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Verena Wolf
Ein faszinierendes Thema altbacken umgesetzt

Buch-Rezension von Verena Wolf Mai 2011

Ich habe eine Schwäche für Zeitreisen. Da macht man nix. Und die Ley-Linien-Wege sind zudem ein höchst interessantes Phänomen in Großbritannien, gerade weil man bis heute nicht so genau weiß, was es mit ihnen auf sich hat. Also ein perfekt gewähltes Thema, um mich zu kriegen. Enthusiastisch sah ich dem Saga-Auftakt von "Die schimmernden Reiche" entgegen und freute mich auf die Reise von Kit Livinstone und seinem Urgroßvater Cosimo.

Bedächtige Schatzsuche durch Raum und Historie

Der Autor Stephen R. Lawhead ist dem historischen Roman verhaftet und selbst auch nicht mehr der Jüngste. Das merkt man seinem Schreibstil irgendwie an. Besonders der Handlungsstrang über (Wilhel)Mina, die zusammen mit dem Bayer Etzel im Prag im Jahre 1606 ein Kaffeehaus aufzieht, ist äußerst detailreich, unterhaltsam, aber eben doch mehr historisch roman(t)isch angelehnt als klassisch-fantastisch. Dabei sind die beiden Kaffeebrüher noch die, die mich am meisten interessierten, da sie sympathisch und im besten Sinne rührig waren. Die Beschreibungen haben stets einen sehr fluffig-leichten "ihnen gelingt einfach alles" Unterton, der mehr an Disneyland als an echte Zeitbeobachtung erinnert: Alles ist bunt, schön, und die Handlung wirkt nahezu verklärt einfach. Ein Seufzer von "Ach, die gute alte Zeit" schwingt ein wenig penetrant mit.

Auch die anderen Erzählstränge, deren Protagonisten mich eher kalt ließen, durchweht ein Hauch von Abenteuerlust, die mich beunruhigend an Pfadfindertum, Aufbruchsgeist des 19. Jahrhunderts und Schnitzeljagden erinnert. Die auftätowierte Karte, das heiße Ägypten und die gemeinen Burley-Bösewichter, die große Liebe und der Freund, der sich als Verräter entpuppt, hui! Ja, es sterben Menschen, es passieren unseren Helden schlimme, schlimme Sachen, aber das wirkt nie authentisch und mehrdimensional, sondern wie eine fabulierte Schatzsuche, die nicht im Geringsten versucht, "echt" rüber zu kommen. Die vielen Erzählstränge machen das Buch dazu nicht dichter gewebt, sondern nehmen die Spannung eher.

Angestaubt statt zum Leben erweckt

Klar, die Aufmachung des Buches und auch die schnörkelhaften, einzeiligen Zusammenfassungen jedes Kapitels à la "Kapitel XY, worin..." soll ansprechend antiquiert rüber kommen. Aber die Kapitel, egal z.B. ob das "... worin die Reisenden bestohlen werden" oder "... worin eine Kehrtwende ein faires Spiel darstellt", fesseln nicht, sondern wirken irritierend gestrig.

Der Auftakt "Die Zeitwanderer" schafft es so insgesamt weder den nostalgischen Charme von Indiana Jones oder zumindest die Atmosphäre eines Steampunk-Romans zu beschwören. Wäre es ein Kinofilm, würde man leer auf die Staubpartikel des leicht vergilbten Zelloloids starren, während man darüber nachdenkt, ob man sich nicht doch besser ein Eis holt.

Teilweise vergallopiert sich der Autor auch in ausschweifenden Beschreibungen und altmodischen Kämpfen, die zumindest mich genauso wenig wie die Charaktere vom Hocker hauten und das offene Ende, das nach dem nächsten Band schielt, reißt das nicht raus. Fazit: Es hilft nichts, das Ganze ist schlichtweg trotz Ley-linien und dem magischen Wort "Zeitwanderer" not my cup of tea.

(Verena Wolf, Juni 2012)

Die Zeitwanderer

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