Das Blut der Nibelungen

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  • Erschienen: Januar 2011
Das Blut der Nibelungen
Das Blut der Nibelungen
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Carsten Kuhr
76°

Phantastik-Couch Rezension vonDez 2011

Die Nibelungen und die Zombies

Sie kennen das Lied der Nibelungen auch nur aus Wagners gleichnamiger Ring-Trilogie? Oder haben Sie damals, anno Tobak, als man in der Schule noch mit Goethe, Schiller und Konsorten Bekanntschaft machte, das tragische Heldenepos um den Drachentöter Siegfried, den Recken Hagen von Tronje und Kriemhild gelesen?

Wenn ja, dann machen Sie sich auf einige Ihnen bislang ganz bestimmt unbekannte Bestandteile des Epos gefasst. Wenn nein, können sie ganz unbedarft in die etwas andere vom Vorbild abweichende Geschichte eintauchen.

Ebenso wie in der historischen Vorlage entführt uns der Autor ins Burgunderreich des 5. Jahrhunderts. Im Königshof zu Worms freit der edle Ritter Hagen von Tronje die Königinnentochter Kriemhild, als am Himmel über der Stadt ein Lindwurm gesichtet wird. Fafnir, der von den Zwergen gefangen gehaltene Drache, ist frei, und er verstreut, aus unzähligen Wunden blutend, seinen magischen Lebenssaft über das Reich. Überall erheben sich, ausgelöst durch Fafnirs Blut, Tote aus ihren Gräbern und ziehen gen Worms, um das burgundische Königsgeschlecht anzugreifen.

In der Zwergenschmiede trifft Hagen nicht nur auf die gesprengten Ketten Fafnirs, sondern auch auf den dank seines Tarnmantels unsichtbaren Alberich und auf Siegfried, den Draugar-Schlächter, der sich ihnen im Kampf anschließt.

Während die Schlacht in den Feldern vor der Stadt tobt, kommen sich Siegfried und Kiemhild näher. Dennoch machen sich die beiden Recken zusammen auf, die treibende Macht hinter den Angriffen zu suchen ...

Alte germanische Sagen mit Zombies

Bernd Frenz, der mit seiner Ork-Trilogie (Blanvalet Verlag) bereits bewies, dass er packend zu erzählen weiß, nimmt den ersten Teil des Nibelungenliedes und wandelt dieses zu etwas Neuem - einen Roman, der die bekannten und überaus dramatischen Geschehnisse um etwas anreichert, das mir zumindest bislang nicht bekannt war - auch die germanischen Sagen wissen anscheinend von lebenden Toten, die sich aus ihren Gräbern erheben, zu berichten.

Geschickt baut er seine Zombies (die Draugar) in seine Handlung ein, die den Leser mit rasanten Kampfbeschreibungen verwöhnt. Dabei lehnt er sich nicht sklavisch an die Vorlage, ändert immer wieder Details ab, und sorgt auf diese Weise für zusätzliche Faszination. Im Mittelpunkt der Handlung stehen klar die packenden Kämpfe. Hier vermischt Frenz klassische Sagen, Fantasy und Horroreinflüsse zu etwas Eigenem und Neuen.

Auch wenn so manche der Charaktere etwas blass und flach bleiben, verwöhnt die spannende und actionreiche Handlung sowie die Einbettung in unser teutanisches Sagengut. Das ist packend geschriebene Actionfantasy made in Germany.

(Carsten Kuhr, Januar 2012)

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