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Carsten Kuhr
Mission Impossible - der Todesstern lässt grüßen

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Jul 2012

Auf ihrem Weg ins All hat die Menschheit so manche Spezies kennen- und fürchten gelernt. Bis zum Aufeinandertreffen mit den echsenartigen Nomadenvolk der Ruul aber konnten alle Unstimmigkeiten immer auf Verhandlungswegen beigelegt werden. Man dachte, die Galaxis sei groß genug für alle. Ein Trugschluss, wie der Überfall der Ruul auf die Kolonien der Menschen und ihrer Nachbarvölker bewies.

Dem unbedingten Eroberungs- und Vernichtungswillen der Ruul hat man nur mühsam etwas entgegenzusetzen. In aufopfernden Kämpfen und waghalsigen Kommandounternehmen finden mutige Soldaten mehr über den unbekannten Feind heraus, und retten Kolonisten vor der Versklavung. Den Aufmarsch der Ruul aber kann man allenfalls verlangsamen, aufzuhalten ist er gegenwärtig nicht. Kolonien fallen dem Bombardement zum Opfer, Millionen Menschen werden gnadenlos niedergemacht, ein Sonnensystem nach dem anderen verloren.

Um den Echsen nicht die ganze Initiative zu überlassen, beschließt man schweren Herzens, einige Kolonien preiszugeben und sich auf eine Verteidigungslinie zurückzuziehen. Gleichzeitig soll ein Kommandounternehmen das Flaggschiff der Eroberer angreifen, in dieses eindringen und es letztlich durch Sabotage vernichten. Während als Ablenkungsmanöver ein bereits von den Ruul besetzter Planet zurückerobert werden soll, macht sich der Trupp, der aus Soldaten des militärischen Abschirm-Dienstes und skrupellosen Schwerverbrechern besteht, auf den Weg das Unmögliche zu wagen und die Befehlszentrale des Feindes zu infiltrieren ...

Stefan Burban legt nach - Military-SF made in Germany

Wer immer an Military-SF Gefallen findet, der kommt zwischenzeitlich an Stefan Burban nicht mehr vorbei. Statt John Ringo, David Weber oder Cole / Bunch tauchen immer öfter Romane aus dem Atlantis Verlag bei den Fans des Subgenres auf. Und wirklich erwartet den Leser - Untersuchungen zufolge rekrutiert sich der Leserkreis zum überwiegenden Teil aus männlichen Lesern zwischen 15 und 50 - genau das, was er von einem solchen Roman erwartet.

Wir erleben vorliegend nicht nur packende Raumschlachten und verlustreiche Eroberungen ganzer Planeten mit entsprechenden Strassenkämpfen, auch ein Kommandounternehmen steht dieses Mal auf dem Stundenplan. Das hat viel Tempo, jede Menge Action, ein wenig Pathos und erfüllt damit genau die Vorgaben der Fans. Es wird viel gelitten, gestorben und noch mehr gefightet, so dass man die Seiten kaum schnell genug umblättern kann, um zu erfahren, wie das Vabanquespiel enden wird.

Wie wir dies von den ersten beiden Romanen bereits gewohnt waren, stellt der Autor erneut neue Protagonisten ins Zentrum seiner Handlung. Lediglich auf Seiten der Ruul begegnen wir alten Bekannten. Das führt dazu, dass Burban immer wieder neue Kämpfer portraitieren kann, dass nicht immer wieder unglaubwürdig dieselben Soldaten in Fegefeuer entsandt werden. Die Figuren bleiben dabei relativ eindimensional, was aber bei der Rasanz der Handlung nicht weiter auffällt.

Zu klären bleibt noch die Unstimmigkeit, wie und warum es den Ruul als Gemeinschaft einander misstrauender Stämme von Nomaden gelingt, eine ganze Region der Galaxis ohne weiteren logistischen Rückhalt durch unterstützende Planeten zu erobern und wie sie die okkupierten Planeten überhaupt halten können, ohne an Schlagkraft merklich zu verlieren. Ansonsten ist "In dunkelster Stunde" spannende, kurzweilige Lektüre für Leser, die an packenden Kämpfen Gefallen finden.

(Carsten Kuhr, August 2012)

In dunkelster Stunde

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