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Carsten Kuhr
Urban Fantasies und kein Ende

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Dez 2009

Marla Mason, ihres Zeichens die Oberhexe von Felport, ist zurück in ihrer Heimatstadt. Nach dem Ausflug in die Bay Area ist nun wieder Business as usual angesagt. Keine Sukkuben, die sie verführen, keine Pornomagie und schon gar kein magiermordender Unbekannter sind ihre Gegner. Nun gilt es wieder die Normalen vor den schlimmsten Auswirkungen der übernatürlichen Welt zu schützen, und die egozentrischen Magierkollegen auf Linie zu bringen.

Doch, wie dies im Leben und in den Büchern nun einmal so ist, nichts währt ewig, und Überraschungen bringen Würze in Leben - ob man nun will oder nicht. Das Unheil beginnt damit, dass eine magisch Begabte aus dem Gefängnis ausbricht, in das die junge Frau vor fünfzehn Jahren katatonisch nach einer Vergewaltigung eingeliefert wurde. Dass es sich bei Genevieve um eines der seltenen Talente handelt, das die Realität selbst umgestalten kann, erleichtert die Suche nach ihr nicht wirklich. Burgen materialisieren mitten im Berufsverkehr auf den Highways, Normale wie Magier werden in Orangenhaine entführt.

Damit nicht genug hat ein rivalisierender Magier einen Killer auf Marla angesetzt - nicht irgendeinen Sniper versteht sich, sondern ein ehemaliger Zeitattentäter ist damit beauftragt worden, ihr das Lebenslicht auszublasen. Da kommt es geschickt, dass sie, die sich sonst seit Jahren allein mit ihrem Vibrator vergnügte endlich wieder einen Mann in ihr Bettchen lässt. Dass es sich dabei aber ausgerechnet um einen magischen Liebesflüsterer handelt passt dann aber schon wieder eher ins Bild einer Frau, der das Schicksal übel mitspielen will. Als dann noch die Personifizierung des Vergewaltigers als neuer Weltherrscher die Stadt an sich reißen will, ist endgültig Schluss mit lustig ...

Einen Gang zurück, doch dafür ein schwieriges Tabuthema angeschnitten

Die skurrile, ganz eigene und vor Einfällen nur so strotzende andere Urban-Fantasy-Saga geht in ihre zweite Runde. Nach den mitreißenden Abenteuern an der Westküste ist unsere Magierin dabei wieder in ihre eher beschauliche Heimat zurückgekehrt.

Insoweit lernt der Leser dieses Mal eine ganz andere Marla kennen als im Auftaktband. Hier in Felport ist sie als Beschützerin der Stadt und Magieroberhaupt die Entscheidungsträgerin schlechthin, sitzt gefestigt in ihrer gewohnten Umgebung. Hier muss der Leser umdenken, sich auf ein ganz anderes, für ihn neues Szenario einstellen. Das nimmt insbesondere zu Beginn des Romans auch einiges an Platz ein. Der Autor muss die Umgebung und die Handelnden einführen, ihr Begleiter vom ersten Band tritt eine Reihe zurück, dafür geraten neue Helfer und Gegner ins Rampenlicht. So sehr man als Kritiker und Leser genau dies von den Autoren immer fordert, so schwer tut man sich dann mit der Erfüllung seiner Wünsche. Es dauert einfach lange, bis man sich in der Handlung zurechtfindet, die Personen einschätzen und dem rasanten, sich ständig neu orientierenden Geschehen wirklich Sinn abgewinnen kann. Erst in der Rückschau rückt so manches Puzzleteil an seinen Platz, werden die Zusammenhänge deutlich. Das nimmt gerade zu Beginn des Romans Tempo aus dem Plot, verwirrt fast ein wenig durch viele Fakten, mit denen sich der Leser auseinandersetzen muss.

Anders als im ersten Teil kompensiert der Autor dies vorliegend auch nicht mit markanten, charismatischen Personen. Ein Technozauberer, ein Liebesflüsterer und ein Attentäter, das wirkt im Vergleich zu den Dämonen und uralten Wesen des vorhergehenden Romans fast ein wenig hausbacken. Alles wirkt eine Nummer kleiner, nicht unbedingt beschaulicher, aber doch nicht ganz so gefährlich und mitreißend wie in Hexenzorn.

Ich will aber beileibe nicht nur kritisieren. Pratt greift im Roman ein ernsten Thema, ja ein heißes Eisen an. Die Opfer von Vergewaltigung von Missbrauch und die Art und Weise, wie diese mit dem Erlebten umgehen müssen, wie sie für ihr ganzes Leben durch unsichtbare Narben gekennzeichnet sind, wird sehr einfühlsam und durchaus ergreifend thematisiert. Das ist, gerade für einen Fantasyroman ein ungewöhnliches Topic, das der Autor aber sehr geschickt und stimmig in seine Geschichte einbaut.

Insoweit also ein Buch, das nicht ganz mit dem ersten Teil mithalten kann, aber andere und vor allem neue Akzente setzt und sich unterhaltsam und letztlich spannend mit einem ernsten, oft vernachlässigten und verdrängten Thema auseinandersetzt.

Hexengift

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Letzte Kommentare:
11.05.2010 23:57:28
Nic

Hexengift schafft es leider nicht ganz an den Witz des ersten Teils anzuknüpfen. An sich ist es dennoch kein schlechtes Buch und bietet interessante Einblicke in die geliebte Stadt der Protagonistin. Was mich persönlich am meisten enttäuscht hat war das (in meinen Augen) schwachsinnige Ende. Dabei wurde das Hauptproblem zwar elegant gelöst, aber die Sache mit Joshua ist wie gesagt schwachsinnig. 70 Punkte