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Carsten Kuhr
„Der Samurai, die Karpaten und die dunkle Magie - die Wiederentdeckung der Sword & Sorcery

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Jun 2009

Seit Jahrzehnten ist Gonji Sabataké ein Ronin - ein Samurai ohne Kriegsherr, der auf eigene Faust durch die Lande zieht. Weit hat es ihn von seiner Heimat Nippon aus nach Westen verschlagen. Er, der Meister der fernöstlichen Schwertkunst, hat vor wenig Angst - allenfalls die Geister der Vergangenheit treiben ihn um. Vampire und sonstige unheilige Wesen aber bekommen sein Sagami zu schmecken.

In den Karpaten ist er auf der Suche nach der mystischen Stadt Vedun. Hierher haben ihn christliche Priester auf seiner Suche nach dem „Wind des Todes" entsandt. Auf dem Weg schließt er sich einer marodierenden Gruppe Söldner an, sucht und findet Gelegenheit zum Kampf, auch wenn seine Gegner von Ehre, Würde oder Pflicht nichts zu halten scheinen. Als er schließlich in der unbezwingbaren Gebirgsstadt eintrifft, findet er diese besetzt vor - und er muss sich entscheiden, auf welcher Seite er sich stellt ...

Conan war gestern - jetzt kommt Gonji

Fernöstlich angehauchte Fantasy boomt zwar nicht unbedingt, doch entsprechende Werke sind in den letzten Jahren verstärkt publiziert worden. Was mit Barry Hugharts Meister-Li-Romanen (dt. Krüger und Piper Verlag) seinen Anfang nahm, mit Lian Hearns Otori-Saga (dt. Carlsen Verlag) fortgesetzt wurde und mit Kai Meyers Wolkenvolk-Trilogie (Loewe Verlag) auch das Jugendbuch eroberte, war in den 80er Jahren eine absolute Seltenheit. Damals beherrschten die Quest-Zyklen eines David Eddings (dt. Knaur und Bastei-Lübbe), eines Terry Brooks (dt. Goldmann) und eines Stephen Donaldson (dt. Heyne Verlag) in der Nachfolge Tolkiens die Regale in den Buchhandlungen.

Daneben aber tummelten sich damals auch Helden wie Robert E. Howards „Conan" (dt. Heyne Verlag) oder Fritz Leibers „Ffafhrd und der graue Mausling" (dt. Heyne und Edition Phantasia), John Jakes „Brak, der Barbar" (dt. Moewig) oder „Cane, der Verfluchte" von Robert E. Wagner (dt. Bastei-Lübbe) auf den Bücherborden. Heroic Fantasy, Sword & Sorcery (Schwert und Magie) nannte man diese Bücher, in denen muskelbepackte Recken sich mit ihre großen Schwertern in archaischen Kulturen aufmachten, ihr Glück zu suchen.

Mittlerweile ist dieses Sub-Genre fast ausgestorben. Einzig die Conan-Saga wird von den Verlagen gepflegt, dies aber auch wohl mehr, da hier der Name aufgrund der Verfilmung mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle den Lesern nach wie vor ein Begriff ist. Dass derartige Bücher ihren Reiz haben, dass die Helden durchaus auch von ihrer Anlage und Ausgestaltung her interessant und vielschichtig sind, beweist Ted C. Rypel im Auftaktband seiner Trilogie.

Ausgerechnet einer der bedeutendsten, weil eigenständigsten Phantasten, Kai Meyer, hat sich für die Reihe stark gemacht. Dass er, dessen Werke sich durch eine ganz eigene Phantasie und einen sehr bewusst eingesetzten Stil auszeichnen, sich für S & S einsetzt, mag auf den ersten Blick verwundern. Schon bald nachdem man die Lektüre aber begonnen hat, wird deutlich, warum Meyer von Gonji so angetan ist.

Mit einigen wenigen Sätzen zeichnet Rypel uns eine Gestalt, die so ganz anders, in sich widersprüchlich und interessant, ist als die austauschbaren Fantasy-Helden moderner Prägung. Das ist ein Mann, der getrieben von seiner leidvollen Vergangenheit und fußend auf seinen Überzeugungen und seiner Erziehung als Samurai in sich folgerichtig und nachvollziehbar agiert. Dazu gesellt sich das Bild einer interessanten, weil lebensecht ausgestalteten Welt.

In der sehr einfühlsamen Übersetzung von Thomas Schichtel, die auch stilistisch den Roman sehr sorgfältig ins Deutsche überträgt, nimmt uns Gonji schnell mit seinem Wesen gefangen. Zusammen mit ihm, dem Mann, der sich oftmals über seine Gegner und Verbündeten wundert, der ihrem selbstsüchtigen, von keinerlei Skrupel oder Gewissen gebremstem Handeln nur zu oft ratlos gegenübersteht, begegnen wir einer Welt, in der Magie ebenso wirksam ist wie die Macht der Kirche, Könige wie Piraten um Einfluss und Schätze kämpfen und Vampire und fliegende Bestien unserem Helden nachstellen.

Das packt den Leser mit seiner erzählerischen Wucht, mit seinem Tempo und den faszinierenden Einblicken in Psyche und dem rauen Charme der Karpaten. Eine der mit Sicherheit intelligentesten und bestgeschriebenen Varianten dieses Subgenres .

Der Wind des Todes

Der Wind des Todes

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Letzte Kommentare:
02.12.2009 19:12:19
netzhog

Ein Buch, mit ups-&-downs.
ich könnte mich in dieses Buch eigentlich nie verlieren, kein gefahr von schlaflosen Nächte, kein page-turning fieber. ok - muss ja auch nicht immer sein!
Leider habe ich zur keine Zeit, eine tief gehende Interesse an irgend eine Charakter gebildet. Es gab eine faser mitten ins Buch, wo ich mich fragte ob es überhaupt noch ob für mich & dieses Buch einen "End" geben wird.
Aber TC-Rypel hat es verstanden zum Schluß, genau wie am Anfang, gerade soviel zu tun, um meine interesse am Leben zu halten. Ob ich damit gut leben kann? - ist eine andere Frage!
Irgendwie war das Buch mir aber dennoch sympathisch. Ich fange auch mit den zweiten Buch diese Reihe an. Ich hege dabei die Hoffnung aus eine großzügig ausgelegte "Solid" noch eine "gut" beweten zu können.
Letztendlich meine Endbeurteilen, und die ist das wichtigste eigentlich wird wohl noch ein bisschen auf sich warten lassen mussen.
Vorerst bleibe ich dabei. Großzugig ausgedruckt - eine nicht gerade aufregende "solid"

17.09.2009 08:20:13
mase

Ein Ronin zieht mit Pferd und Schwert durch Europa, schliesst sich Söldnerarmeen an, um irgendwann sein Ziel zu erreichen. Nämlich die Stadt Vedun in den Karpaten.
Der Leser weiss ausser seinem Namen und dem vom Pferd lange Zeit überhaupt nichts. Warum er seine Heimat verlassen hat, warum er zum Ronin wurde, wie lange er schon unterwegs ist, oder was er in Vedun zu finden hofft. Mir kam es vor, als würde ich nicht den 1. Teil lesen, sondern viel weiter fortgeschritten in die Story einsteigen. Es war wie ein Blindflug und machte es für mich sehr schwierig, in die Story zu finden, ohne jegliches warum – auch auf die Beschreibung von Menschen, Kleidung, Umgebung, usw. legt Rypel nicht viel wert.

Ich musste mich also bis weit über hundert Seiten durckkämpfen, bis ich mich an die Schreibe, die „verschiedenen Sprachen“ und die „Gedankensprache“ von Gonji gewöhnt hatte, aber danach hat es mich absolut überzeugt, denn ich meine beim Start der eigentlichen Geschichte (Vedun), wird Rypels Stil auch eingängiger.

In Vedun angekommen lässt Rypel die Geschichte nach altem Rezept gekonnt abspulen: Fremder betritt die Stadt – Einwohner sind argwöhnisch – Stadt wird von Bösewichten bedroht – Fremder freundet sich mit Einwohnern an – schliesslich hilft er den Schwachen.

Rypel mischt aber noch einige Unbekannte in diese alte Mischung, so dass genügend Stoff für die Fortsetzung vorhanden ist.

Alles in allem: Gewöhnungsbedürftiger, eindringlicher Schreibstil und interessanter Protagonist. Teils mangelnde Beschreibungen der Umgebung, Personen und Kreaturen – aber es genügte (vor allem dank der 2. Hälfte), um mich auf das zweite Abenteuer mit Gonji neugierig zu machen.

16.08.2009 14:08:12
Der_Franke

Super Sword & Sorcery Neuentdeckung


Story: Natürlich stützt sich die Geschichte von Gonji auf einige Parallelen zum typischen Sword & Sorcery Storyaufbau, hat aber viele neue interessante Ideen, die für Abwechslung sorgen und das Lesen zum großen Spaß werden lässt. So erfährt erst langsam dann immer mehr vom Charakter des herumziehenden Ronins.

Schreibstil :,,Gonji“, ist vor allem eines: phänomenal gut geschrieben! Meist kurz, mit passenden Worten beschreibt T.C RYPEL gekonnt die Geschichte.
Der Stil lässt den Leser besonders bei den nicht zu kurz geratenen Kämpfen mitfiebern.

Welt: Die Geschichte spielt in einer phantastisch bewirkten Form des europäischen Mittelalters, das vom Ende des 16 bis zum Anfang des 17 Jahrhunderts eingeordnet werden kann.

Charaktäre: Die Handlung ist völlig auf Gonji zugeschnitten und wird fast zu 100% aus seiner Sicht erzählt. Gedankliche Monologe lassen von seinen Charakterzügen erfahren.
Besonders witzig sind die in verschiedenen Sprachen vorkommenden Kommunikationsversuche Gonjis geraten.

FAZIT: Gonji ist ein Buch, das Witz, Spannung, Kampf und einen äußerst interessanten Helden sowie Hintergrund zu bieten hat.
Das Genre kann einen Schuss vom guten alten ,,high adventure“ nur zu gut gebrauchen, so machen einem zu viele Zauberlehrlinge, zu viele Elfenprinzessinen und zu viel Vampirgeschmuse die Phantastik längst madig.

12.08.2009 18:47:37
ElRascalito

Wow, man kann Kai Meyer wirklich nur für seine Beharrlichkeit danken, indem er Rypel ausfindig machte und ihn dazu überredete, dass Gonji ins Deutsche übersetzt wird.
Diese Fantasyserie aus den 80ern hat mich beeindruckt, ist der Hauptcharakter nun doch nicht gerade der typische Held/Protagonist, den man normalerweise kennt. Der Samurai Gonji Sabatake mag vielleicht stellenweise wirklich übermächtig erscheinen aufgrund seiner Schwertkunst, negativ fällt das in diesem Rahmen jedoch nicht auf. Das Szenario finde ich ganz spannend, dieses transsylvanische Gebirge, das Leben in dem Söldnerheer, die Darstellung der Stadt Vedun. Sabatake scheint einiges erlebt zu haben (man kann nur hoffen, dass mit deutschem Erfolg auch eine Veröffentlichung der Prequel-Trilogie möglich wird) und wird sogleich in das nächste Geschehen geworfen. Neben "realistischer" Weltdarstellung wird dem Leser auch immer ein Hauch des Mystischen geboten (sei es Vampyr, Lindwurm, schwarzer Magier), ohne dass es bisher überhand nimmt, was automatisch auch den Reiz ausmacht (da der Einsatz besonders erscheint).
Besonders fasziniert hat mich die Sprachgewalt, die Rypel hier liefert und zugleich deswegen Applaus an die (in meinen Augen) überragende Übersetzung (auch wenn ich das englische Original noch nicht gelesen habe). Einfach toll beschrieben, sei es die Gestaltung der Umgebung oder die stetigen Selbstkonflikte, die der Protagonist durchlebt und welche zugleich die japanische Mentalität der Ehre immer wieder in den Vordergrund schiebt, brüchstückenhaft die Vergangenheit des Akteurs offenbart.
Die Allianz-Entscheidung Gonjis am Ende ist ein interessanter "Cliffhanger", der viel Spekulations- und Entwicklungsspielraum für die Fortsetzung bietet. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es in Vedun weitergeht und freue mich jetzt schon auf den 2. Band.