Die Hunde des Orion

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  • Erschienen: Januar 2009
Die Hunde des Orion
Die Hunde des Orion
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Holger Schmidt
73°

Phantastik-Couch Rezension vonJun 2009

Alte Bekannte und neue Welten

Für Fans gab es eine mehrjährige Durststrecke ohne Abenteuer der Sternenflotte. Aber jetzt ist Star Trek wieder da. Nicht nur auf der großen Kinoleinwand meldet sich die beliebteste Space Opera zurück, auch in Buchform gibt es seit 2008 wieder neue Romane in Deutschland. Während „Vanguard" einen neuen erfrischenden Blick ins Star-Trek-Universum wirft, ist „Star Trek Titan" der traditionellere Vertreter aus der „Next Generation"- Ära.

Kriegsmüde

Viele Konflikte haben die Sternenflotte im 24. Jahrhundert erschüttert. Der Krieg mit dem Dominion, der Kampf gegen die Borg und viele Auseinandersetzungen mit den Völkern des Alpha-Quadranten haben die Sternenflotte kriegsmüde gemacht. Vielleicht war auch das einer der Gründe, warum William T. Riker, der ewige erste Offizier der Enterprise, nun endlich ein eigenes Kommando akzeptiert hat. Sein Schiff, die Titan, ist eines der ersten einer neuen Baureihe. Zusammen mit einer bunt zusammengewürfelten Crew soll die Titan wieder die friedliche Erforschung des Alls aufnehmen. Endlich wieder dorthin vorstoßen, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist.

Als die Telepathen an Bord, allen voran Diana Troi, ein mentaler Hilferuf erreicht, fackelt die Titan nicht lange. Sofort eilt Riker den fremden Wesen zu Hilfe. Dabei gerät die Titan mitten hinein in einen Kampf riesiger Weltraumlebensformen gegen unerbittliche Jäger. Riker weigert sich mit anzusehen, wie die Lebensformen abgeschlachtet werden und greift ein. Und plötzlich steht die Titan zwischen den Fronten einer Jahrhunderte alten Jagd.

Doch nichts ist, wie es zu Anfang erschien. In diesem Raumquadranten hat sich ein komplexes Ökosystem verschiedenster Weltraumwesen entwickelt. Die Kräfteverhältnisse und Abhängigkeiten der einzelnen Lebensformen sind fein und vielfältig verwickelt. Nachdem die Sternenflottenoffiziere erst einmal eingegriffen haben, verstricken sie sich schnell in ein Wirrwarr aus Mitgefühl, ethischer Fragen und dem unumstößlichen Sternenflottenkodex.

Ein neuer Ansatz

Der studierte Physiker Bennett hat einen etwas anderen Ansatz als viele seiner Kollegen. Wissenschaftlich fundierte und mutige Romane in einer Serie wie Star Trek sind eher selten. Mit diesem Buch liefert der Autor jedoch auch eine interessante Geschichte zu einem ewigen Star-Trek-Thema ab: Endlich erfährt der Leser mehr über die unterschiedlichen Weltraumlebensformen, denen man schon in vielen TV Folgen begegnete.

Die Crew der Titan wird mit einem komplexen Ökosystem konfrontiert, das von einem in sich ausgewogenen Jäger-Beute-Verhältnis bestimmt wird. Dies stellt der Autor sehr eindringlich und glaubhaft dar. Der Leser kann die Verehrung der Jäger für ihre Beute gut nachvollziehen, hier gelingen dem Autor sehr eindringliche Schilderungen. Auf der anderen Seite haben die, angeblich fortschrittlichen, Sternenflottenoffiziere alle Mühe, den Ehrenkodex der Jäger zu begreifen.

Die Titan als Schiff bewegt sich stark am Rande des Glaubwürdigen. Es ist der typische Sternenflotten-Idealismus, der dem Leser viel Nachsicht abverlangt. Denn auf der Titan arbeiten mehr unterschiedliche Rassen friedlich zusammen als auf irgend einem anderen Schiff der Sternenflotte. Dass eine solche Anzahl vollkommen verschiedenartiger Aliens friedlich miteinander arbeitet, ähnliche Motive und Lebensvorstellungen hat, ist schwer zu glauben. Und nicht nur das, auch alte Feinde, wie Kardassianer, Bajoraner und Ferengi gehören der Besatzung an. Man muss mehr als ein Auge zudrücken, um dies den Autoren der Serie ab zu kaufen.

Stärken und Schwächen

Titan ist vor allen Dingen ein Wiedersehen mit altbekannten Charakteren. Nicht nur Riker und Troi von der Enterprise Picards, auch den Vulkanier Tuvok und andere bekannte aus dem Star-Trek-Universum trifft man hier wieder. Die Ausrichtung ist traditionell: Die Titan tritt das rechtmäßige Erbe der Enterprise an und entwickelt in diesem Buch durchaus Potential für weitere spannende Geschichten.

„Die Hunde des Orion" ist bereits der dritte Band der Titan-Serie. Etwas schwächer als Band 2 und besser als der behäbige erste Teil reiht sich dieses Buch in der Mitte ein. Es gibt einige Längen am Anfang und in der Mitte der Geschichte. Hier zeigt sich, dass eine reine Forschungsmission über doch 300 Romanseiten etwas eintönig wird. Verschiedene Konflikte der Crew wirken zudem aufgesetzt. Die literarische Ausrichtung des Autors scheint sicherlich zwischen den Zeilen hindurch. Jedoch sind die einfühlsamen Schilderungen der Verhältnisse der Aliens wieder sehr gelungen. Gegen Ende des Buches wird die Geschichte dann wieder etwas dramatischer und lässt den Leser zufrieden zurück.

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