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Andreas Kurth
Rasante Mischung aus Öko- und SF-Thriller

Buch-Rezension von Andreas Kurth Apr 2011

Neuseeland wird im Frühherbst von einer Kältewelle heimgesucht, die Einwohnern und Experten ein Rätsel ist. Mit Erfrierungen und Kopfschmerzen strömen die Menschen in die Krankenhäuser. Die TV-Reporter Jon Foster und Kate Ryan versprechen sich von der Situation eine gute Story. Jon ist aber auch in den ungeklärten Tod eines Wissenschaftlers verwickelt, der sich mit Bewusstseinsforschung beschäftigt hat. Derweil glaubt Albin Olsen, ein etwas abgedrehter Mitarbeiter einer Telekommunikationsfirma, mit seinem Messwagen die seit langem erhofften Signale einer außerirdischen Lebensform empfangen zu haben. Die drei Protagonisten der rasanten Geschichte finden auf unterschiedlichen Wegen Dinge heraus, die nicht nur für das kleine Neuseeland höchst bedrohlich sind. Dabei geraten sie teilweise in Lebensgefahr, und erst im dramatischen Finale werden die immer neuen Rätsel Stück für Stück aufgelöst.

In seinem dritten Roman präsentiert der Bremer Autor Bernd Steinhardt eine rasante Mischung aus Öko- und Science fiction-Thriller. Für den Leser ist es am Beginn etwas schwierig, einen genauen Überblick über die verschiedenen Handlungsstränge zu behalten. Die wichtigsten Protagonisten durchleben höchst verschiedene Abenteuer, deren Bedeutung ihnen selbst und auch dem Leser zunächst verborgen bleiben. Da ist Jon Foster, der Moderator der Wetter-Show im neuseeländischen Nachrichten-Kanal NZ24. Er hat einst in Alaska ebenfalls die mögliche Beeinflussung des menschlichen Bewusstseins erforscht, aber nach einem Unfall auf einem zugefrorenen See, an den ihn nur noch Alpträume erinnern, hat Jon den aufregenden Job aufgegeben und ist zurück nach Neuseeland gekommen. Seine unklare und nebulöse Vergangenheit wird immer wieder angesprochen und spielt im Verlauf der Handlung noch eine wichtige Rolle. Foster ist der Typ naiver Wissenschaftler und Sonnyboy, der sich von dunklen Gestalten in eine düstere Geschichte hinein ziehen lässt. Als er gemeinsam mit seinem Onkel den toten Forscher Nathan Cole in dessen Isolationstank findet, ahnt Jon nicht mal im Ansatz, was hinter der Sache steckt - und was ihm noch bevor steht. Eher unbedarft stolpert er durch seine Abenteuer, und wird so für den Leser immer sympathischer.

Eine völlig andere Figur ist Jons höchst ehrgeizige Fernseh-Kollegin Kate Ryan. Anfangs sieht sie - von unbändigem Ehrgeiz getrieben - in den ständig zunehmenden Wetter- und Gesundheitsphänomenen nur ein Ereignis, das sich medienwirksam als beschleunigender Kick für die eigene Karriere ausschlachten lässt. Ihre journalistische Neugier führt sie dann jedoch zu geheimnisvollen Agenten eines neuseeländischen Geheimdienstes und in der Folge erlebt Kate lebensgefährliche Abenteuer, aber die Story behält sie fast immer im Auge. Während Jon eher der verträumte und naive Wissenschaftler ist, steht Kate für die moderne Karrierefrau, die notfalls auch einen Kollegen "verheizen" würde, wenn es den eigenen Interessen dient. Ihre dramatischen Erlebnisse führen jedoch einen gewissen Wandel in ihrer zunächst rigiden Haltung herbei - mehr sei hier aus dramaturgischen Gründen nicht verraten.

Albin Olsen ist eine überaus skurrile Figur. Seit Jahren nutzt er seine Tätigkeit bei einer Telekommunikationsfirma, um mit den ihm zur Verfügung stehenden Messinstrumenten nach Signalen von Außerirdischen zu forschen. Die von ihm untersuchten elektromagnetischen Wellen, die nach seiner Auffassung nicht auf der Erde erzeugt werden, zeigen merkwürdige kohärente Muster. Olsen ist sich sicher, kurz vor dem ersten Kontakt der Menschheit mit Aliens zu stehen. Dann wird jedoch sein Messwagen auf dem von Schnee bedeckten Mount Viktoria von einem merkwürdig aussehenden Flugobjekt mit einer Strahlenwaffe zerstört. Olsen versucht, der mysteriösen Angelegenheit auf den Grund zu gehen und gerät nun seinerseits in den Strudel abenteuerlicher Ereignisse, die er sich zuvor nicht einmal im Traum hätte ausmalen können. In der Gruppe der drei Haupt-Protagonisten dieses Romans deckt der schrullige Alien-Sucher die "freakige" Seite ab. Begnadet in seinem technischen Wissen, aber völlig abseitig in seinen Verschwörungstheorien und Hoffnungen auf den Kontakt mit Außerirdischen gefangen, ist Olsen nicht mal im Ansatz in der Lage, seine und die Situation insgesamt realistisch einzuschätzen. Sein Spleen in Bezug auf technische Vorgänge lässt ihn mehrfach in unverständliches Kauderwelsch abgleiten, der Leser wird dabei stets auf eine echte Geduldsproben gestellt.

Der Autor baut von Beginn an einen guten Spannungsbogen auf. Und wenn man nach den ersten 100 Seiten die Personen und die einzelnen Schauplätze und Handlungsstränge einigermaßen im Kopf sortiert hat, mag man das Buch kaum noch aus den Händen legen. Neuseeland dürfte für die meisten Leser allenfalls als Kulisse der Herr-der-Ringe-Verfilmung ein Begriff sein, die Übersichtspläne auf den Cover-Innenseiten sind daher außerordentlich hilfreich. Auch das Cover selbst ist als gelungen zu bezeichnen, das Thema des Romans wird dadurch hervorragend illustriert.
Bei der Palette der auftretenden technischen und esoterischen Spielereien und Spinnereien hat Steinhardt allerdings etwas zu dick aufgetragen, denn da wird fast nichts ausgelassen, was Leser und Protagonisten noch weiter verwirren könnte. Ein Ionosphärenheizer, Technologien zur Beeinflussung des menschlichen Bewusstseins, die Quantenphysik des Bewusstseins, ein Isolations- oder Samadhitank, die Orgon-Theorie des deutschen Psychoanalytikers Wilhelm Reich, die transzendentale Meditationstechnik des indischen Gurus Maharishi Magesh Yogi, ein Projekt zur Erforschung des kollektiven Bewusstseins der Menschheit - und als ob das alles noch nicht genug wäre, auch noch Agenten-Decknamen aus "Charlie Brown" von Charles M. Schulz. Ein zweifellos großer Wurf, hier wird ein weiter Bogen gespannt, aber etwas weniger wäre auf jeden Fall mehr gewesen. Vor allem im zweiten Drittel geht das technische und esoterische Vokabular dem Leser leicht auf die Nerven. Eine mögliche höhere Gradzahl wird hier ganz klar durch die Weitschweifigkeit verspielt. Rund 100 Seiten weniger Text, und dafür etwas geringere Drehzahlen bei dem Feuerwerk technischer und esoterischer Spielarten hätte dem Roman zweifellos gut getan.
Gut lesbar bleibt das Werk dennoch, durch die aufgeworfenen Fragen aus dem Anfangsdrittel wird der Leser durch das zu langatmige zweite Drittel getragen, und im Finale geht es dann dynamisch zur Sache, man wird also für das Durchhalten immerhin mehr als entschädigt. Fazit: Gute Geschichte, flüssig erzählt, richtig spannend und durchaus innovativ - mit 100 Seiten weniger wäre es eine Granate geworden.

Impact

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