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Peter Kümmel
Macht den Eindruck eines Fragments

Buch-Rezension von Peter Kümmel Feb 2012

1999 wird im Harz von einem Flugzeug aus im ehemaligen Todesstreifen ein metallen schimmerndes Gebäude entdeckt. Henning Wolf, der seinen ruhigen Beamtenjob sehr schätzt, wird damit beauftragt, nachzusehen, um was es sich dabei handelt. Das würfelförmige Gebäude hat eine Kuppel und ist von vier kristallenen Pyramiden umgeben. Auf der Umzäunung befinden sich kleinere Pyramiden der gleichen Art. Die Tür ziert ein Schild mit der Aufschrift "Mess-Station des niedersächsischen Umweltministeriums". Doch merkwürdigerweise weiß weder das Umweltministerium noch irgendein anderes Amt von der Existenz dieses Objekts.

Henning Wolf wird ein zweites Mal ausgeschickt, um das Objekt zu fotografieren, zu vermessen und Erkundigungen einzuziehen, ob jemand in der Umgebung Genaueres über das Gebäude weiß. Er erfährt vom Forstamt, dass das Objekt bereits seit 15 Jahren dort steht, aber mehr ist niemandem bekannt. Bei Hennings Besuch fällt eine der Pyramiden des Zauns herunter und er nimmt das seltsame Gebilde mit nach Hause und stellt es auf seinen Fernseher.

Als kurze Zeit später eine große Kommission aus verschiedenen Ämters aufbricht, um das Gebäude einer näheren Untersuchung zu unterziehen, findet man dort nichts mehr. Das Objekt samt Umzäunung ist spurlos verschwunden.

Einige Wochen später - die Untersuchungen diesbezüglich sind bereits eingestellt, Henning hat gerade seinen Urlaub hinter sich und will sich in seiner Wohnung einen Film ansehen. Durch eine zufällige Fehlschaltung erscheint plötzlich eine Aufzeichung aus der Zeit des Pyramidenbaus in Ägypten. Henning erkennt seltsame Wesen, die mit modernen Instrumenten arbeiten...

Ansätze nicht zu Ende gedacht

Die Pyramiden - seit Jahrhunderten ranken sich Mythen und Spekulationenen um die rätselhaften Bauwerke in Ägypten. Ungeklärt ist bis heute die Bautechnik, mit der die Menschen vor mehreren tausend Jahren die riesigen Kolosse errichteten. Auch die Funktion der Pyramiden ist bis dato nicht eindeutig geklärt. Und aus diesen Gründen sind die mächtigen Gebilde immer wieder gut für wissenschaftliche Thesen, halbwissenschaftliche Abhandlungen im Stile eines von Däniken oder einen spekulativen Roman.

So hat sich auch Hermann Lühr für seinen ersten Roman des Themas angenommen und "Die Kristallpyramide" als Book on demand veröffentlicht.

Die Geschichte liest sich sehr kurzweilig und unterhaltsam. Hermann Lühr ist erzählerisches Talent nicht abzusprechen. Die Story enthält zudem viel direkte Rede und so liest sich der Text trotz kleiner Schrift flott herunter. Doch je weiter die Handlung voranschreitet, der Leser sich fragt, ob, in welchem Maße und auf welche Art und Weise die Protagonisten ihre Entdeckung publik machen wollen, sich selber Gedanken macht, wie er in einer solchen Situation reagieren würde, um so zäher wird die Story.

Das Buch neigt sich langsam dem Ende zu und der Leser wartet auf den großen Knall - der dann als leiser Puff einen enttäuschenden Abschluss bildet. Dabei wäre doch noch so viel zu erzählen gewesen. Die zarte Liebesgeschichte zwischen zwei sympathischen Charakteren verläuft einfach im Sande. Weitere gute Ansätze wurden einfach nicht zu Ende gedacht. Der Plot hätte noch einiges an Potential geboten, doch hat man den Eindruck, der Autor hätte die Lust verloren und wollte nur noch zum Ende kommen. Schade. Hier wurde einiges verschenkt.

(Peter Kümmel, Februar 2012)

Die Kristallpyramide

Die Kristallpyramide

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