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Carsten Kuhr
„Neues Lesefutter für jugendliche Herr-der-Ringe-Fans

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Jul 2009

Die königlichen Halbelben, die Zwillinge Daron und Sarwen, leben am Hof ihres Großvaters und lassen es sich gut gehen. Obwohl ihr mehr als rüstiger Opa immer wieder versucht, die beiden - insbesondere Daron, den er als Thronfolger auserwählt hat - zu überreden, endlich weiter zu wachsen, genießen es. die Zwillinge, weiterhin Kinder zu sein. Relativ unbeschwert und vor allem frei von großer Verantwortung leben sie in den Tag hinein. Kürzlich erst haben sie ein Riesenfledertier gefangen. Nun gilt es Rarax, wie sie das Tier genannt haben abzurichten und zu zähmen. Doch anders als die EIbenpferde lässt sich der Riesenflederer nicht so einfach mittels Gedankenkontrolle lenken. Auf einem Ausflug schüttelt er die geistigen Zügel ab und braust, die Kinder auf seinem Rücken, bis ins ferne Wilderland. Hier wirft er die Zwillinge ab und fliegt frei jeglicher Kontrolle weiter. Unsere beiden tapferen EIbenkinder sind nun erstmals ganz auf sich selbst gestellt. Bedroht von der unbekannten Flora und Fauna, verfolgt von Trorks, Mischwesen aus Trollen und Orks, machen sie sich auf den langen Weg zurück nach Hause. Dann aber begegnen ihnen Halblinge und das Kleinvolk und berichten von einem riesigen Vogel, der ihnen ihr magisches Juwel gestohlen hat. Eine Katastrophe, haben die magischen Kräfte des Juwels die Dörfer der Kleinlinge doch vor den Trorks geschützt. Unseren beiden Helden ist klar, dass sie als Schuldige nicht umhinkommen, dafür Sorge zu tragen, dass der Schutz erneuert wird. Die Spur von Rarax führt mitten hinein ins Reich des Knochenherrschers...

Fantasy der gewohnten Art in einem exotischen Setting

Alfred Bekker begann seine Schriftstellerlaufbahn im Heftbereich. Nach etlichen Veröffentlichungen im Rahmen von Grusel- und SF-Serien begann er parallel dazu zunächst bei Ueberreuter Jugendbücher zu schreiben. Bei Egmont-Lyx folgte auf seine historischen Jugend-Krimis dann seine EIbentrilogie (Das Reich der Elben / Die Könige der Elben / Der Krieg der Elben). Die Geschichte schien erzählt, und doch boten gerade die beiden Halbelfen sich für eine Fortsetzung an. Sieben dünne Hardcover zu einem unschlagbaren Preis sollen es einmal werden, in denen der Autor über die weiteren Abenteuer der königlichen Sprösslinge berichtet.

Wie schon in seinen SF-Romanen spielt der Autor auch vorliegend seine Stärke aus. Die Beschreibung fremder Wesen in einer exotischen Umgebung bietet ihm breiten Raum für seine Fabulierkunst. So ist es denn auch die Beschreibung des Wilderlands, die maßgebend zur Faszination, die der Text auf den Leser ausübt, beiträgt. Während die Handlung selbst vorhersehbar bleibt, die Gestalten zumeist eher dürftig ausgestaltet werden, vermochte mich die Beschreibung der Wildnis und ihrer Bewohner in ihren Bann zu ziehen. Das Gebotene richtet sich sprachlich wie inhaltlich an ein Publikum ab 10 Jahren, denen ein rasant ablaufendes Abenteuer geboten wird, in dem sie zusammen mit ihren jugendlichen Identifikationsfiguren zusammen das Böse bekämpfen können.

 

Das Juwel der Elben

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