Blutzoll

  • Feder & Schwert
  • Erschienen: Januar 2004
Blutzoll
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Carsten Kuhr
65°

Phantastik-Couch Rezension vonNov 2008

Vampire in Toronto - oder die Buchvorlage einer erfolgreichen TV-Serie

Seit einigen Wochen ist nun auch auf RTL II die US-Serie Blood-Ties zu bewundern. Grund genug für Egmont-Lyx, die schon vor Jahren im kleinen Verlag Feder & Schwert zum ersten Mal aufgelegten Titel erneut ins Programm zu nehmen.

Urban Fantasy, unter diesem Signet kann man auch die fünf Bände einordnen, die damals, lange vor dem Boom, erschienen sind. Es gibt Menschen und Vampire, ein paar Werwölfe dürfen auch mitmischen, eine toughe Frau zwischen zwei Männern - eigentlich kann man da verkaufstechnisch gesehen nichts falsch machen.

Heldin der fünf Romane ist die ehemalige Polizistin Vicky Nelson. Ihren geliebten Job in der Mordkommission von Toronto hat sie aufgrund eines zunehmenden Augenleidens aufgeben müssen. So fristet sie ihr Dasein als Privatdetektivin - und, sie ist gut in ihrem Job. Meist sind die Oberservationen zwar nicht sonderlich anspruchsvoll, doch die Miete will schließlich auch bezahlt sein.

Doch Toronto hat mehr zu bieten, als ein in der Dämmerung hochgeklapptes Pflaster und seine Eishockey-Mannschaft. Gar Merkwürdiges geht vor in der kanadischen Metropole. Leichen werden entdeckt, denen das Blut fehlt. Die Regenbogenpresse hat ihre Sensation, und Vicky täte nichts lieber, als das Mysterium zu untersuchen, und eine rationale Erklärung für die Vorgänge zu finden. Doch das übernehmen jetzt andere - sie, die langsam erblindet, ist da außen vor.

Kollege Zufall kommt ihr schließlich zu Hilfe. Eines Tages entdeckt sie eine Leiche, der die Gurgel herausgerissen wurde, das Blut ist aus den Adern verschwunden. Während ihr Ex-Geliebter Mike Celluci von Berufs wegen dem Täter nachspürt, macht sie sich zunächst nur aus Neugier an weitere Nachforschungen. Am Tatort des nächsten Mordes überrascht sie einen jungen, höflichen Mann. Ist er der Täter von denen die Zeitungen in großen Lettern berichten?

Seinen Lebensunterhalt verdient der nette Herr mit dem Verfassen von historischen Liebesromanen, die sich durch geschichtliche Akkuratesse auszeichnen. Warum aber verlässt Henry Fitzroy seine Luxuswohnung immer nur nach Sonnenuntergang? Eine Allergie, ein Spleen, oder ...?

Der Urban-Fantasy-erfahrene Leser ahnt, was Vicky erst mühsam eruieren und zögerlich akzeptieren muss. Der nette Herr mit den gepflegten Umgangsformen ist der uneheliche Sohn Heinrichs VIII., ein Nosferatu. Auf seine unaufdringliche Art wirbt er um die Gunst Vickys und macht sich mit dieser zusammen auf die Jagd nach dem wirklichen Täter ...

Gelungene Mischung aus Krimi und Vampir-Thriller

Egmont-Lyx hat sich in den letzten Jahren quasi aus dem Nichts zu einem auflagenstarken Verlag entwickelt. Insbesondere im Bereich der nach wie vor boomenden Urban Fantasy und der Romance-Fantasy konnte man bei den meist jüngeren Leserinnen punkten. Gerade die Verbindung von mehr oder minder dezent beschriebener Sexualität und den Langzähnen locken die Leserinnen in die Buchhandlungen.

Insoweit ist die Neuauflage der Blood-Ties-Reihe keine wirkliche Überraschung. Zieht man ins Kalkül, dass sich der Verlag von der parallelen Ausstrahlung der Fernsehserie weitere Cross-Marketing-Effekte verspricht, kann man getrost davon ausgehen, dass sich die Bücher verkaufen werden. Hinzu kommt, dass man die alte Übersetzung übernehmen und so weitere Kosten einsparen konnte.

Dennoch richten sich die Bücher an eine andere - eine erwachsenere - Klientel als die Titel von Adrian, Davidson und Co. Zwar geht es auch um emotionale Verwerfungen, um das Spiel der Gefühle, um Zuneigung, Verlagen und Liebe, doch stehen diese Elemente in der sich abzeichnenden Dreiecksgeschichte nicht ganz so im Vordergrund wie in vielen der Titel aus dem Programm des Hauses Lyx.
Statt dessen konzentriert sich die Autorin stark auf ihre Krimihandlung. Die Jagd nach dem Täter, die Suche nach Indizien, nach einer Erklärung und dem Motiv bestimmt über weite Strecken die Handlung. Und das ist gut so.

Im Verlauf der abwechslungsreichen Hatz lernen wir unsere Personen kennen, offenbaren diese ihre Eigenheiten und Marotten. Natürlich ist das keine hochgeistige Literatur und auch wirklich Neues oder Herausragendes erwartet der Leser vergebens. Viele der Nebendarsteller sind schablonenhaft beschrieben, die üblichen Klischees werden bedient, aber so, dass es nicht weiter negativ auffällt. Das ist flott geschriebene Unterhaltung ein wenig abseits der inzwischen so ausgetretenen Pfade, gefällig und spannend zu lesen, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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