Im Land der Elfen

  • Heyne
  • Erschienen: Januar 2012
Im Land der Elfen
Im Land der Elfen
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Carsten Kuhr
70°

Phantastik-Couch Rezension von Carsten Kuhr Dez 2011

Der Abschluß der Saga um die Aufgetauchte Welt

Die Aufgetauchte Welt steht einmal mehr am Rande des Abgrunds. Eine von den Elfen gestreute Seuche bedroht die Völker, die Armeen der vor langer Zeit das Reich der Menschen und Zwerge verlassenen Elfen sind bereit, ihre alte Heimat zurückzuerobern.

Nur eine kann die Aufgetauchte Welt retten - Adhara geweissagte Sheireen, die im Kampf gegen den Marvash, den Zerstörer, eine entscheidende Rolle übernehmen soll. Doch Adhara weigert sich, das ihr zugewiesene Schicksal zu erfüllen, sich in den Dienst einer Sache zu stellen, von der sie nicht überzeugt ist. Dass es sich bei dem Marvash ausgerechnet um ihren Geliebten Amhal handelt, macht die Entscheidung für sie nicht eben leichter.

Zusammen mit Amhal ist sie zu Beginn des letzten Teiles der Feuerkämpferin-Trilogie im Land der Tränen, wie die Elfen die unerforschten Lande nennen, gestrandet. Während sich Amhal über das Tor in der Stadt der Elfen nur zu bald wieder deren Kriegsheer anschließt, um an der Vernichtung der Menschen teilzuhaben, sucht und findet Adhara neue Verbündete. Elfen, die den kompromisslosen Kurs ihres Königs, der auf seinem Weg den eigenen Vater köpfen ließ und gegen seine Widersacher im eigenen Volk mit eiserner Hand vorgeht, stürzen wollen und notfalls mit Gewalt dafür sorgen wollen, dass ein Umdenken stattfindet, dass die Elfen sich auf den Frieden besinnen.

Währenddessen versucht Dubhe Lhyr, den Kriegskönig der Elfen zu meucheln. Mit Hilfe eines magischen Trankes, der ihr zeitweise, allerdings zu einem hohen Preis, ihre Jugend zurückgibt, macht sie sich auf ins Land des Windes. Trotz all ihrer Opferbereitschaft scheitert ihr Anschlag, statt dessen beschwören die beiden Marvash im Auftrag Lhyrs einen magischen Bann, dem alle Menschen des Landes zum Opfer fallen. Der Krieg scheint verloren, noch lange bevor Adhara wirklich eingreifen kann ...

Vom Herrn-der-Ringe-Klon hin zu einem eigenständigen Neuen

Drei Trilogien, neun umfangreiche Bücher um die Aufgetauchte Welt, liegen hinter uns.
Zusammen mit Licia Troisi haben wir über die Jahre das Schicksal einer Welt verfolgt, die zu Beginn ganz dem »Herrn der Ringe« verpflichtet war, die dann aber in den weiteren Bänden ganz eigene Wege ging.

Nach wie vor ist es, bricht man es herunter, natürlich ein simpler Kampf zwischen Streitern des Guten gegen die des Bösen. Auf der einen Seite stehen unsere mehr oder minder strahlenden Helden, die gerade in den letzten beiden Trilogien doch deutlich vielschichtiger und damit auch interessanter gezeichnet wurden, auf der anderen Seite ihre Widersacher, die ganz des Bösen verfallen sind.

Auch die auftretenden Völker entsprechen - mit einigen wenigen Details, die von den Vorgaben abweichen - dem Gewohnten. Elfen, Zwerge, Drachen, das sind altbekannte Geschöpfe, die zusammen mit den Menschen die Welt bevölkern.

Schaut man sich diese an, so stößt man schnell auf Besonderheiten. Ganze Landstriche, die unter Wasser verlegt wurden, Gebäude aus Holz, die aussehen, als seinen sie aus Steinen oder Fels gebaut, brennende Lande - hier zeigt Troisi ihre Phantasie und bietet ihren Fans faszinierende Kulissen.

Vorliegend aber konzentriert sie sich auf die Auseinandersetzung der Elfen mit den von den Menschen angeführten Reichen. Und sie zeigt uns zwei Personen, die ihre tiefen Gefühle füreinander, bei all ihren Unterschieden, in der Auseinandersetzung nicht außen vor lassen können. Das sind Geschöpfe, die Leiden, deren Verwirrung, Trauer und Aggression wir als Leser gut nachvollziehen können. Wie wir dies von der Autorin schon aus den vergangenen Romanen gewöhnt sind, nimmt die glaubwürdige Schilderung der Gefühlslage ihrer Hauptpersonen einen breiten Raum ein.

Das letztlich überzeugende Finale schließt nicht nur den Band, die Trilogie, sondern - glaubt man den Andeutungen der Autorin im Nachwort - wohl auch zumindest vorerst die Geschichte der Aufgetauchten Welt ab. Das ist sicherlich Mainstream-Fantasy, mit einem Schwerpunkt auf der glaubwürdigen Ausgestaltung der Charaktere und deren Gefühlslage, die aber aus dem Allerlei, das uns die Verlag anpreisen, durchaus eigenständig herausragt.

(Carsten Kuhr, März 2012)

Im Land der Elfen

Licia Troisi, Heyne

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