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Elmar Huber
... dieses Haus ist nicht gut für dich.

Buch-Rezension von Elmar Huber Feb 2009

"Sie war völlig nackt. Ihr wunderschöner Körper war glänzend vom Regen, der noch immer niederging. Im ersten Moment dachte ich, sie würde sich erleichtern wollen. Etwas baumelte wie eine Schlange zwischen ihren Beinen hinab. Es erinnerte an eine Wurzel, war braun, fast schwarz und voller Verästelungen. Ich überlegte, wo ich so ein Ding schon einmal gesehen hatte ..."

Malte Wallbusch, Inhaber einer Kölner Werbeagentur bewohnt mit seiner Verlobten Hanna, einer ehemaligen Miss Eifel, ein altes Anwesen in der Eifel. Noch steckt er mitten in den Renovierungen, als ihn wiederholt nächtliche Geräusche aus dem Schlaf reißen, für die es keine vernünftige Erklärung gibt. Während Hanna in der Abgeschiedenheit immer mehr aufblüht und die Vorzüge der Natur genießt, vermisst Malte zunehmend das hektische Treiben der Großstadt.

Unerklärliche Vorfälle häufen sich. Was zunächst noch als Einbildung abgetan werden kann, verdichtet sich immer weiter zu tatsächlich bedrohlichen Ereignissen, die nur den Schluss zulassen, dass übernatürliche Kräfte am Werk sind. Plötzlich wird die Gegend um das Anwesen von einer geisterhaften Gestalt heimgesucht. Hanna scheint eine Erklärung für die merkwürdigen Ereignisse zu haben. Zunehmend entwickelt sie ein Interesse an Hexenkunde, immer öfter geht sie eigene Wege. Hin und her gerissen zwischen Hannas Fürsorge und den unheimlichen Ereignissen in seinem Umfeld zweifelt Malte zunehmend an seinem Verstand. Immer tiefer geraten Malte und Hanna in einen Strudel, der sein Zentrum in Maltes Vergangenheit hat.

"Doch an welcher Stelle hatte der Traum begonnen?"

Der Einbruch des Übernatürlichen in die heile Welt der Durchschnittsbeziehung wird immer wieder gerne verwendet. Uwe Voehl geht dabei so weit, die Wurzel des Übels in die Vergangenheit, ja sogar in die Verantwortung eines seiner Protagonisten zu legen. Dazu setzt er Malte der Unsicherheit aus, ob dieser seiner Partnerin trauen kann. Schützt Hanna Malte oder treibt sie ein undurchsichtiges Spiel mit ihm? Diese Frage stellt sich ebenfalls dem Leser, was einen guten Teil der Spannung von "Der Kuss der Medusa" ausmacht.

Typisch für Uwe Voehl sind Situationen, in denen sich seine Protagonisten plötzlich einer surreal gefärbten Wirklichkeit gegenüber sehen. ("Die Buchstaben ergaben einfach keinen Sinn. Sie verwandelten sich, tanzten vor meinen Augen, noch während ich sie betrachtete, und je schärfer ich sie taxierte, desto mehr wirbelten sie herum. Ich las Selleriecrèmesuppe mit pfeffergebeiztem Entenbrustfilet. In der nächsten Sekunde verwirbelten die Buchstaben zu einem undefinierbaren Smesuppe geben Entelrèusteizt mit pleriecfefferert. Und schließlich las ich daraus: Deuwelssoup nach Art des Hauses.").

Uwe Voehl ist als Autor überwiegend für Serien tätig ("Dorian Hunter" und "Coco Zamis" bei Zaubermond) und spielt auch in "Der Kuss der Medusa" formal seine handwerklichen Stärken aus. Hier wird nicht lange gefackelt. Die Personenzeichnung erfolgt knapp, eingebettet in die bereits beginnende Handlung. Auch das weitere Geschehen wird gnadenlos vorangetrieben. Insgesamt ist "Der Kuss der Medusa" sehr funktional und pragmatisch geschrieben. Wirklich tief gehende Charaktermomente bleiben aus. Leider fehlen auch einige atmosphärische Schilderungen der Landschaft. Diese hätten im Falle dieses "Eifel-Romans" durchaus Sinn gemacht. "Der Kuss der Medusa" könnte dagegen überall spielen.

"Es war der Teufel, der anklopfte."

Den Anfang eines jeden Kapitels bildet ein Stück einer unrühmlichen Episode aus Maltes Jugend. Zum Ende hin soll dies eine Erklärung für die gegenwärtigen Ereignisse liefern. Bei dieser Vergangenheitshandlung handelt es sich um einen Großteil von Uwe Voehls eigener Kurzgeschichte "Summer of Love" (in "Schwarze Herzen", mgverlag 2007), die freilich in den neuen Kontext von "Der Kuss der Medusa" gesetzt wird.

Ist dieses Selbstrecycling noch durchaus gelungen, bleiben einige andere Dinge in "Der Kuss der Medusa" auf halbem Weg einfach auf der Strecke. Einige Aspekte der Geschichte wirken, als hätte der Autor dies oder jenes unbedingt in dem Roman haben wollen, aber später keine vernünftige Verwendung mehr dafür gehabt. Auch das immerhin titelgebende Medusenmotiv wird hier in keiner Weise angemessen behandelt und wäre auch überhaupt nicht notwendig gewesen, damit "Der Kuss der Medusa" funktioniert.

Am Ende erweist sich "Der Kuss der Medusa" als mittelmäßiger Hexenroman, für den es weder Eifel noch griechische Mythologie gebraucht hätte, und der eher in die Vampir-Hardcover-Reihe des Zaubermond-Verlags gepasst hätte. Einige typische Uwe-Voehl-Momente retten den Roman dennoch vor der totalen Belanglosigkeit.

"Der Kuss der Medusa" ist Uwe Voehls erster Beitrag zur Reihe der phantastischen Eifel-Romane des KBV-Verlags, die damit 11 Romane umfasst. Das Titelbild mit der nachgestellten Doppelbelichtung wirkt leider weniger klar als die bisherigen, sehr gelungenen und atmosphärischen Cover der Reihe.

 

Der Kuss der Medusa

Der Kuss der Medusa

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