Tarean - Ritter des Ersten Lichts

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  • Erschienen: Januar 2009
Tarean - Ritter des Ersten Lichts
Tarean - Ritter des Ersten Lichts
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Carsten Kuhr
68°

Phantastik-Couch Rezension von Carsten Kuhr Jul 2009

Questenfantasy wird befriedigend abgeschlossen

Eigentlich wollte Tarean nur einer traurigen Pflicht genügen. Im letzten Kampf gegen den Widersacher opferte sich das Irrlicht Moosbeere, die er, das weiß er nun, heiß und innig geliebt hat. Ihrem letzten Wunsch folgend, bringt er ihren Leichnam nach Hause. Um so erfreuter ist Tarean, als er dann im Reich des alten Waldes erfährt, dass sich die Seele von Moosbeere in seinen Leib geflüchtet hat, dass sie selbst von den Toten wieder auferstehen kann. Doch die Zeit, in der sein Körper den Geist des Irrlichts beherbergt hat, ließ ihn nicht unberührt. Ein Teil der alten Macht verblieb in ihm, Kräfte, die zu nutzen er noch nicht gelernt hat. Dabei bräuchte er das Wissen so nötig.

In Gongathar, der uralten, scheinbar verlassenen Stadt, erwachen Mächte, die so alt sind wie die Schöpfung selbst. Es gibt nichts auf der Welt, das ihnen auf Dauer widerstehen kann. Nicht die wilden Nomadenkrieger der katzenförmigen Kazzach noch die Flugschiffe der hundeköpfigen Nondurier können den von einem schwarzen Werbären geführten untoten Kriegern standhalten. Selbst die Kristalldrachen sind dem Bösen gegenüber, das die Leiber der Gefallenen benutzt, um seine Truppen zu rekrutieren, hilflos. Nur das Erste Licht, aus dem alles geschaffen wurde, eine Macht des Guten, verheißt Hoffnung.

So machen Tarean und seine Freunde sich erneut auf die Queste, die Welt vor einer Bedrohung durch den Schatten zu retten. Zunächst gilt es, die seit ihrer Niederlage verborgen lebenden letzten Ritter der Kristalldrachenordens aufzuspüren und sich ihrer Hilfe zu versichern. Verfolgt von schwarzen Dunkelgeistern suchen sie nach Questoi, dem ewigen Wanderer. Dieser weist den Gefährten den Weg, doch dieser ist gefährlich und steinig. Wird es Tarean erneut gelingen, dem Bösen Einhalt zu gebieten? Welche Opfer werden ihm und seinen Freunden dieses Mal abverlangt werden?

Altbekannte Versatzstücke in eigenem Gewand

Bernd Perplies bewegt sich mit seiner Tarean-Trilogie in vertrauten Bahnen. Ich meine dies nun auch gar nicht negativ, sondern stelle lediglich fest, dass der Autor uns eine Questen-Fantasy offeriert. Nun ist der Markt leidlich gesättigt, dennoch suchen gerade Leser, die ihren "Herrn der Ringe" oder die Serien eines David Eddings oder Dave Duncans genossen haben, immer nach weiterem entsprechenden Lesefutter.

Die Grundanlage ist demgemäss bekannt. Eine gemischte Truppe junger Helden zieht aus, ihre Welt vor dem Bösen zu bewahren. Auf seinem Weg trifft unser Held auf ungewöhnliche Verbündete mit unbekannten Kräften, sichert sich eine magische Waffe, trifft Elben, Drachen und Zauberer, bevor er sich in einem spannenden Finale dem Bösen stellt und es, unter Opfern, versteht sich, besiegt.

Dieses Grundrezept nutzt Perplies nun auch in seinem die Trilogie abschließenden dritten Teil erneut. Innerhalb eines Jahres muss sich so der Sohn des Verräters zum wiederholten Male dem Bösen stellen. Ein wenig unglaubwürdig ist die Massierung natürlich schon. Aber wir befinden uns im Reich der Phantasie und hier kann bekanntlich alles passieren.

Dass die Gegner immer bedrohlichere Ausmaße annehmen, wirkt ein wenig, nennen wir es einmal ungeschickt. Dabei fällt auf, dass Tarean selbst die Ereignisse und seinen Aufstieg zu Ruhm und Ehre erstaunlich gelassen wegsteckt. Hier hätte ich mir ein wenig mehr und deutlichere Selbstzweifel gewünscht.

Gut gelungen fand ich dann, dass der Autor seinen umfangreichsten Band der Reihe dazu genutzt hat, uns neue Gegenden und Völker seiner Welt vorzustellen. Über ein im Norden lebendes, wildes Clanvolk hätte ich gerne mehr erfahren, und auch die Mutter der Elbin Auril, selbst Kristalldrachenritterin, wusste mich mit ihrer burschikosen Art in ihren Bann zu ziehen. Hier spielt der Autor geschickt mit üblichen Fantasy-Schemata und verblüfft seine Leser immer wieder.

Die interessanteste Figur des Roman aber bildete nicht etwas Tarean, Moosbeere oder einer des Bösewichter. Mit Questoi, einem etwas anderen Magier, hat mich Perplies überrascht. Ein blinder Weltenbummler, der in seiner oberflächlich scheinenden Art so ganz anders daherkommt als der würdige Gandalf und Co, warf weit mehr Fragen auf, als er beantwortete. Vielleicht begegnen wir ihm ja in einem der anderen Romane des Autors einmal wieder - schließlich weiß er ja zwischen den Universen zu wandeln.

Die Handlung selbst wird befriedigend, allerdings mit einem mir etwas zu kitschigen Finale, abgeschlossen und bietet sich stilistisch gereift an, so dass der Leser letztlich befriedigt das Buch zuschlägt.

Tarean - Ritter des Ersten Lichts

Bernd Perplies, -

Tarean - Ritter des Ersten Lichts

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