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Peter Kümmel
Abenteuer-SF mit Horror-Elementen oder hanebüchener Unsinn?

Buch-Rezension von Peter Kümmel Dez 2011

Wir befinden uns in einem Raumschiff. Von dort erkundet eine Gruppe von Wesen einen Planeten - den Planeten KU-197-20. Dort auf diesem Planeten befinden sich zwei Streitmächte in einem erbitterten Kampf. Die Beobachter sind entsetzt über die Grausamkeiten in dem Gemetzel, welches unter ihnen tobt. Nun, schnell wird klar, dass Planet KU-197-20 kein anderer als unsere Erde ist und dass wir einen Krieg zwischen Engländern und Franzosen im 15. Jahrhundert miterleben.

In den folgenden Jahrhunderten werden die "Menschen", wie sich die Bewohner des observierten Planeten nennen, weiter erkundet. Man stuft die Zivilisation der Menschen in Stufe Sechs ein - eine Kultur, die primitiv genug ist, um ihre Kolonisierung zu autorisieren. Es bleibt jedoch ein wenig Unsicherheit, denn angesichts der Tatsache, dass die Spezies bereits über die Fähigkeit der Kernspaltung verfügt, müsste sie eigentlich in Stufe Drei einzuordnen sein. Doch warum sollte eine Zivilisation mit diesen Fähigkeiten so dumm sein, den größten Teil ihrer Stromerzeugung durch die Verbrennung von Kohlenwasserstoffen zu bilden?

Schließlich wird das Volk der Shongairi, die einzige carnivore Spezies der Hegemonie, ermächtigt, den Planeten KU-197-20 einzunehmen und zu annektieren. Zunächt sorgt man für Verwirrung, indem man die Kommunikationsverbindungen lahmlegt und dies dem Iran in die Schuhe schiebt. Kurze Zeit später werden in einem Erstschlag die wichtigsten Metropolen dem Erdboden gleich gemacht. Das Militär ist versprengt und nahezu handlungsunfähig...

Ein typischer Weber im Mittelteil

Doch die menschliche Zivilisation lässt sich so schnell nicht unterkriegen. Einzelne Gruppierungen leisten erbitterten Widerstand. Und schnell merkt man, dass man den Invasoren waffentechnisch gar nicht so hoffnungslos unterlegen ist.

Und nun ist der Waffennarr David Weber ganz in seinem Element. Jetzt kriegt jeder, der es wissen will und auch der, der es nicht wissen will, erzählt, welch gewaltigen Rückstoß eine 120-Millimeter M256 Rheinmetall hat und dass das panzerbrechende Subkaliber M829A3 mit einer Geschwindigkeit von über achtzehnhundert Metern pro Sekunde doppelt so schnell ist wie die um ein Vielfaches leichtere Kugel aus einem M16-Sturmgewehr.

Im Mittelteil des Romans erleben wir einen typischen David Weber. Das ist routinierte Military-SF a la "Independence Day" mit allem, was dazugehört. Aber eben nur routiniert runtergeschrieben und nicht mehr, ohne große Überraschungen. Mal wird hier gekämpft, mal dort, mit der Logik muss man es nicht allzu genau nehmen. Mit den Protagonisten werden wir nicht so richtig warm, denn die bleiben alle sehr oberflächlich. Die letzten Krieger verausgaben sich in erbitterten Kämpfen, bei denen die Außerirdischen schwere Verluste einstecken müssen. Dennoch scheint unsere Zivilisation auf verlorenem Posten zu stehen.

Doch wie wird jetzt der Autor diese verfahrene Situation zu einem halbwegs gelungenen Abschluß bringen? Leider gar nicht. Das Ende des Romans erinnert sinngemäß an die Szene mit dem Raumschiff aus Monty Pythons "Life of Brian" getreu dem Motto: wenn nichts mehr sinnvolles geht, denk ich mir halt den größtmöglichen Quatsch aus, der kommt vielleicht an. Mit diesem Abschluß hat David Weber sich und seiner Fangemeinde nun wirklich keinen Gefallen getan. Da hilft es auch wenig, wenn der Verlag auf der Buchrückseite textet, hier werde "auf geniale Weise grandiose Abenteuer-SF mit Horror-Elementen vereint".

Was also bietet David Webers neuestes Werk? Einen guten, einfallsreichen Beginn, der die Beweggründe der außerirdischen Spezies ausgezeichnet aufarbeitet und der zeigt, mit welchen Augen uns eine fremde Kultur betrachten könnte. Im Mittelteil genau das, was man von David Weber erwartet - nicht mehr und nicht weniger - und ein hanebüchenes Ende, das sich am besten als grober Unfug bezeichnen lässt.

(Peter Kümmel, September 2011)

Der Widerstand

Der Widerstand

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Letzte Kommentare:
21.03.2013 15:11:27
Burkanar

Terra Taschenbuch 360. (ISBN: 3811834002) ANVIL, CHRISTOHPER


Pandoras Planet

Die Erde wird von Alliens erobert, die wundern sich dass die Menschheit die Erde noch nicht verlassen haben. Denn deren Technik entspricht der unseren nur dass sie den Überlichtsprung geschafft haben.
Sie verstehen aber die Menschen nicht, die leisten trotz der Niederlage widerstand und nur mit sehr viel Mühe gelingt es die Kontrolle über die Erde zu bewahren, dann kommen sie auf die Idee den Menschnen ein Bündnis anzubieten, da sie deren Ideenreichtum und Kampfeswillen bewundern, da sie an anderer Stelle Probleme bekommen brauchen sie unbedingt gute Soldarten. Die Menschen stimmen zu und erhalten Zugang zu vielen Welten. Dort führen sie gleich als erstes Kredite, Leasing, Rechtsanwälte, Unweltverschmutzung, Konsum, Drogen etc. ein und verursachen im Sternen Reich der Centraner ein Chaos, da auch noch Maoisten, Stalinisten, Nazis und Kommunisten, Konservative ihre Idiologien verbreiten, Bürgerkrieg bricht aus.

General Horsip, Oberbefehlshaber aller Flotten, versucht die Integral Union zu retten und muß unmächtig zu schauen wie sich vormals friedliche Welten in waffenstarrenden verwandeln und untereinander Krieg führen und der Hohe Rat schaut untätig zu, scheint diese Entwicklung sogar zu fördern, was ihn am meisten beunruhigt, warum hindert man ihn durchzugreifen, was verschweigt man ihn? Wenigstens bekommt er den genialsten Feldherren der Galaxies, einen Menschen, an die Seite gestellt und mit dessen Hilfe schaft er es eine gewisse Balance herzustellen. Als undeutliche Meldungen rein kommen eine Vergnügungswelt sei entvölkert worden, ein uralter Schrecken aus der Vergangenheit betritt wieder die Bühne der Galaxie, die Mikerils, ihre Schwärme greifen alles und jeden an und alle Welten der Union werden förmlich überschwämmt, es beginnt ein verzweifelter Kampf um Leben und Tod. Jeder gegen Jeden. Denn die Mikerils machen keine Gefangenen sie scheinen sogar Kanibalen zu sein.

Der Anfang von Panndoras Planet ähnelt sehr dem Widerstand, nur dass die Vampiere nicht auftauchen.

14.10.2012 15:12:24
Clodsahamp

Achtung Spoiler


na ja ich fands zum teil spitze. Wie immer beginnt man sich zu langweilen wenn Weber sich in technischen Details austobt. in diesem Fall nicht die Besegelung sondern das Gewicht von Kugeln und Ladungsdruck der Munition und das auch noch in Inches, PSI und Grain.
Aber dann kommt Mircea Bassarab.. da habe ich in die Tischkante gebissen. Bei Cassandra Palmer macht er ja noch Sinn aber hier? Plötzlich können sich ein paar Helden in Rauch auflösen und verwandeln sich in die ultimate Geheimwaffe. Das ganze schön vorbereitete Handlungsbogen bricht in 2 Seiten zusammen und macht das ganze Buch so sinnlos

03.10.2012 17:53:29
ede144

Also ich habe das Buch gelesen und finde das Ende klasse. Man hat eine ganz neue Wendung. Nun ja, es blieben nicht mehr viele Möglichkeiten wie man die Niederlage der Menschheit noch abwenden könnte.
Eine Alternative wäre die Anwesenheit anderer Außerirdischer gewesen.

Tolles Buch, schreit auch nach einer Fortsetzung.

14.08.2012 09:08:14
Storm049

Meiner Meinung nach war das das schlechteste was Weber hier abgeliefert hat. Der erste Teil las wie ein Waffenkatalog, denn wenn interessiert schon was einzelne Waffen für abgewandelte Modelle sind oder was Sie für eine Reichweite oder sonstige Eigenschaften haben. Der zweite Teil war ein sehr difuser Vampirroman ohne Hand und Fuss.

Wer diesen Roman auch nur ansatzweise gut fand hat eine sehr niedrige Qualitätsschwelle.

29.07.2012 00:06:06
jet393

Kurz zusammen gefasst, das Buch ist einfach nur faszinirend und lässt sich nur schwer wieder aus der Hand legen wenn man einmal angefangen hat darin zu lesen.
David Weber verbindet hier in einem sehr gelungennen und spannenden schreibstil SF und Horror, außerdem stellt er auch die gesammte Hinterrundhadlung sehr überzeugen und Realistisch dar. Abschließen sei gesagt das dass Buch für jeden nur zu empfehlen ist der nichts gegen gute SF gemischt mit ein bisschen übernatürlichem hat.