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Andreas Kurth
Wanderer zwischen den Welten

Buch-Rezension von Andreas Kurth Mai 2012

Philip Goldman führt ein scheinbar normales Leben, bis er eines Tages feststellt, dass er bei anderen Menschen deren unmittelbar bevorstehenden Tod durch einen starken Lakritz-artigen Geruch bemerken kann. Zunächst fällt ihm das beim Tod seines besten Freundes David auf, dann stirbt seine geliebte Großmutter - die ihm zuvor etwas von einer Gabe anvertraut hat, über die er verfügen soll. Als er schließlich während eines Traums in einer Parallelwelt aufwacht, die von ihren Bewohnern der "Abgrund" genannt wird, beginnt für Philipp ein Abenteuer ungeahnten Ausmaßes. Ein Wesen namens Parr, das beliebig sein Geschlecht wechseln kann, begleitet den Ich-Erzähler durch diese neue Dimension. Philip mag zunächst kaum glauben, dass er sich in der Welt der Toten befinden soll. Parr und weitere Gefährten, die sich ihnen anschließen, eröffnen dem Gast aus der Welt der Lebenden, dass er keineswegs den bevorstehenden Tod anderer Menschen riecht, sondern mit seinem Geruchssinn aus dem Totenreich entflohene Seelen ortet, woraufhin diese zurück in den Abgrund gebracht werden. Bei seinen immer wiederkehrenden Aufenthalten in der Welt der Toten kommt Philipp schließlich einer Legende und einem damit verbundenen Geheimnis auf die Spur - was sich als ebenso aufregend wie unglaublich entpuppt.

In seinem ersten Roman der "Cryptanus-Reihe" beschreibt Wolfgang Brunner in einer fantastischen Geschichte, wie er sich vorstellt, was die Menschen nach dem Tod erwarten könnte. Der Autor hat sich im Zuge seiner Arbeit an diesem Buch viele Jahre mit so genannten Nahtod-Erfahrungen beschäftigt, mit dem Leben nach dem Tod - und seine Auslegung dieser Dinge in einen Roman "gegossen". Es fällt ein wenig schwer, diese Geschichte einem Genre der fantastischen Literatur zuzuordnen. Der Kategorie Horror kommt das Buch noch am dichtesten, denn einen Horror-Roman wollte Wolfgang Brunner nach eigener Aussage ursprünglich schreiben, allerdings ist sein Projekt während der Arbeit daran dann ausgeufert. Und im von ihm ausführlich geschilderten "Abgrund" wird zwar auch hier und da Angst und Schrecken verbreitet, aber im Finale - und damit in der kompletten Geschichte - geht es dem Autor eher um Liebe und Geborgenheit. Dennoch ist der Roman eine phantastische Erzählung, im besten Wortsinne. Das Genre mag dann jeder Leser selbst genauer definieren.

Der Tod riecht nach Lakritze

Zu Beginn ist Ich-Erzähler Philip Goldman davon überzeugt, den nahen Tod anderer Menschen durch einen Geruch vorhersagen zu können, der ihn an Lakritze erinnert. Nach einigen Gesprächen und überraschenden Ereignissen wird deutlich, dass etwas völlig anderes hinter dieser skurrilen Gabe steckt. Der Weg zu dieser Erkenntnis ist etwas holperig und hätte eleganter gestaltet werden können, aber nach den ersten Seiten entscheidet sich ohnehin, ob man als Leser von dieser Geschichte gefesselt wird - oder eben nicht. In Traumphasen in der realen Welt wird Philip immer häufiger in eine Parallel-Welt versetzt, die von ihren Bewohnern als "Abgrund" bezeichnet wird. Seine ersten Begegnungen mit dem rätselhaften Wesen Parr sind noch zaghaft und unbeholfen, erst als ihm erklärt wird, um wen oder was es sich bei diesem "Angelus" handelt, wird auch Philips Einstellung zu Parr und zum "Abgrund" überhaupt eine völlig andere. Er lernt, dass er keinesfalls den nahenden Tod von Menschen riecht, sondern aus dem Totenreich entflohene Seelen aufspürt. Diese Rolle gefällt Philip gar nicht, und so ist er froh, dass er sich gemeinsam mit Parr und den anderen Gefährten auf dem Weg durch den "Abgrund" anderen Fragen und Geheimnissen zuwenden kann.

Wer sich als Leser erst einmal auf die Handlung des Buches eingelassen hat, wird eine eigentümliche Faszination bei der Beschreibung der von Wolfgang Brunner erdachten fantastischen Welt spüren. Die eigentliche Handlung nimmt nach dem ersten Drittel des Romans kräftig an Fahrt auf, nur die merkwürdigen Einschübe des Autors sind mehr als gewöhnungsbedürftig. Er wendet sich in der Person des Ich-Erzählers an die Leser, um ihnen zu danken, dass sie ihn so weit begleitet haben. Was Wolfgang Brunner damit bezweckt, ist mir nicht so recht deutlich geworden, aber letztlich hat es auch nicht weiter gestört. Inzwischen ist aus dem ersten veröffentlichten Roman des Autors der Auftakt einer Reihe geworden, der zweite Teil ist unter dem Titel "Crytanus - Das Geheimnis von Griphus Nix" ebenfalls publiziert, der dritte in Vorbereitung. Wer eine spannende Geschichte mag, die durchaus auch nachdenklich machen kann, wird in der Cryptanus-Reihe eine passende Lektüre finden.

(Andreas Kurth, Mai 2012)

Der Geruch des Todes

Der Geruch des Todes

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