Der Aufstand

  • Rowohlt
  • Erschienen: Januar 2011
Der Aufstand
Der Aufstand
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Carsten Kuhr
50°

Phantastik-Couch Rezension vonJan 2012

Vampire fast unter sich

Vor Jahrzehnten entschieden sich die Vampire, sich ganz in das Verborgene zurückzuziehen. Menschenblut wurde weitgehend von einem künstlichen Serum ersetzt, die Puristen erhielten eine Droge, die dafür sorgte, dass das menschliche Vieh sich nicht an seine Opferrolle erinnern würde. Über die Einhaltung der neuen Gesetze wacht die VIA, die Vampire Intelligence Agency.

Doch bei weitem nicht alle Vampire unterstützen den neuen Kurs der Föderation. Renegaten gab und gibt es viele, ihre Bestrafung, in besonders krassen Fällen ihre Auslöschung, übernehmen die Agenten der VIA.

Alex ist eine der Agentinnen der VIA. Doch selbst sie wird überrascht, als bislang unbekannte Renegaten der Föderation den Kampf ansagen. Die medizinische Einrichtung, die die VIA mit ihren Kampfmitteln ausstattet, wird überfallen und in die Luft gesprengt, Menschen grausam ausgesaugt und an öffentlichen Orten niedergelegt. Alles sieht danach aus, als ob die Rebellen einen Informanten innerhalb der höchsten Kreise der VIA haben.

Gleichzeitig macht sich ein Polizist, der bereits früh in seinem Leben auf dramatische Weise erfahren hat, dass Vampire beileibe kein Mythos sind, auf, den Hinweisen auf ein Verbrechen nachzugehen. Ein vermögender Mann mit besten Beziehungen in die Politik hat, glaubt man den wirren Aussagen eines Jungen, in seinem Keller ein Mädchen schlachten lassen und dessen Blut getrunken.

Auch wenn Joel Solomon das Übernatürliche immer negiert hat, versucht hat, den Mord an seinen Eltern und dem Großvater durch einen Vampir zu vergessen, weiß er tief drinnen doch, dass die Kinder der Nacht nur zu real sind. Und er könnte der Einzige sein, der dank den Forschungen und Hinweisen seines Opas ahnt, wo die einzige Waffe, die die Vampire endgültig vernichten kann, versteckt sein könnte.

Nur zusammen kann es Alex und Joel gelingen, das drohende Unheil aufzuhalten - doch auch ihr Gegenspieler hat noch einige Asse im Ärmel ...

Bestseller-Autor goes Urban Fantasy

Hinter dem Pseudonym Sean McCabe versteckt sich niemand anderes als der britische Bestseller-Autor Scott Mariani, der mit seiner gefeierten Ben Hope-Reihe (dt. ebenfalls bei Rowohlt) International für Furore sorgte.

Mit "Der Aufstand" wagt er sich in den Bereich der Urban Fantasy vor. Anders als viele seine Konkurrenten zeichnet er in seiner Vampir-Reihe die Bluttrinker aber nicht als edle, laszive Beaus, sondern beschreibt die Nosferatu als wilde Bestien, die triebgesteuert und brutal über ihr Schlachtvieh herfallen.

Die dünne ordnungspolitische Tünche, die sich die Föderation verpasst hat, um einer Entdeckung durch die immer zahlreicheren und besser organisierten Menschen zu entgehen, muss dabei dem inneren Drang der Jäger zuwiderlaufen. Insoweit ist der Grundkonflikt auf dem die Handlung aufsitzt, nachvollziehbar und glaubwürdig.

Allerdings dauert es ein wenig, bis die Handlung in Fahrt kommt. McCabe, um bei dem Namen zu bleiben, baut seinen Roman auf ein recht breites Fundament auf. In verschiedenen alternierend erzählten und zunächst wenig Berührungspunkte aufweisenden Handlungssträngen führt er uns in seine Vampirwelt ein, stellt uns die Hauptfiguren beider Seiten vor und füttert den Plot mit Hintergrundinformationen an. Dies braucht Raum und Zeit, so dass sich die Lektüre der jeweils kurz gehaltenen Kapitel zunächst etwas umständlich gestaltet.

Nach dem ersten Drittel des Buches ist es dann so weit, dass die Handlung in die Vollen gehen kann. Was folgt, ist ein durchaus gelungener, spannend und temporeich aufgezogener Mix aus Kämpfen, Rätseln und Verwicklungen.

Die beiden Seiten in dieser Auseinandersetzung sind klar voneinander abgegrenzt, beide Parteien in diesem Konflikt wurden vom Autor mit einer nachvollziehbaren Motivation ausgestattet, wobei die Zeichnung der Antagonisten leider doch etwas oberflächlich bleibt. Während der Leser über Joel im Lauf der Ereignisse einiges erfährt, offenbart Alex ihre Geheimnisse, das, was sie antreibt und belastet, nur zögerlich. Hier werden die folgenden Romane - einmal mehr liegt der Start einer Serie vor dem Leser - sicherlich noch weitere Enthüllungen bereit halten.

Die Übersetzung liest sich flüssig und angenehm, wobei auffällt, dass der Text stilistisch nicht unbedingt anspruchsvoll daherkommt. Den Käufer erwartet ein auf den Punkt geschriebener übernatürlicher Abenteuerroman mit vielen Actionszenen, nicht mehr.

(Carsten Kuhr, Februar 2012)

Der Aufstand

, Rowohlt

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