Feuerflut

Erschienen: Januar 2012

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Carsten Kuhr
Die Sigma Force ist zurück - Matt Reilly bekommt Konkurrenz

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Jul 2012

In einem Indianerreservat innerhalb des USA wird ein seit Jahrhunderten dort versteckter Goldschatz entdeckt. Was zunächst nur für Archäologen und Völkerkundler von Interesse schien, erweist sich nur zu bald als sensationeller Fund, ja als Bedrohung für den Fortbestand der Menschheit. Als man die Goldtafeln ins Freie bringt, explodieren diese und setzten Naniten frei, die den Zusammenhalt der Materie auflösen.

Auf der Suche nach einer Möglichkeit, den Prozess aufzuhalten sind auch die Agenten von SIGMA, der Spezialeinheit aus wissenschaftlich geschulten Soldaten mit an Bord. Schon bald stoßen diese auf Hinweise darauf, dass einer der Gründerväter von dem Geheimnis wusste, und auch damals schon der alte Widersacher SIGMAs, die Gilde gegen die Agenten des Präsidenten agierten und versuchten, die Geheimnisse um die Naniten für sich zu sichern.

Was vor ein paar hundert Jahren usus war, das erweist sich auch in der Gegenwart als Realität. Auf der Suche nach weiteren Nanitenvorkommen liefern sich die Agenten SIGMAs und die Gilde ein Wettrennen, wie man es sich dramatischer und actiongeladener kaum vorstellen kann. Verknüpft hat Rollins diesen Wettlauf gegen den Weltuntergang mit dem verschollenen jüdischen Stamm, den Ureinwohnern Amerikas und damit es unseren Helden nicht zu langweilig wird, einigen persönlichen Fährnissen.

Routiniert verfasste knallharte Action, aber es mangelt ein wenig an der Fortentwicklung

Im mittlerweile siebten SIGMA Force Roman – nach der, bedingt durch das Erscheinen des vorliegenden Romans als Weltbild Vorab-Exemplar, verzögerten Publikation der Romane die mittlerweile in den USA bei Band 13 angekommen sind – geht alles nach dem üblichen Schema vor sich.

Eine Bedrohung wird aufgebaut, Agenten von SIGMA und der Gilde liefern sich einen gewalttätigen Wettlauf um die vermeintlichen Schätze. Angereichert hat Rollins das Ganze dann dieses Mal mit der Geschichte der Gründerväter und der Indianerstämme, dem verschollenen Stamm der Juden und einer etwas aufgesetzt wirkenden Alzheimer-Erkrankung des Vaters eines Agenten.

Nun kennen wir derartige Thriller, wie die actionlastigen Romane treffend genannt werden, zu Genüge. Matthew Reilly hat die Richtung vorgegeben, Rollins marschiert nach Plan hinterher. Das ist wahrlich nicht immer logisch oder folgerichtig, da wird auch oft Kommissar Zufall bemüht, von schwarz-weiß Zeichnung der Antagonisten mal ganz zu schweigen – aber, und das ist ein großes ABER, der Text liest sich einfach packend in einem Rutsch durch.

So hanebüchen die Abenteuer auch daherkommen, gerne lassen wir uns als Leser auf diese ein. Geschickt mischt der Autor verifizierte wissenschaftliche Fakten unter seinen Plot, wechselt in schnellem Rhythmus die Erzähler und Handlungsorte und nutzt Cliffhanger weidlich.

So ist das Buch einmal mehr ein Roman, der einem lästige Wartezeit bestens vertreibt, wobei gewisse, immer wiederkehrende Grundschemata inzwischen recht deutlich werden. Hier ist der Autor gefordert, seine Handlung auf eine breitere Basis zu stellen, seinen Figurenkreis auszuweiten und sich weit mehr als bislang mit der Gilde zu beschäftigen. Und genau hier setzt er im Finale des Romans an – Fortsetzung folgt (ob auch für deutsche Leser, war noch nicht zu erfahren).

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