Von Zeit zu Zeit

Erschienen: Januar 1981

Couch-Wertung:

75°
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Markus Traud
Zeitreise, Krimi und Historiengeschichte in einem Roman gelungen verbunden

Rezension von Markus Traud Mai 2006

Mit ";Von Zeit zu Zeit"; ist es Jack Finney gelungen, mehrere Literatur-Genre in einem Buch hervorragend zu vereinigen.

Der 1970 entstandene Roman ist in erster Linie ein Zeitreiseroman. Erzählt wird die Geschichte des Werbegrafikers Si Morley, der von einem unscheinbaren Mann Anfang der 70er aufgesucht wird, der ihn fragt, ob er an einem faszinierenden Projekt teilnehmen will, von dem er ihm aber nichts erzählen kann, bevor er nicht zustimmt. Im weiteren Verlauf der Geschichte stellt sich heraus, dass es sich dabei um eine Möglichkeit der Zeitreise handelt und Si aufgrund seiner Militärakten ausgewählt wurde. Die Idee der Zeitreise ist simpel: Wenn man sich an einem Ort aufhält, der sich seit der ";angepeilten"; Zeit nicht verändert hat und alle Einflüsse der ";Jetztzeit"; verdrängt, können Menschen mit den entsprechenden Eigenschaften und Schulung in die damalige Zeit wechseln.

Auch Si wird entsprechend geschult und da er eine Freundin hat, deren Großvater sich unter ungeklärten Umständen wegen eines Ereignisses Ende des 19. Jahrhunderts in New York Jahre später umgebracht hat, drängt er darauf, in diese Zeit geschickt zu werden. Man findet ein Haus, das seit damals unverändert ist und der Zeitwechsel gelingt. Von diesem Zeitpunkt entwickelt sich der Roman zum einen zu einer sehr detailreichen und interessanten Schilderung des New Yorks der damaligen Zeit und gleichzeitig beginnt eine mitreißende, mit immer unerwarteteren Wendungen gespickte Krimihandlung. Dabei wechseln unser Held und andere Personen auch noch mehrmals vom 19. Jahrhundert in ihre eigentliche Zeit.

Paradoxien bei der Zeitreise

Was mir an diesem Roman besonders gefallen hat, ist der Mix der verschiedenen Genres und die Tatsache, dass alle drei Bereichen Krimi, History und SF-Story mit gleichviel Sorgfalt integriert wurden. Die Schilderung des New Yorks des ausklingenden 19. Jahrhunderts glänzt mit vielen Details, von Kleidung über Nahverkehr oder Gebäuden. Aufgrund des Berufs der Hauptperson und einer geschickt in der Handlung auftauchenden Kamera hat der Autor auch noch Skizzen und alte Photos in das Buch integriert, die die Beschreibungen hervorragend untermalen.

Natürlich werden auch die Besonderheiten und Probleme bei der Zeitreise, insbesondere die entstehenden Paradoxien (Was passiert, wenn ich meinen Großvater ermorde, bevor mein Vater gezeugt wurde?) ausgiebig behandelt und eingebaut. Aber besonders hat mir die simple und doch irgendwie geniale Idee für die Art der Zeitreise gefallen. Keine große Technik, Maschinen oder Gleichungen werden aufgeboten, dafür eine klasse Idee, die einen gewissen Kick hat. Natürlich ist auch in diesem Roman nicht alles im Bezug auf die Zeitreiseproblematik in sich schlüssig, aber die in allen diesen fiktiven Geschichten zwangsweise auftretende Unlogik stört hier nicht.

Auch etwas Liebe und Romantik und am Ende eine Art Showdown werden aufgeboten, die aus dem Ganzen ein spannendes, interessantes, sehr flüssig zu lesendes Buch machen, das man erst nach der letzten Seite zufrieden zur Seite legt.

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