Die Zauberer

  • Piper
  • Erschienen: Januar 2009
Die Zauberer
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Andreas Kurth
88°

Phantastik-Couch Rezension vonJan 2009

Aus den Anfängen von Erdwelt

Den Freunden der phantastischen Literatur ist Michael Peinkofer - der allerdings auch historische Romane und Jugendbücher schreibt - vor allem durch seine humorvolle Ork-Trilogie bekannt. Mit der "Rückkehr der Orks", dem "Schwur der Orks" und dem "Gesetz der Orks" setzte er den knurrigen Raufbolden auf seinem Fantasie-Kontinent "Erdwelt" ein literarisches Denkmal. Dieser erdachten Welt ist der Autor auch in der neuen Trilogie treu geblieben, in der Zeitleiste ist Peinkofer jedoch 1000 Jahre zurück gegangen. In den Anfängen von Erdwelt steuern Elfen, Menschen und Orks auf einen Krieg zu. Hoch im Norden des Kontinents, in der Ordensburg Shakara, residieren Zauberer, die mit weiser Herrschaft das Land zu einen versuchen.

Dramatischer Showdown im Dschungel

In diesen unruhigen Zeiten kommen drei ebenso ungleiche wie ungewöhnliche Novizen in die Ordensburg von Shakara. Alannah, ein Kind der "Ehrwürdigen Gärten" in der Elfenhauptstadt Tirgas Lan, hat ohne von ihrer Gabe der Magie zu wissen einen widerrechtlich eingedrungenen Menschen getötet. Aldur ist von seinem Vater auf das Ziel hin erzogen worden, eines Tages ein mächtiger Zauberer zu werden. Und der Mensch Granock ist vom Zauberer Farawyn auf den Straßen der Menschenstadt Andaril "entdeckt" worden, als er während eines Diebstahls seine magische Fähigkeit der Zeitkontrolle einsetzt. Sie werden zur gleichen Zeit Novizen und durchlaufen die schwierige Ausbildung zum Zauberer. Granock muss dabei ungleich mehr Hindernisse überwinden, denn er muss die Elfensprache erlernen und sich gegen zahlreiche Vorurteile und Anfeindungen wehren - schließlich wurde noch nie ein Mensch als Novize in Shakara aufgenommen.

Diese drei Novizen sind die Hauptprotagonisten des Buches. Schon während ihrer Ausbildung erleben sie etliche Abenteuer und werden in die Intrigen im Zauberer-Orden involviert. Es gibt Verräter in den Mauer von Shakara, die Orks und Menschen zum Aufstand gegen die Elfenherrschaft aufstacheln - und auf die Rückkehr des Dunkelelfen Margok hinarbeiten. Hochdramatisch wird es, als eine Grenzfestung zum - scheinbar - unerforschten Dschungelreich Arun überfallen und die Garnison niedergemetzelt wird. Der Rat der Zauberer schickt die Novizen als Begleitung ihrer Meister auf eine Mission in das ferne Arun, um herauszufinden, was und wer hinter dem Überfall auf die Grenzfeste steckt. Tief im Dschungel kommt es in einem alten Tempel zum actiongeladenen Showdown.

Elfische Zauberer mit menschlichen Zügen

Eine bekannte Fantasiewelt für eine neue Trilogie zu nutzen ist mitunter ein Risiko. Michael Peinkofer nutzt jedoch die Chance, den Lesern seine "Erdwelt" völlig anders zu präsentieren, als zu Zeiten der Ork-Trilogie. Außerordentlich geschickt finde ich es zudem, hier das Vorleben einiger Protagonisten aus der Ork-Geschichte einzubauen. Da sind die Elfen, erstarrt in ihrer Welt aus Schönheit und Poesie. Die aufstrebenden Menschen haben zwar den Ehrgeiz, ihre Position zu verbessern, aber offenbar noch nicht die Mittel. Und schließlich sind da die Orks in ihrer Modermark, die hier noch nicht als die knurrig-liebenswerten Kerle dargestellt werden, zu denen sie sich später entwickeln werden. Unter den Zauberer werden die Fans der Ork-Trilogie so manchen Protagonisten wieder erkennen - obwohl noch nicht alles im ersten Band der Zauberer enthüllt wird.

Das Buch hat aber noch ganz andere Qualitäten. Nachdem mit den Zwergen, den Elfen, den Trollen und den Orks so ziemlich alle wichtigen Völker aus der Welt von Tolkien ihre eigenen Geschichten bekommen haben, sind nun auch die Zauberer an der Reihe. Bei Peinkofer handelt es sich allerdings nicht um menschliche Zauberer, sondern um Elfen. Allerdings mit höchst menschlichen Zügen - es gibt jede Menge Intrigen und entsprechendes Machtstreben. Aber auch Schwächen und Vorlieben, die den hehren Grundsätzen des Zaubererordens manchmal im Wege stehen. Interessant ist der Ansatz, dass alle Zauberer neben allgemeinen magischen Fähigkeiten über eine ausgeprägte Gabe verfügen. So kann Granock die Zeit anhalten, Alannah gebietet über Eis, das sie auch in Pfeilform verschießen kann, und Aldur ist der Herr des Feuers. Das Zusammenspiel dieser Eigenschaften macht die Stärke der drei Novizen aus, auch wenn sie charakterlich höchst unterschiedlich strukturiert sind.

Offene Fragen fesseln den Leser

Erzählerisch gelingt es Michael Peinkofer, den Leser mit verschiedenen Fragen zu fesseln. So wird lange offen gehalten, ob es Granock überhaupt gelingen kann, sich in Shakara durchzusetzen und den Weg zum Zauberer zu gehen. Ebenso unklar bleibt bis kurz vor Schluss, wer die Verräter im Orden der Zauberer sind, und wer die Orks in der Modermark sowie die Menschen zu den Aufständen anstachelt. Der unter falschem Namen auftretende Zauberer Rurak wird erst beim Showdown in Arun entlarvt. Die befürchtete Rückkehr des Dunkelelfen Margok ist der rote Faden, der sich durch den ersten Band der Zauberer-Trilogie zieht. Insgesamt eine runde Geschichte, die Appetit auf den zweiten Band macht.

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