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Peter Kümmel
Böse gegen Böse

Buch-Rezension von Peter Kümmel Dez 2009

1998 wurde Michael Maranos einziger Roman "Dawn Song" mit dem rennomierten "Bram Stoker Award" sowie dem "International Horror Guild Award" ausgezeichnet. In Deutschland fand der Autor mehr als zehn Jahre lang keine Beachtung. Nun, 2009, erschien der Roman im Suhrkamp Verlag in deutscher Übersetzung. "Dawn Song" bildet den Auftakt der von Dietmar Dath herausgegebenen neuen Reihe "Newgothic".

Dezember 1990 - Winter in Boston. Der homosexuelle Lawrence ist gerade erst von Providence nach Boston gezogen, weil seine dortige Beziehung in die Brüche ging. Wegen Streitigkeiten mit seiner Familie versucht er dort einen Neuanfang als Verkäufer in einer kleinen Buchhandlung. Doch das Geld ist knapp und auf der Suche nach einer neuen Liebe muss er eine üble Erfahrung machen.

Im gleichen Haus wie Lawrence lebt die "Sukkuba", ein weiblicher Dämon, in verschiedenen Masken auf der Suche nach attraktiven Männern, die mit dem Leben bezahlen müssen, wenn sich die Sukkuba mit ihren paart.

Beeindruckender Stil - dünner Plot

Der immerwährende Kampf zwischen "Gut" und "Böse" ist das zentrale Thema vieler Horror-Romane. Maranos "Dawn Song" macht da eine Ausnahme, denn hier bekriegen sich "Böse" und "Böse", das "Gute" spielt keine Rolle, die Opfer sind nur "Opfer" - Menschen, die zur falschen Zeit am falschen Platz waren, Einzelschicksale belangloser Nebenfiguren.

Die "Sukkuba" steht im Mittelpunkt des Romans - eine Dämonin, die es als Handlangerin eines stärkeren Dämons mit einem anderen Dämon zu tun bekommt. Zwischen diesen beiden Mächten stehen einzelne Charaktere, deren Seele entweder von der Sukkuba eingesogen wird oder die unter dem Zwang einer stärkeren Macht grausame Morde begehen.

"Rot melierte in Backsteinmauern. Nachtgrau wandelte sich zum bleichen Schattengrau des Tages. Schwarz glänzte in dem Blutschorf an seiner Hand. Es hatte aufgehört zu schneien, und Lawrence merkte, dass er im Schnee eine verborgene Musik gehört hatte. Die Stille war profund, die Stille war ein Schmerz. Er rief seine Geliebte, die ihm im Geiste so nah war, so schmerzlich fern im Fleisch."

Vor dem Hintergrund des Golfkriegs beeindruckt Marano mit einer ausladenden stilistisch außergewöhnlichen Sprache. Seine wortgewaltigen Beschreibungen erzeugen beim Leser Bilder von Schönheit und Grausamkeit, doch der Spannungsbogen bleibt weitgehend flach.

Dies liegt hauptsächlich daran, dass der Leser keinerlei Beziehungen zu den größtenteils stereotypen Charakteren aufbauen kann. Einzig Lawrence kann ein paar Farbtupfer setzen, wirkt aber charakterlich zu schwach, um beim Leser mehr als Mitleid erzeugen zu können. Häufig wechselnde Schauplätze und Perspektiven, immer wieder neue Personen, die sich beim Leser nicht festsetzen können, das hilft nicht, den Leser zu fesseln. Immer wieder entstehen gute Ansätze - ein Lehrer, der sich für eine unterdrückte Kollegin einsetzt, doch sich selber im Moloch Schule nicht behaupten kann - doch die einzelnen Stories verlaufen meist im Sande oder enden mit der Vernichtung ihrer Personen. Je näher die heilige Nacht kommt, je mehr Blut fließt, desto zäher zieht sich das Geschehen. Nach und nach werden die einzelnen Charaktere Opfer des einen oder des anderen Dämons.

Marano ist ein beeindruckender Erzähler, ein toller Stilist, doch ist der Plot, den er in "Dawn Song" erzählt, einfach zu dünn für ein Werk von fast 600 Seiten.

Dawn Song

Dawn Song

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