Andrade

Erschienen: Januar 2007

Couch-Wertung:

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Holger Schmidt
Solider Roman aus dem Argona-Universum

Buch-Rezension von Holger Schmidt Jun 2009

Mit "Entheete" begann der deutsche Autor Armin Rößler sein Argona-Universum. Eine Space-Opera-Reihe, die durch den markanten Stil des Autors und eine Zukunftswelt voller Rätsel Beachtung verdient. "Andrade", im Jahr 2007 veröffentlicht, ist der zweite Roman.

Die letzte Hoffnung

Ein Krieg fegt durch die Galaxis. Immer mehr Welten werden von den fremden Kotmun überrannt. Die außerirdischen Allianzen stehen dem Ansturm des Feindes machtlos gegenüber. Noch nie zuvor hat jemand einen Kotmun gesehen und konnte anderen davon berichten. Verzweiflung macht sich unter den Verteidigern breit, doch vielleicht gibt es noch eine Hoffnung: Denn schon einmal konnte ein besonderes Wesen die Kotmun besiegen: Luz Andrade. Wegen seiner überragenden, aber auch unkontrollierten mentalen Kräfte stellt Andrade eine Gefahr für sich und andere dar und wurde in einen Tiefschlaf versetzt. Eine Gruppe Wagemutiger macht sich also auf den Weg, um den Ment für die Verteidigungskräfte zu rekrutieren. Auf Basis 2, dort wo Andrade in Tiefschlaf gehalten wird, hat man jedoch andere Sorgen. Immer wieder sieht sich der Planet den mentalen Angriffen einer fremden Macht ausgesetzt, die von einem benachbarten Mond aus operiert. Niemand weiß, was sich auf dem Todesmond verbirgt. Und nur wenige haben den Mut sich dem Fremden zu stellen.

Szenerie und Dramatik

Rößler ist kein Autor, der dem Leser seine fiktiven Welten mit vielen Sinneseindrücken schmackhaft macht. Die Kulissen der Handlung bleiben meist etwas farblos. Bestes Beispiel ist hierfür ein Kapitel, in dem eine der Figuren mit seinem Raumschiff verunglückt. Doch anstatt die missliche Lage seines in seinem eigenen Schiff eingeschlossenen Protagonisten dem Leser näher zu bringen, schweift der Autor schnell in der Gedankenwelt der Figur zu anderen Überlegungen ab, die selbst wenig mit der brenzligen Situation zu tun haben. So wirkt das Überleben des Charakters letztlich etwas unproblematisch, die eigentliche Dramatik der Situation nebensächlich. Oft wünscht man sich als Leser, tiefer in die jeweiligen Szenen eintauchen zu dürfen.

Gegenüber seinem Vorgänger wirkt der Plot von "Andrade" weniger geradlinig. Die erste Hälfte des Buches unterhält zwar, lässt aber auch die Frage aufkommen, worum es eigentlich geht. Was ist der Schwerpunkt des Buches? Das Geheimnis des Todesmondes? Der Krieg gegen die Kotmun? Durch die zahlreichen handelnden Figuren ist die Richtung der Handlung lange nicht völlig klar. Wenn Rößler jedoch etwa ab Mitte des Buches eine Brücke zwischen den Ereignissen aus "Entheete" zu denen von "Andrade" schlägt, beginnt die Geschichte interessant zu werden. Mit der Suche Auldens nach seiner Artgenossin Chrom und seinem Kampf gegen die heimtückische Entheete hatte der erste Band einen deutlich zielgerichteteren Plot. Davon und von der Sympathie des Lesers für die Helden des Erstlings profitiert auch dieser Roman.

"Andrade" ist ein guter, unterhaltsamer Roman, bleibt jedoch deutlich hinter seinem Vorgänger zurück. Nicht jedem wird der trockene, sachliche Schreibstil Rößlers zusagen. Nichtsdestotrotz hat der Autor einen eigenen Stil und weckt durch vieles, das er dem Leser vorenthält, immer wieder das Interesse, noch ein paar Seiten zu lesen. Auch die geringe Seitenstärke des Buches mag dazu beitragen, dass es nie wirklich langweilig wird.

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