und Farben. Er stellt die Theorie auf, dass man mit einem höheren mathematischen Verständnis als dem menschlichen ";sich absichtlich von der Erde auf einen anderen Himmelskörper versetzen könne". Im Verlauf seiner Forschungen erfolgt eine fortschreitende Vermischung von Wirklichkeit und Traum. Ein zentraler Ausgangspunkt für die unerklärlichen Phänomene und Träume scheint der Scheitelpunkt seiner Zimmerwand zur Decke zu sein, die einen unregelmäßigen Winkel bilden, so als bestünde dahinter ein Hohlraum ohne sichtbaren Zugang.

Ein Klassiker von H.P. Lovecraft himself. "Träume im Hexenhaus" beschreibt perfekt das Eindringen des Übersinnlichen in ein rationales Umfeld. Repräsentiert wird dieser Rationalismus durch den Mathematiker Walter Gilman, der das Unerklärliche bis zuletzt nicht wahrhaben will. Schale um Schale wird das eigentliche Ausmaß der Geschichte freigelegt. Der Leser ist gegenüber der Hauptperson der Geschichte nie übervorteilt. Dieses Vorgehen Lovecrafts hält die Spannung aufrecht und steht hier stellvertretend für einige seiner besten Geschichten.

Ein Fremder kommt nach Arkham und mietet sich bei einer Witwe einige Räumlichkeiten. Der Neuankömmling ist auf der Suche nach Opfern, die er als Brutstätten für die Wesen einer anderen Welt dienen sollen. Gleichzeitig entdecken der Sheriff und sein Deputy eine seltsamen Erscheining auf dem Friedhof von Arkham.

Nach einem starken, rasanten Beginn wird "Phantasmagoria" leider schnell flach und geschwätzig und verbleibt auch auf Wochenromanhöhe. Der Autor, Rainer Innreiter, möchte leider zu viel unterbringen und es gelingt ihm nicht, alle Fäden befriedigend zusammenzuführen.

In Morgan Lovecrafts Wachsfigurenkabinett kann der geneigte Besucher dessen Großvater H.P. Lovecraft, seine Familie, seine Schriftstellerkollegen und sogar Abdul Alhazred, Verfasser des legendären Necronomicon, bewundern. Nach dem Abstieg über eine Wendeltreppe warten in K'n-Yan auch die Geschöpfe aus Lovecrafts Geschichten auf den Besucher.

Nicole Rensmann schreibt mit "Das Vermächtnis" eine schöne augenzwinkernde Variante von ";Pickmans Modell" in der das besagte Wachsfigurenkabinett die Stelle des unterirdischen Ateliers übernimmt. Die Geschichte ist auch ein kurzweiliger Abriss über Lovecrafts Familie, seine Freunde und seine Schöpfungen.

Wegen seiner Lungenprobleme wird der namenlose Erzähler in die Kuranstalt von Arkham überstellt. Der behandelnde Arzt weist ihm einen "Kurschatten" zu, der ihn schließlich über die tatsächlichen Ursachen seiner Krankheit aufklärt.

In Uwe Voehls Beitrag wird ein ahnungsloser Patient in Lovecrafts Welt eingewiesen, in der die Spuren der Alten Götter von den Sternen noch sicht- und spürbar sind. Leider verläuft die Geschichte zu hurtig und wirkt damit etwas überladen. Der Leser ist natürlich gespannt auf den titelgebenden Kurschatten, der dann allerdings eine zu kleine Rolle spielt. Auch ist keine direkte Bedrohung für Leib und Leben des Erzählers auszumachen. Das vielversprechende Thema der Rückevolution wird nur angedeutet. Einige Versatzstücke aus dem Lovecraft-Kosmos werden gestreift, aber nicht aufgegriffen, bis sich die Story am Ende buchstäblich von der Erde verabschiedet. Einige zusätzliche Seiten hätten hier gut getan.

"Die Wiege" ist ein ehemaliges Waisenhaus, das später als Irrenanstalt diente und schließlich abbrannte. Der entstellte Dieb Davin versucht den Tresor des Direktors zu finden, der sich immer noch in der ausgebrannten Ruine befinden soll. Wären da nur nicht die Legenden um den ";Mann in Grau", der in der Ruine umgehen soll.

Eine eher durchschnittliche Gruselgeschichte, in der, wie so oft bei Markus Korb, ein verfallenes Gebäude der zentrale Handlungsort ist. Die Story hat an sich nichts mit Lovecraft und seinen Themen zu tun. Man erfährt zwar, dass Randolph Carter, eine wiederkehrende Figur in Lovecrafts Geschichten, der Direktor der Anstalt war, aber das ist lediglich Staffage. Auch das persönliche Auftauchen von Lovecraft und die Erwähnung einer ";archaischen Nekropole", die nicht von Menschenhand hätte geschaffen werden können", wirkt unpassend und aufgesetzt.

William Esterbrook lebt zurückgezogen und vergessen im ehemals stolzen Wohsitz seiner Familie im nördlichen Arkham. Er trauert immer noch seiner Frau nach, die ihn vor Jahrzehnten verlassen hat. Als er doch den Mut aufbringt, einen Spaziergang durch Arkham zu unternehmen, kehren Stück für Stück längst verdrängte Erinnerungen zurück.

Sehr still und konzentriert beschränkt Sören Prescher die Geschichte auf das Innenleben und die Erinnerungen von William Esterbrook. Stilistisch eigenständig weckt "Das vergessene Haus" doch Erinnerungen an Lovecrafts ";Der Außenseiter", der ebenfalls eines Tages beschließt, seine Isolation zu verlassen und am Ende in seinem eigenen Spiegelbild eine erschreckende Erkenntnis findet.

Der deutsche Spion Arne Hansen soll die Gefechtsstärke der amerikanischen Ostküste auskundschaften, indem er sich das Vertrauen der Einwohner Arkhams erarbeitet. Zu diesem Zweck wird er von einem U-Boot bis vor die amerikanische Ostküste gebracht. Schon auf dem Weg nach Arkham stößt er auf die ersten Bewohner der Stadt.

Martin Hoyers "Die Tiefe" erweist sich als stilistisch sehr gute und interessante Geschichte. Die Erzählperspektive wechselt zwischen verschiedenen Personen. Das Finale zieht Parallelen zwischen den Weltherrschaftsfantasien tatsächlich existierender Personen und dem zunehmenden Wirken von Lovecrafts Schöpfungen.

Seit 60 Jahren, nachdem ein gewaltiges Wesen seinen Onkel und dessen Freund geholt hat, bewahrt Frederick Goodrave die Kiste auf, die nur von einem Menschen reinen Herzens bewacht werden kann. Als die Siegel mit voranschreitender Zeit schwächer werden und der Fischgerunch in den Straßen wieder zunimmt, erkennt er den Irrtum, dem er sein ganzes Leben aufgesessen ist. "Das reine Herz" erweist sich, trotz der vielversprechenden Idee, als verzichtbar. Zu eindeutig weißt der Autor auf den Umstand des kraftgebenden reinen Herzens hin, der sich am Ende als trügerisch herausstellt.

Als Aufarbeitung seiner Jugendjahre in Arkham, möchte der junge idealistische Filmemacher William Mycroft in seinen Heimatort zurückkehren und diesen zum Schauplatz seines Stummfilmmeisterwerks machen. Im Mittelpunktz soll die Kirchenruine St. Helen stehen, die Auslöser seiner zahlreichen Albträume war.

Markolf Hoffmann beschwört mit "Die Scherben von St. Helen" die Ära der Stummfilme wieder herauf. Arkham scheint der perfekte Ort für die kraftvollen Bilder zu sein, die William Mycroft vorschweben. Nachvollziehbar und in entspanntem Tempo wird Mycrofts Freudschaftsschluss mit dem Erzähler der Geschichte, sein ansteckender Enthusiasmus, die Liebschaft mit der jungen Schauspielerin Virginia Rappé, die gemeinsame Rückkehr nach Arkham und das Wiedersehen mit Mycrofts Vater geschildert. Später auch der Zerfall von Mycrofts Freundschaften. Die Charakterzeichnung nimmt den überwiegenden Raum der Geschichte ein. Die Konzentration auf die Personen läßt "Die Scherben von St. Helen" sehr positiv aus der Sammlung herausstechen. Daneben wirkt die phantastische Handlung etwas gezwungen. Die Story hätte auch sehr gut ohne das phantastische Element funktioniert. Nebenbei liefert Markolf Hoffmann noch einen Mini-Abriss über die bedeutendsten Werke der Stummfilmära. Mindestens ebenso euphorisch wie seine Figur William Mycroft. Die Schauspielerin Virginia Rappé lebte übrigens tatsächlich. Auch ihr unglückliches Ende und der damit ausgelöste Abstieg des Schauspielers Roscoe ";Fatty" Arbuckle sind Tatsachen.

Ein Fund im Keller eines Verlagshauses bringt das seinerzeit unveröffentlichte dritte Kapitel der Biographie des kirchlichen Würdenträgers Simon Delius an Licht. Das Schriftstück beinhaltet die Zeitspanne, in der Delius als junger Mann mit seinem Vater aus Nürnberg nach Arkham kommt um dort die Kirchenruine St. Helen wieder in ein Haus Gottes zu verwandeln. Nach einiger Zeit der Not stößt Delius eher zufällig auf das Fleischhaus von Veit, das einem alten Freund aus seinen Kindertagen gehört. Von Veit nimmt Delius und seinen Vater gerne auf, doch immer mehr seltsame Vorkommnisse im Schlachthof trüben die Freundschaft.
In eine überflüssige Rahmenhandlung gepackt, verknüpft Christian von Aster in Das dritte Kapitel den an sich schon blutigen Schauplatz eines Schlachthofs mit haitianischen Eingeborenenritualen und lovecraftschen Fischdämonen, die im Geheimen über den Ort des Schreckens herrschen. Es gelingt ihm, alle Zutaten zu einem runden Ganzen zu fügen. Mehr und mehr steigern sich im Lauf der Handlung die Andeutungen und Zeichen, die auf unnormale Vorkommnisse innerhalb des Schlachthofs deuten. Von Aster geht dabei sehr gewissenhaft vor. Dabei nimmt er sich noch die Zeit die Hauptfigur Delius Freundschaften schließen zu lassen und somit einige Personen genauer zu zeichnen.

Der Privatdetektiv Jeremias Kovalski reist im Auftrag eines wohlhabenden Auktionators zusammen mit einem Anwalt und einem Literaturkundigen nach Arkham. Dort sollen Verhandlungen um die Restbeständen des obskuren Verlagshauses Cavenor-Press geführt werden. Die Spezialität des Verlages sind Bücher, deren Existenz bestenfalls durch Gerüchte bekannt ist.
"Die lebenden Bücher von Arkham" ist, passend zum Erzähler, im knappen, zynischen Stil der Schwarze-Serie-Krimis gehalten. Eine Kombination, die - wie schon in Kim Newmans ";Der große Fisch" - einen sehr gut funktionierenden Kontrast zum phantastischen Inhalt dargestellt. Die Geschichte atmet Lovecrafts Geist, ist aber inhaltlich und formal keine bloße Anbiederung, sondern eine schöne Bereicherung. Andreas Gruber erweitert mit seiner Story darüber hinaus auch das Oeuvre der Mythosbücher um einige neue Einträge.

Eine eigenartige Zweiergruppe ist auf dem Weg zu den Fischteichen in Arkham. Ein Psychiater und sein Patient, der sich die Schuld an einem lange zurückliegenden Unfall an eben diesen Fischteichen gibt. Durch den Dialog der beiden Figuren bekommt man ein Bild von den Geschehnissen der Vergangenheit und den Schuldgefühlen, die den Patienten seitdem sogar in seinen Träumen heimsuchen. Doch was ist Wahrheit und was Traum?

Marc Alastor E.E. schickt den Leser zusammen mit dem Doktor und seinem augenverbundenen Patienten an die Fischteiche von Arkham. Der Geschichtenaufbau ist bemerkenswert, da eine vergangene Handlung nicht platt erzählt, sondern durch Dialoge vermittelt wird. Die Landschaftsbeschreibungen stammen aus der Phantasie des Patienten, da dieser ja die Augen verbunden hat. Marc Alastor E.E.s meisterhafte, etwas blumige Beschreibungen machen die erdrückende Sommerhitze, die hier herrscht förmlich spürbar. "Der Doktor und der Geist des Kindes" bringt außerdem Robert W. Chambers ";König in Gelb" nach Arkham. Dabei handelt es sich um eine lose verbundene Geschichtensammlung, die auch Lovecraft maßgeblich beeinflusst hat. Ganz groß.

Zusammen mit dem idealistischen Biologen Dr. Floyd Hall kommt der Erzähler nach Arkham. Der Biologe befindet sich auf der Suche nach einem geheimnisumwitterten heiligen Stein der Indianer, der ein unerklärliches Wachstum zeigt. Der Biologe vermutet, dass es sich um die riesenhafte Abart eines Pilzes handelt. Doch erst die Entdeckung einer Höhle unter dem Gebilde enthüllt, um was es sich in Wahrheit handelt.

"Endemion" ist bereits vom abstoßenden Beginn der Rahmenhandlung an eine perfekte Story. Michael Marrak ködert den Leser mit einem kurzen geschichtlichen Ausflug, den Stein betreffend, über theoretische Erörterungen, um was es sich denn tatsächlich handeln könnte, bis zur tatsächlichen Entdeckung des Steins. Alles noch harmlos. Sobald es an die endgültigen Enthüllung der wahren Natur des Steins und an die Außmaße des Schreckens geht, zieht das Tempo der Geschichte merklich an und der Leser kann sich nicht mehr entziehen. Eine perfekte Mischung aus Wissenschaft und Mythologie, wie Lovecraft es vorgemacht hat.

Dem Stadtgründer ihre Referenz erweisen

Die Idee, die fiktive Stadt Arkham zum zentralen Thema einer Anthologie zu machen, ist eigentlich so simpel wie vielversprechend. Örtlich begrenzte Geschichtensammlungen haben immer den Charme, dass der Leser gerne weitere Winkel der Ortschaften entdecken will. Da es sich bei Arkham um eine Erfindung von H.P. Lovecraft handelt, werden zwangsläufig auch Erwartungen des Lesers auf Erzählungen mit lovecraftschen Themen und Mythen geschürt. Die Autoren schaffen es auch durch die Bank, trotz angenehmer stilistischer Unterschiede, dem Stadtgründer ihre Referenz zu erweisen.

Es dominiert Lovecrafts Vorgehen, seine überwiegend rational verhafteten Protagonisten durch selbstgewählte Prioritäten an den Orten des Schreckens zu halten. Dabei bestimmt nicht immer die Rationalität das Handeln. Wäre es nicht ein Einfaches für den Mathematiker Walter Gilman, aus dem Hexenhaus auszuziehen und damit die Schrecken hinter sich zu lassen? Dennoch hält ihn sein wissenschaftlicher Ehrgeiz im Haus fest. Bis der Bann der Hexe übermächtig wird und ihm eine Flucht schlicht unmöglich ist.

Die Liste der beteiligten Schriftsteller liest sich fast wie ein ";Who is Who" der deutschen Phantastikszene. Michael Siefener, Nicole Rensmann, Michael Marrak und Andreas Gruber sind sicher durch ihre, teils buchstäblich ausgezeichneten Veröffentlichungen in großen Verlagen bekannt. Christian von Aster, Markus K. Korb, Uwe Voehl und Marc-Alastor E.E. können auf zahlreiche, bemerkenswerte Erscheinungen in Klein- und mittelgroßen Verlagen zurückblicken.

Den Autoren lag offenbar die Stadtkarte vor, die sich zur Orientierung am Anfang des Buches befindet. Die Orts - und Wegebeschreibungen sind insgesamt stimmig, was besonders während William Esterbrooks Spaziergang in "Das vergessene Haus" deutlich wird. Gleiche Personen finden sich sogar in der Besetzung von Markolf Hoffmanns "Die Scherben von St. Helen" und Christian von Asters "Das dritte Kapitel". Diesem Umstand verdankt der Leser wohl dem Umstand, dass beide Autoren privat freundschaftlich verbunden sind. Die Geschichten bewegen sich qualitativ zwischen Pflicht (Lovecraftsche Themen und Figuren) und Kür (Übertrag der lovecraftschen Stimmung in eine eigenständige Geschichte), wobei die Kür klar überwiegt. Als stilistisch und inhaltlich herausragend möchte ich "Die Scherben von St. Helen", "Der Doktor und der Geist des Kindes" und "Endemion" nennen.

Die Umschlaggestalung von Mark Freier verdient einen zweiten Blick. Hinter dem augenfälligen Motiv des Friedhofs und der verwahrlosten Häuser befindet sich ein Ausschnitt aus der Stadtkarte von Arkham. Bei näherem Hinsehen fallen einige bekannte Namen ins Auge, die auf Personen aus Lovecrafts Geschichten verweisen: Jenkin Street, Brown Street, (Brown Jenkin aus "Träume im Hexenhaus"), Curwen Street (Joseph Curwen, ";Der Fall Charles Dexter Ward"), Marsh Street (Familie Marsh ";Schatten über Innsmouth"), Hyde Street (Sir Geoffrey Hyde "Das Grab"), Gedney Street (William Gedney, "Berge des Wahnsinns").
Die Innenillustrationen von Timo Kümmel erfüllen ebenfalls ihren Zweck, die Geschichten zu begleiten und die Vorstellungskraft des Lesers anzuregen. Inhaltlich wird das Buch durch die kurzen Lebensläufe der Autoren komplettiert. Ein absolut mustergültiges Exemplar einer Lovecraft-inspirierten Geschichtensammlung.

";Arkham-Ein Reiseführer" ist in der Auflage von 99 Stück im Basilisk-Verlag erschienen, die komplett ausverkauft und damit bereits jetzt ein Sammelobjekt ist. Ich weiß nicht, ob die Bücher überhaupt in den öffentliche Verkauf gekommen sind oder ob die Vorbestellungen die Auflage schon komplett verkauft hatten. Die Resonanz war aber offensichtlich positiv genug, um demnächst mit ";Dunwich-Ein Reiseführer" einen Folgeband aufzulegen, der ebenfalls bereits durch die Vorbestellungen verkauft ist. Eine wünschenswerte Folge wäre dann natürlich ein Innsmouth-Reiseführer. Der Erfolg von ";Arkham-Ein Reiseführer" war offensichtlich auch Grund genug für den Basilisk-Verlag, die ";Edition Arkham" ins Leben zu rufen, in der weitere Lovecraft-Pastiches erscheinen sollen. Wer ein Exemplar des Arkham-Reisführer ergattern konnte, sollte dieses also hüten wie das Necronomicon selbst..

Arkham - Ein Reiseführer

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