Der schwarze Reiter

  • Piper
  • Erschienen: Januar 2009
Der schwarze Reiter
Der schwarze Reiter
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Andreas Kurth
70°

Phantastik-Couch Rezension vonJul 2010

Traditionelle Fantasy mit Unterhaltungswert

Als der frisch zum Ritter geschlagene Aldric Talvalin nach einem blutigen Wirtshausstreit die heimatliche Burg Dunrath erreicht, findet er die Besatzung hingemetzelt vor. Nur sein Vater lebt noch, ist aber dem Tod nahe. Auf dem Sterbebett lässt dieser den Sohn Rache für den heimtückischen Überfall schwören. Aldric flieht, wird aber bei einer Verfolgungsjagd durch einen Pfeil schwer verletzt. Er schleppt sich mit letzter Kraft weiter, und wird schließlich von dem Zauberer Gemmel gefunden und gesund gepflegt. Durch einen Gedächtniszauber erfährt dieser die Vorgeschichte, und beide entkommen gerade noch rechtzeitig vor dem Eintreffen der Verfolger. Sie ziehen sich in eine Zaubererhöhle zurück, wo Aldric während der nächsten zwei Jahre von Gemmel ausgebildet und unterrichtet wird.

Reise zum Drachenhort

Derweil haben die Zauberer Duergar Vathach und Kururr cu Ruruc - der von Duergar aus dem Reich der Toten zurück geholt wurde - die Ländereien des Clans der Talvalin besetzt. Sie wissen, dass Aldric noch lebt, und halten seinen ebenfalls überlebenden Bruder gefangen. Der junge Ritter wird schließlich von Gemmel ausgesandt, um ein wichtiges und mächtiges Artefakt aus einem Drachenhort zu holen. Unterwegs lernt er die junge Kyrin kennen, die für einige Zeit seine Begleiterin wird. Vervollständigt wird das Trio von Dewar ar Korentin, einem ehemals kaiserlichen Offizier, der jetzt dem König von Alba dient, zu dessen Reich das Fürstentum der Talvalins gehört.

Die beiden dunklen Magier verfolgen Aldric und seinen Anhang mit Hilfe von Gestaltwandlern und magischen Augen - aber sie vermögen Aldric nicht zu stoppen. Nach vielerlei Abenteuern erlangt der junge Ritter den magischen Drachenstab, und es kommt zum großen Showdown. Die Zauberer beider Seiten setzen magische Tricks und Waffen ein, sogar eine Armee der Untoten wird ausgesandt. Schwertkämpfe, Zaubererduelle - es bleiben kaum Wünsche offen.

Von Tolkien geprägt

Um Morwoods Werk zu beurteilen, muss man die Entstehungszeit berücksichtigen. Der Roman wurde erstmals 1983 veröffentlicht - lange vor der grandiosen Verfilmung des " Der Herr der Ringe". Es gab also längst noch nicht die Flut an fantastischer Literatur, wie wir sie heute kennen. Morwood ist daher noch sehr stark von Tolkien geprägt. Da gibt es lange und ausgiebige Schwertkämpfe, die Zauberer duellieren sich wie einst in Isengart, es wird eine Armee der Untoten aufgestellt, wie in "Die Rückkehr des Königs". Und es gibt die Geschichte einer Klinge mit einem besonderen Namen, aber das ist seit der Artus-Sage auch nichts Besonderes mehr. Allerdings hat "Der schwarze Reiter" auch eigene Elemente zu bieten. So nimmt der Zauberer den verwaisten jungen Ritter als Pflegesohn auf und bildet ihn aus. Was in diesen zwei Jahren genau geschieht, wird allerdings nicht verraten Der Zeitsprung ist ein wenig problematisch, aber immerhin bekommt die Geschichte danach wieder Dynamik.

Die Liebesgeschichte zwischen Aldric und Kyrin ist ein wenig unausgegoren, letztlich wird dem Leser nicht deutlich, warum die jungen Frau in ihre Heimat zurückkehrt. Es ist auch festzustellen, dass nicht nur Morwood von Tolkien beeinflusst wurde, sondern er offenbar seinerseits spätere Autoren beeinflusst hat. So finden sich einige Elemente aus "Der schwarze Reiter" in Terry Goodkinds Saga "Das Schwert der Wahrheit" wieder. Die besondere Bedeutung des Schwertes, die Ausbildung seines Trägers, die Bezeichnung als Bringer des Todes, die Krähen als Beobachter - alles findet sich so oder so ähnlich in Richard Rahls Geschichte wieder. Goodkind hat sicher nicht bei Morwood abgeschrieben, aber ein paar Anleihen hat er schon gemacht, was ich jedoch für legitim halte. Insgesamt kann man sagen, dass Peter Morwood ein solides Fantasy-Buch geschrieben hat, das unterhaltsam ist, aber nicht zum Kult-Buch taugt. Dafür fehlt es ein wenig an Action, gibt es zu viele Widersprüche bei den Charakteren und mangelt es ein klein wenig an Originalität.

Der schwarze Reiter

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