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Carsten Kuhr
Ghule, Spiegelmänner und Alben - die etwas andere All-Age-Fantasysaga

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Nov 2010

Die Zeit der Schattenwesen in Bradost und der Welt ist vorbei - so zumindest die Aussage von Harlekin, dem neuen Anführer der Alben. Die Welt gehört den Menschen und ihren Maschinen. Darin ist kein Platz mehr für Magie und Geheimnisse. Stählerne Luftschiffe fahren durch den vom Ascheregen düsteren Himmel, Schlammtaucher suchen in den Abwasserkanälen der Stadt nach Verwertbarem, von Aether angetriebene Kupfer-Kolosse werden gebaut, Zitteranemonen und Blitzsammler wetteifern um die Gewitterblitze.

Vor 5 Jahren entmachtete die damalige Lordkanzlerin Lady Sarka den Magistrat, seitdem regiert sie als Tyrannin voller Willkür und Grausamkeit mit Hilfe dreier zauberkräftiger Diener und ihren Spiegelmännern, von ihr geschaffenen Homunkuli, die Stadt mit harter Hand. Erdrückende Steuern, Hungersnöte und Unruhen bestimmen das Leben der Menschen, seitdem der Phönix die Stadt verlassen hat und die Republik gefallen ist. Statt dem strahlenden Vogel schlurfen jetzt Lotussklaven und Ghule durch die Keller und Katakomben der Stadt. Nach dem Abzug der Alben verfallen die Seelenhäuser, die Träume der Menschen geraten außer Kontrolle.

Zwei Jungen und ein Mädchen spielen in der Folgezeit eine wichtige Rolle. Der eine, der letzte Traumwanderer, der die Seelenhäuser der Menschen betreten und ihre Träume verändern kann, der andere, Liam, eine Waise, dessen Vater von der Alchymistin Sarka ermordet wurde.

Während Liam, der sich als Diener in die Festung der Tyrannin eingeschlichen hat, hofft, in der Bibliothek das gelbe Buch von Yaro D´ar zu finden, mit dessen Hilfe man vielleicht den Phönix aus Pandæmonia zurückholen kann, ist Jackon ein geschätzter Gast von Sarka. Sie, die bereits die anderen drei magisch Begabten ausbildete und nun deren Kräfte nutzt, um ihre Gewaltherrschaft zu sichern, will den Jungen zum Traumwanderer ausbilden und sich dessen Gabe untertan machen. Doch noch wacht ein letzter der Alben über das Reich der Träume.

Als dieser die Festung der Gewaltherrscherin angreift, wird Liam von einem Dämon durch ein Tor nach Pandæmonia entführt, einem Ort des Grauens, Schreckens und der unendlichen Folter, ein Ort, von dem eine Flucht unmöglich erscheint. Doch ihn liebende Vivana, die Tochter eines genialen Erfinders, und Jackson nehmen die Herausforderung an. Zusammen mit einem Elbenrenegaten wollen sie das Unmögliche wagen und wahr machen, auch wenn sie dafür selbst das Reich der Schattenwesen betreten müssen ...

Kein Steampunk, kein Völkerroman, keine Queste - Lode beschreitet eigene Wege

Was ist das für ein Buch, das der Historienspezialist Christoph Lode im Goldmann Verlag als Auftakt einer All-Age-Trilogie vorlegt? Steampunk? Nun, es gibt gigantische Fabriken, findige Wissenschaftler, Luftschiffe und künstliche, vom Aether betriebene Wesen. Doch so richtig passend ist das gegenwärtig so angesagte Label vorliegend nicht.

Neben den phantastischen Kunstwesen nehmen die die Welt verlassenden Schattenwesen einen breiten Raum in dem Buch ein. Seien es Oger, Mantikore oder Geister, Elben oder Alchymisten, sie alle umweht der Hauch des Geheimnisvollen. Ein Völkerroman aber ist das Buch beileibe und glücklicherweise auch nicht.

Nein, Christoph Lode wandelt auf ganz eigenen, phantastischen Pfaden. Er erzählt uns die Geschichte dreier junger Menschen, durch deren Augen wir nicht nur die bedrückende Atmosphäre, die angesichts der gnadenlosen Unterdrückung in Bradost herrscht, miterleben, sondern auch die Mächtigen der Stadt kennen und fürchten lernen. Vieles bleibt noch rätselhaft, allenfalls zu erahnen, auf einen geradlinig voranstürmenden Plot wartet der Leser vergebens. Stattdessen fordert ihn der Autor auf, mitzudenken, sich einzulassen auf die eindrucksvollen, wenn auch zumeist eher schwermütigen Bilder einer Stadt, die in Leid und Unterdrückung versinkt, und herauszufinden, wie all die Mosaiksteinchen, die uns präsentiert werden, zusammenpassen.

Gerade was die Alben anbelangt - deren Aufgabe als Schützer der Träume, ihre Flucht aus der Welt, in der sie nicht länger geduldet werden, wird vieles nur angedeutet - muss man zwischen den Zeilen lesen. Aber auch die Motivation der Alchymistin, ihre Ränke und Ziele bleiben noch unscharf. Hier wird der zweite, für März 2011 in Vorbereitung befindliche Band, sicherlich weitere Hinweise bereithalten.

Stilistisch ist das Gebotene gefällig, atmosphärisch dicht und inhaltlich packend, bietet viele Geheimnisse und Ansatzpunkte und hält die Spannung auf diese Weise bis zum Folgeband hoch.

Der letzte Traumwanderer

Der letzte Traumwanderer

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Letzte Kommentare:
21.08.2011 18:58:04
Jackon ist der beste

Meine eigene Meinung ist sehr hoch von dem Buch, weil es sehr spannend ist und es leicht zu lesen ist.
Es handelt um einen Jungen der eine besondere Gabe hat und er weiß noch nicht wie er sie benutzen kann... so fängt alles an aber es ist ales viel kompliezierter als man am anfang dachte!!!

Ich habe bis jetzt nur die ersten zwei Bücher gelesen und ich wünschte das ich den dritten teil hätte, aber der kommt erst im September raus.

03.05.2011 18:05:14
Nanni

ZUM AUTOR:
Christoph Lode, geboren 1977, lebt mit seiner Frau in Mannheim. Er arbeitete in einer psychiatrischen Klinik, widmet sich heute aber ganz dem Schreiben. „Der letzte Traumwanderer“ ist sein erster Fantasy Roman. Vorher hat er historische Romane gechrieben.

SERIENINFO:
Band 1: Der letzte Traumwanderer (Goldmann, Nov. 2010)
Band 2: Die Stadt der Seelen (Goldmann, Febr. 2011)
Band 3: Phönixfeuer (Goldmann, Sept. 2011)

EIGENE MEINUNG:
Zwischen all den Büchern über Vampire, Engel und Werwölfe ist es wunderbar, eine Geschichte zu entdecken, in der der Autor mal wieder etwas kreativer ist und seine Fantasie spielen lässt. Heraus kommt ein Roman vollgepackt mit besonderen und sonderbaren Kreaturen und Gestalten in einer fantastischen Welt. Leser, die genau so eine Geschichte - in etwa vergleichbar mit „Der goldene Kompass“ oder „Das Zeitalter der Fünf“ - suchen, sind bei Christoph Lode genau richtig: ein Roman wie eine Fantasiereise oder ein spannender Traum, der uns auch nach dem Aufwachen noch gefangen hält.
Die ersten 130 Seiten habe ich an einem Stück weg gelesen. Obwohl man gleich zu Anfang jede Menge Charaktere kennenlernt und mitten in Jackons Kampf ums Überleben landet, gelingt es dem Autor den Leser nicht zu verwirren, sondern sofort in die Geschichte hinein zu ziehen.
Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, um die Protagonisten und deren Absichten genauer kennen zu lernen. Am Ende des Buchs hat man dann das Gefühl eine wunderbare Reise mit treuen und mutigen Gefährten bestritten zu haben, die man nur ungern verlässt.
Jackon, der von seinen Mitmenschen verstoßen wird, weil sie glauben, dass er irgendwelche dunkle Fähigkeiten besitzt. Liam, der den Tod seines Vaters mit ansehen muss und schwört diesen zu rächen. Koste es was es wolle. Lucien, der einer der letzten Alben ist und ein Faible für Menschen hat, seit er sich vor über 150 Jahren in die schöne Caitlin verliebte. Hinzu kommt dann die junge Vivana, deren Mutter dem fahrenden Volk entstammt, weshalb sie einen Hang zum Mysteriösen hat.
Sie alle sind irgendwie in die Herrschaft und Machenschaften von Lady Sarka verstrickt, die über seltsame Leibwächter und eine noch seltsamere und düstere Armee verfügt. Der Autor fädelt die Handlungen seiner Figuren so geschickt ein, dass der Leser nie genau sagen kann, wer gut und wer böse ist. Dies zieht den Spannungsbogen immer wieder so in die Höhe, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Dank des fiesen Cliffhangers am Ende des Buches, empfiehlt es sich außerdem den nächsten Teil „Die Stadt der Seelen“ schon bereit liegen zu haben.
Mit viel Liebe zum Detail kreiert Christoph Lode eine düstere, magische und geheimnisvolle Atmosphäre, die einen regelrechten Bann um den Leser schlägt. Besonders interessant fand ich die Fantasyfiguren, die in seinem Buch die Nebenrollen belegen. Altbekannte magische und dämonische Wesen wie Ghule und Alben treffen auf neue Kreationen wie Tatzelwürmer (Oder kennt die schon jemand?), die sich dank der bildlichen Schreibe des Autors wie lebendig vor meinem inneren Auge bewegen.

FAZIT: „Der letzte Traumwanderer“ ist eine Geschichte, in der ich mich sofort wohl gefühlt habe. Ein Traum, aus dem ich nur ungern aufwache, obwohl er sehr gefährlich und düster ist. Der grandiose Auftakt einer All Age Trilogie, die Fantasyfans begeistern wird.