Gezeichnet

Erschienen: Januar 2009

Couch-Wertung:

80°
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Verena Wolf
Auf ins Blutsauger-Internat!

Buch-Rezension von Verena Wolf Apr 2010

Der Vampirwahn reißt nicht ab. Allerdings war das nach den Bis(s)-Büchern auch noch nicht zu erwarten. Dass Vampire neuerdings mit Y geschrieben werden, hat sich seit Charlie Hustons Büchern um Joe Pitt ziemlich breit gemacht. Kann also diese neue Serie von P.C. Cast und Kristin Cast aus der Masse der "Vorsicht-ich-beiß-Dich" und Jungmädchen-Fantasy-Romanen herausstechen oder ist es nur wieder ein müder Abklatsch, der mit der Vampirwelle schwimmt, solange Spitzzahnromane noch so gut laufen? Zugegeben, ich war skeptisch: Ein Mädchen mit einer Mondsichel auf der Stirn, eine Parallelwelt fast wie unsere, nur eben ein bisschen anders: klassische Urban Fantasy, die bös ins Auge gehen kann. Ein "House of Night", in dem alle Gezeichneten leben müssen und eine Göttin, die unserer Heldin ganz besondere Fähigkeiten gibt. Es klingt nach ziemlichen Schund.

Teenager-Vampyre von heute

P. C. Cast und Kristin Cast leben in Oklahoma und sind Mutter und Tochter, die zusammen als Autorenduo schreiben. Sie schreiben über Teenager und für Teenager und versuchen das auch gar nicht zu verbergen. Die Sprache ist modern, schnoddrig, es gibt Handys und Schminkprobleme, dumme Zicken und Jungs, nach denen man sich gern umdreht. Das Mutter-Tochter-Duo bringt die Probleme und die Sprache auf den Punkt und haut nie peinlich daneben. Die Teenager-Highschool-Geschichte bekommt dadurch Schwung, dass alle Schüler und Schülerinnen Vampyr-Anwärter sind und darum alles ein wenig unheimlicher, gruseliger und attraktiver ist. Schon allein große Pausen nachts im Mondenschein: das ist doch mal was. Klar, das Konzept ist bekannt. Ähnlich, wie Harry Potter und Konsorten in Hogwarts zu richtigen Magiern ausgebildet werden und wilde Sachen erleben, sind es hier halbfertige Vampyrschüler, die ihre Probleme und Erfolge haben, Freundschaften knüpfen und sich behaupten müssen. Aber das macht ja nichts: das Internat-Konzept geht voll auf. "House of Night" bewegt sich irgendwo zwischen Vampire Diaries und Highscool-Serien und das äußerst zielsicher. Vampyre stehen außerdem ganz normal auf Junkfood und Cola, der Blutdurst kommt erst nach und nach. Das ist doch mal beruhigend.

Flapsiger Serienauftakt ohne Überdosis Romantik

Das Mutter-Tochter-Autorengespann kann wirklich schreiben! Das ist der absolute Pluspunkt. Ohne es recht zu merken, ist man schon mitten drin in der Geschichte und liest immer weiter, einfach weil man Spaß dabei hat. Es ist keine große Literatur? Na und! Auf jeden Fall ist es keinerlei Wiederaufwärmen der Bis(s)-Bücher, sondern moderne und hochgradig unterhaltsame Urban Fantasy. Der erste Band von "House of Night" versucht erst gar nicht die Romantik der Stephenie-Meyer-Bestseller nachzuahmen, Zoey ist vielmehr ein Mädchen, das im Leben steht und selbst darüber überrascht ist, ganz seltsame Fähigkeiten zu entwickeln, viel schneller als ihre Mitschüler. Ähnlich wie Peter Parker gönnt man ihr diese Einmaligkeit. Dank Vampygöttin Nyx und einem kräftigen Schuss Indianerblut wird sie die coole Supervampyrin, die den doofen eingebildeten Möchtegern-Schicksen mal zeigt, wo es lang geht. Gekonnt werden schon in Teil Eins neue unheimliche Themen angerissen: Was passiert mit den Vampyren, die sterben, weil sie die Verwandlung nicht überstehen und wird Zoey vielleicht nur benutzt, wie eine - wenn auch unsympathische - Mitschülerin glaubhaft behauptet? Das erfährt man in "Gezeichnet" noch nicht. Aber hey, man muss mich nicht wirklich überreden, Teil Zwei "Betrogen" zu lesen.

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