Die dunkle Macht des Mondes

  • Cora
  • Erschienen: Januar 2009
Die dunkle Macht des Mondes
Die dunkle Macht des Mondes
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Eva Bergschneider
48°

Phantastik-Couch Rezension von Eva Bergschneider Jun 2009

„Viel Herzschmerz, wenig Biss

Stapelweise liegen sie derzeit auf den Präsentiertischen der Buchhandlungen: Romantic-Fantasybücher mit Vampiren in der Hauptrolle. Was immer man davon halten mag, man sollte Stephenie Meyer zugestehen, dass ihre „Biss"-Bücher Trendsetter waren.

Die Amerikanerin Susan Krinard ist eine der Autorinnen, die in ihren Romanen ebenfalls die Liaison zwischen Vampir und Mensch thematisiert. Allerdings verbindet sie dieses Thema in „Die dunkle Macht des Mondes" (orig.: „Dark of the Moon") mit einer historisch-mystischen Krimihandlung. Der Klappentext lässt außer Herzschmerz auch Spannung erhoffen.

Zwischen den Fronten der Strigoi

1926 ist es auch in New York alles andere als selbstverständlich, dass Frauen als Reporterinnen arbeiten. So bekommt Gwen Murphy lediglich die unwichtigen Artikel auf den letzten Seiten zugewiesen, was sie nicht daran hindert, an einem wichtigen Mordfall zu recherchieren. Es ist das Vermächtnis ihres Vaters Eamon, das Gwen umtreibt. Ebenfalls Reporter, untersuchte er mysteriöse Mordfälle, bei denen blutleere Leichen zurückblieben.

Nun sind drei weitere in der Hafengegend von Hell`s Kitchen aufgetaucht. In der finsteren Gegend will Gwen einen Informanten treffen, landet statt dessen jedoch im brackigen Flusswasser. Dorian Black errettet sie und dieser Mann ohne Vergangenheit fasziniert die Reporterin sofort. Black will, kann aber nicht verhindern, dass Gwen die Tür zu einer Unterwelt aufstösst, die nicht nur nach Blut dürstet, sondern in der Klanchefs der Vampire nach Macht streben, um die sie mit sinistren Mitteln kämpfen.

Thriller oder Schmonzette?

Susan Krinard baut die Handlung in „Die dunkle Macht des Mondes" auf einer Mischung aus Krimi und Vampirmysterien auf. Gwen folgt den Spuren ihres verstorbenen Vaters, der offenbar geheime Dokumente fand, die ihn an eine Blutsekte glauben ließen. Zugleich lernt der Leser durch Dorians Rückblicke in seine Vergangenheit die Welt der Strigoi, ihren Umgang mit dem schwachen Menschengeschlecht und die Kämpfe rivalisierender Klans kennen. Doch leider verliert sich der zunächst gesponnene rote Faden bald. Die Frage, ob die Klans oder andere hinter den geheimnisvollen Morden stecken, ist nicht mehr die Entscheidende. Die konfliktträchtige Liebe zwischen Mensch und Vampir bestimmt zunehmend das Geschehen.

Über endlos lang erscheinende Seiten wird Gwens und Dorians auf- und abflackernde Liebesbeziehung ausgewalzt. Die Autorin baut Sequenzen ein, die allein diese Thematik bedienen und die restliche Handlung nicht weiter bringen, sogar zur Farce werden lassen. Auch in „Die dunkle Macht des Mondes" tritt ein Vampirjäger auf. Leider beschränkt sich seine Bedeutung darauf, ein Kraut aus unbekannter Quelle zu reichen, das die Verbindung zwischen den Liebenden trennt, damit sie anschließend wieder umeinander schwirren können. Dieser Teil liest sich wie eine Endlosschleife, langweilig, und wird auch durch die eingebauten Erotikszenen nicht interessanter.

Schade, hier hat die Autorin ganz klar die Chance verpasst, Vampirromatik mit einer originelleren Note zu präsentieren. Ihr Aufbau der Geschichte vor der historischen Kulisse New Yorks in den 20er Jahren hätte das Potential gehabt, sich zu einem spannend-romantischen Abenteuer zu entwickeln, leider nutzt die Autorin diese Möglichkeiten zu wenig. Sprachlich ist die deutsche Ausgabe dieses Romans recht simpel gehalten, soll jugendlich und schwungvoll wirken, gerät allerdings zum Teil eher platt. Insgesamt hält „Die dunkle Macht des Mondes" trotz einiger guter Ideen nicht, was auf dem Cover versprochen wird. Die anfänglich spannende Handlung verliert sich in Emotionen, die sich zu oft im Kreis drehen, um dramatisch zu wirken.

Die dunkle Macht des Mondes

Susan Krinard, Cora

Die dunkle Macht des Mondes

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