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Michael Drewniok
Im Perpetuum Mobile der Gewalt

Buch-Rezension von Michael Drewniok Jun 2006

Er wollte nur kurz in den Drugstore und ein Päckchen Kondome besorgen, doch nun wartet Sherry, eine junge Aushilfslehrerin, schon mehr als eine Stunde auf ihren Lover Duane. In der korrekten Annahme, dass er sich in der Aussicht auf eine heiße Liebesnacht nicht einfach empfohlen hat, macht sie sich zunehmend besorgt auf die Suche. Die Sommernacht ist heiß, auf den Straßen sieht man kaum einen Menschen. Sherry ist deshalb froh, als sie ein bekanntes Gesicht sieht. Toby Bones sitzt in einer der Klassen, die sie unterrichtet. Er bietet ihr an auf der Suche nach Duane zu helfen. Sherry nimmt an, zumal sie amüsiert und geschmeichelt bemerkt, dass sich der schüchterne, dickliche Toby zu ihr hingezogen fühlt.

Doch hinter der Maske höflicher Zurückhaltung steckt ein Psychopath. Schon lange brodelt es in Toby. Er ist ein gesellschaftlicher Niemand, ein unattraktiver Außenseiter, den die Mädchen keines Blickes würdigen. In dieser Nacht bricht er alle gesetzlichen und moralischen Brücken hinter sich ab. Toby will sich rächen an der Welt – aber vor allem will er eine Frau: Sherry, die er nicht mehr aus der Ferne verehren sondern sie sich nehmen wird.

Genauso geschieht es und es ist fast zu leicht. Einmal in Tobys Gewalt, gelingt es Sherry nicht ihm zu entfliehen. Die Stadt scheint verödet, niemand bemerkt ihre Not. Die wenigen Pechvögel, denen sie sich verständlich machen kann, werden von Toby kurzerhand massakriert. Auch der arme Duane hat bereits sein Ende gefunden. Sherry ist auf sich gestellt. Ziellos fährt sie mit einem auch den Rest seiner Kontrolle verlierenden Toby durch die Straßen. Verzweifelt redet sie auf ihn ein, verhandelt, heuchelt Zuneigung, verspricht Gehorsam, selbst als Tobys Übergriffe zunehmend brutaler werden. Sherry weiß genau, dass sie sein letztes Opfer werden soll. Doch sie will leben und schmiedet einen verzweifelten Plan – nur: Wird ihr der irre aber schlaue Toby die Gelegenheit geben ihn umzusetzen oder muss sie vorher sterben wie so viele, deren Weg das unfreiwillige Paar kreuzt…?

Serienmord ist ein schmutziges Geschäft

";Rache"; erzählt eine ganz einfache Geschichte von Entführung, Folter, Mord und natürlich Rache. Autor Laymon berichtet, was geschieht, wobei er keinen Moment die Augen abwendet bzw. kein Blatt vor den Mund nimmt. ";Rache"; ist ein finsterer, beklemmender, schmutziger Thriller, der sich einen Dreck um das schert, was heute als politisch korrekt gilt. Stattdessen lotet Laymon zwei kriminalistische Phänomene aus: den Serienmord und die Selbstjustiz.

Der Serienmörder hat es zum Medienstar und zur Kultfigur gebracht. Das ";Publikum"; liebt Berichte und ";True Crime";-TV-Shows, in denen akribisch die Jagdstrecken möglichst blutig vorgehender Killer nachgezeichnet werden, immer neue, bizarrere Hannibal-Lecter-Klone entspringen den Hirnen einfallsarmer Roman- und Drehbuchautoren. Psychologen und Kriminologen machen sich viele wichtige Gedanken um das Wer und Wieso; gern dürfen auch die Angehörigen der Opfer ins Rampenlicht.

Jenseits dieses Rummels lauert die schmutzige Realität. Psychopathische Attacken sind keine kriminalistischen Planspiele, sondern direkte Angriffe auf Leib und Seele. ";Rache schildert genau das in einfachen, deutlichen, drastischen Worten, ohne ";literarische"; Ambitionen und damit auch ohne Ablenkungen. Dadurch bleibt jederzeit klar, dass hier ein nackter, erbarmungsloser Kampf auf Leben und Tod stattfindet. Jegliche Würde, jegliche Menschlichkeit bleibt auf der Strecke. Sherry und Toby lassen die Masken fallen – die eine will erst überleben und dann Rache, der andere endlich seinen unterdrückten Trieben freien Lauf lassen. Daran ist nichts Heroisches, Sherry keine verkappte Leistungssportlerin mit Nahkampfausbildung, die zielsicher zurückschlagen wird, Toby kein Täter, dem per Diskussion rational beizukommen wäre. Auf ein wunderbares Hollywood-Happy-End darf man nicht hoffen, daran lässt der Verfasser keinen Zweifel.

Laymon lässt kein Entrinnen zu. Hin und wieder gelingt Sherry eine ";kleine"; Flucht, die jedoch im Nichts öder Parkplätze oder verlassener Hinterhöfe endet. Sherry ist nicht schnell genug bzw. Toby zu brachial in seinem Amoklauf. Die wenigen Menschen, die in dieser Sommernacht unterwegs sind, scheren sich wenig umeinander. Bald gibt es Sherry gänzlich auf Aufmerksamkeit zu erregen: Entweder hilft ihr niemand – und wer ihr hilft, wird sterben, denn bevor es ihr gelingt, dem potenziellen Retter die Situation zu verdeutlichen, taucht schon Toby auf und macht kurzen Prozess. Ihren Kampf müssen Sherry und Toby unter sich ausfechten, und es wird nur eine/r überleben.

Es erwischt nicht immer nur die anderen

Sherrys Fluchtversuche enden auch deshalb im Nichts, weil sie völlig unvorbereitet und arglos in Tobys Falle tappt: Der Durchschnittsbürger schaut sich gern die zahlreichen ";Vorsicht, Strolche!";-Sendungen im Fernsehen an, kann oder will aber nicht begreifen, dass ihm oder ihr jederzeit ein ähnliches Schicksal blühen könnte. In äußerster Not muss Sherry den Umgang mit einem Psychopathen lernen. Fehler werden schmerzhaft bestraft. Vor allem begreift Sherry ihre völlige Hilflosigkeit. Niemand will oder kann ihr helfen. Retten kann sie sich nur selbst. Die vertraute Welt, in der sie sich tagsüber so selbstsicher bewegt, hat sich in ein Labyrinth verwandelt, das sie mit einem Ungeheuer teilt. Die Nacht ist Tobys Welt. Wenigstens für einige Stunden ist er der absolute Herrscher.

Die Lehre, die Sherry aus ihrer Horrornacht zieht, ist folgerichtig: Hilf dir selbst, denn dir wird niemand helfen. ";Hilfe"; bedeutet in diesem Fall auch ";Rache";: Sherry will keine Polizei, Toby soll nicht vor Gericht; sie wünscht keine peniblen, öffentlichen Schilderungen ihres Martyriums, und der Justiz vertraut sie nicht. Also nimmt sie das Recht in die eigene Hand – und wird selbst zur Kriminellen, die zudem noch zwei Halbwüchsige manipuliert, damit sie ihr zur Seite stehen.

Toby ist kein organisierter Täter, er hinterlässt überall Spuren. Er wird letztlich scheitern, man wird ihn fassen oder erschießen Toby ist sich dessen dunkel bewusst, doch hier und jetzt ist es ihm völlig egal. Die Zukunft hat er aus seinem Lebenskonzept gestrichen. Immer haben ";die Anderen"; – die Klügeren, Hübscheren, Reichen – bekommen, was ihm ebenfalls zusteht, wie er glaubt. Für ihn blieben nur Tritte, Hohn und Beschimpfungen. Wenn er nicht teilhaben darf, dann holt er sich eben, was er will, und pfeift auf die Konsequenzen. Endlich kann Toby bestimmen was geschieht. Das macht ihn zum gefährlichsten Menschen überhaupt, denn er hat nichts zu verlieren und wird sich jeden noch so perversen Wunsch erfüllen.

Wir alle können Psychopathen sein

War Toby schon immer ein Psychopath oder hat ihn sein trostloses Leben dazu ";gemacht";? Es gibt einen kurzen Texteinschub, aus dem hervorgeht, dass es beim Tod seiner Eltern nicht mit rechten Dingen zugegangen ist. Darüber hinaus verhindert Laymon auch diesen Versuch einer rationalen Erklärung. Diese Frage irrelevant. Toby handelt – und als Resultat seiner Taten sterben Menschen. Wieso er das tut, darüber werden später Kriminalisten, Anwälte, Psychologen und Medienvertreter ausgiebig diskutieren. Für Sherry wird es dann allerdings zu spät sein. Die brutale Eindeutigkeit dieser Erkenntnis schmerzt vor allem Gutmenschen. Laymon schildert ohne Heuchelei eine Situation, in der Gewalt scheinbar nur durch Selbstverleugnung, Erniedrigung und Gegengewalt gekontert werden kann. Zudem lauert sie nach Laymon in den meisten Menschen und wartet auf ihre Gelegenheit: Toby ist selbst überrascht, als er unter denen, die er mit Waffengewalt in seinen Bann bringt, immer wieder freiwillige Komplizen findet. Sie nehmen die Gelegenheit wahr, ihren eigenen sadistischen Anwandlungen zu folgen, und ";entschuldigen"; es damit, dass sie von Toby gezwungen werden.

Aber auch diejenigen, die Tobys Terror überlebten, sind gezeichnet. Sie haben die Gewalt kennen- und durchaus lieben gelernt. ";Die Macher"; nennen sie sich und warten geradezu darauf, dass in ihrer Anwesenheit jemand über die Stränge schlägt: Sie werden ihm oder ihr eine Lektion erteilen und sich der Macht erfreuen, die sie sich anmaßen – genauso, wie sie es gelernt haben.

Für dieses eigenwillige Finale wird man Laymon hassen, denn manche Wahrheit schmerzt. Das ist Laymon freilich gewöhnt, denn das Verhalten von Menschen in Extremsituationen hat er in seinen Romanen immer wieder zum Thema gemacht. ";Rache"; ist eine tour de force durch die ganz finsteren Gefilde der Seele. Daran teilzunehmen macht keine Freude, ist aber faszinierend: Der Mensch ist halt ein Voyeur; auch das eine bittere Medizin, die Richard Laymon großzügig austeilt.

Rache

Rache

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Letzte Kommentare:
21.08.2013 07:56:27
John Sinclair jun.

Rache war nun mein 4. Roman von Titten-Onkel Laymon. Ich komme einfach nicht mehr von seinen Büchern los. Rache habe ich in Rekordzeit verschlungen, weil die Spannung es nicht zulässt, das Buch einfach irgendwo herumliegen zu lassen. Man will einfach wissen, wie es weitergeht.
Rache ist wie auch schon an dieser Stelle erwähnt recht einfach zu lesen. Man sollte sich keine grossen Gedanken über die Logik machen. Im wirklichen Leben würde jeder dieser Akteure wahrscheinlich anders reagieren....oder vielleicht nicht? Und schliesslich handelt es sich ja um einen fantastischen Thriller und nicht um ein Sachbuch oder einen Roman aus wahren Gegebenheiten.
Entgegen anderer Meinungen bin ich der Auffassung, dass Rache auch von zart besaiteteren Leser(innen) genossen werden kann. Mir haben die blutigen und brutalen Stellen zwar Kopfschütteln verursacht, mehr aber nicht. Die Dialoge und Erzählungen waren teils langatmig aber nie sinnlos. Man kann ja auch nicht über 500 Seiten nur über Gemetzel schreiben.

08.02.2013 09:32:11
Cthulhu

Was andere in einer Kurzgeschichte mit dichter Atmosphäre untergebracht hätten, streckt Laymon auf über 500 Seiten. Dabei kommt er kaum von der Stelle, füllt stattdessen alles mit Belanglosigkeit, sinnlosen Dialogen und uninspirierten Ideen aus. Ein Fokus auf die Essenz hätte Rache sicherlich gut getan. Die Handlung an sich geht dabei völlig in Ordnung. Diese ist zwar nicht weltbewegend, aber zweckmäßig und böte grundsätzlich genügend Spielraum, um unterhaltsam/fesselnd zu sein.

Den Auftakt hat Laymon auch noch gut unter Kontrolle. Er baut eine gelungene Atmosphäre auf, bei der man das dräuende Unheil spürt, welches sich über Sherry zusammenbraut. Doch auch hier merkt man bereits erste Anzeichen für dümmliche Dialog und Detailversessenheit. Letzteres kann bei sauberer Ausführung ja durchaus ein Gewinn sein, bei Rache wird jedoch fast jeder Handgriff erläutert, jeder Gedanke ausgebreitet, dass es auf Belanglosigkeit und Langeweile hinausläuft. Danach geht es recht zügig zur Sache und auf Grund des Tempos kommt man recht schnell durchs Buch. Den Unterhaltungswert hab ich aber größtenteils vermisst. Das Verhalten der Figuren ist häufig so absurd und so an den Haaren herbeigezogen, dass es wirklich nervt. Insbesondere die zweite Hälfte mit den Jungs strotzt nur vor nicht nachvollziehbaren Handlungen und irrelevanten Dialogen.

Für den guten Auftakt gibt es noch ein paar gutgemeinte Punkte. Aber insgesamt passt bei Rache wenig zusammen. Weder der Schreibstil, noch die Figuren oder deren Handlungen. Einzig das Tempo kann überzeugen, es sei denn, Laymon verrennt sich mal wieder in Nichtigkeiten. 15°

31.07.2012 15:34:30
Andy09

"Rache" war nach "Die Insel" mein zweites Buch von Laymon. Daher war mir relativ klar wie er schreibt und auf was er Wert legt "Brüste" ;-)
Nee Spaß beiseite, ich bin riesiger Laymon Fan und von daher fallen meine Bewertungen wohl doch meist etwas besser aus als sie eigentlich sollten. Für mich ist dieses Buch eins seiner besten, wenn nicht das Beste! Ich liebe seine Art zu schreiben, da kann man einfach richtig abschalten.
Bei diesem Buch denkt man immer wieder "Das kann doch jetzt nicht auch noch passieren" und genau das gefällt mir. Manche hassen es gerade dafür. Das Buch ist brutal, sexistisch, makaber und doch sehr lusitg/ironisch. Für mich ein absolutes Highlight! 91°

22.07.2012 11:20:16
Sandy

Laymon hat es echt drauf brutal sexistisch zu schreiben,ist echt harte Kost ich hab das Buch aber trotzdem in 2 Tagen verschlungen!!!!!!!!!!!!!!!! Wer es blutig mag sollte hier drauf zurück greifen, mal was ganz anderes !!!!!
Und es muss auch nicht immer realistisch zugehen, natürlich gab es Stellen im Buch wo man sich fragt naja ob das Opfer sich jetzt in dieser Situation so verhalten würde.... aber darum gehts net .

10.06.2012 02:49:31
Markus Bootsmann

Ich habe es mir als leichte und schnelle Lektüre für eine lange Zugfahrt gekauft und dann......WOW!Habe es dann weitergegeben an ein paar echt lesebegeisterte Freunde,nicht jeder kam damit klar.Ähnlich wie Matt Ruffs"Ich und die anderen".Mann muss sich drauf einlassen,dann lässt es einen nicht mehr los.Einfach gut(UND HEFTIG!)

03.06.2010 21:49:46
Troll

Laymon will mit seinen Büchern Ekel und Erektionen erzeugen, was an sich die Qualität seiner Bücher keineswegs senkt. Viel habe ich von ihm noch nicht gelesen, kann aber sagen:
Laymon versteht es, die Nase des Lesers ans Buch zu kleben und er ist keineswegs ein schlechter Schriftsteller, doch \'Rache\' hat mich, ehrlich gesagt, enttäuscht. Es hapert rapide an der Logik und die Charatere sind alles andere als suptil konstruiert. Das Buch ist leichte Kost, ein solider Thriller, der mich aber weder schockiert noch beeindruckt hat.
Definitiv Geschmackssache, aber die Lücken in der Logik wird niemand leugnen können.

12.07.2009 10:07:44
Alexi1000

Rache war mein erster Roman, den ich von Laymon gelesen habe. Da ich relativ unbedacht rangegangen bin, war ich schon etwas schockiert. OK, über die Jahre gab es auch andere Autoren, die harte Kost produzieren, aber dieses war echt "over the top".
Man darf natürlich nicht allzu filigrane Ausarbeitung der Charaktere erwarten, aber die schnörkelloese Inszenierung hat mich in kürzester Zeit durch das Buch gezogen.
Gehört sicher mit zu den empfehlenswerten Romanen von Laymon.

01.07.2009 09:44:33
Mandy

Ich habe das Buch innerhalb eines Tages regelrecht verschlungen. Ich konnte es kaum aus der Hand legen, für ein oder zwei Mal, habe ich es dann aber doch geschafft (Man muss ja auch mal auf's Klo *g*) Laymon nimmt einen mit auf eine Reise durch diverse Szenarien und Situationen. Man fühlt sich völlig in die Geschichte integriert und kommt sich vor als sei man ein stiller Beobachter an allen Orten an denen das Buch spielt. Typisch Laymon sind wieder zahlreiche detaillastige und teilweise eklige Beschreibungen zu den Charakteren vorhanden. Obwohl die Situationen zum Teil wirklich an den Haaren heibeigezogen sind und solche Dinge im wahren Leben wahrscheinlich unmöglich passieren könnten, ist es ein fabelhaftes Buch. Auch Filme sind oft nicht realistisch aber das ist doch auch der Reiz an solchen Medien. Ein großer Pluspunkt dieses Buches ist, dass es an keiner Stelle langweilig ist. Oft hat man einige zusammenhängende Seiten, die man so schnell wie möglich hinter sich bringen will, weil sie einfach öde und anstrengend zu lesen sind. Sowas gibt es in "Rache" nicht.
Zusammengefasst ist dieses Buch eines der besten was ich je gelesen habe, einfach aufregend und mitreißend, von der ersten bis zur letzten Seite. TOP!

05.02.2009 22:10:50
LadyGodywer

Ich konnte mich gar nicht mehr losreißen von dem Buch.
Zum Teil sind einige Charaktere sehr unrealistisch, aber die Beschreibung dieses ekelhaften dicken und schwitzigen Psychopathen, war einfach nur klasse. Ich habe mich beim lesen richtig vor diesem Typen geekelt und die ganze Zeit mitgefiebert,das sie ihn endlich unschädlich machen. Und ausserdem muss im Leben( und im BUch) auch nicht immer alles logisch sein.Leider hatte das Buch so seine Längen,doch da lese ich einfach immer etwas "unsorgfältiger" :)
Lg!

21.09.2008 17:59:46
Panthercat

Dieses war mein erstes Buch was ich von Richard Laymon gelesen haben und ich war total fasziniert von der Art und Weise wie er die einzelnen Szenen beschreibt. Man könnte meinen der Autor hat diese Dinge selber erlebt, so detailreich sind seine Beschreibungen. Natürlich könnte man stellenweise Meinen, die Erzählungen/Handlungen sind nicht wahrheitsgetreu, total übertrieben und realitätsfremd aber dennoch spekuliert man darüber, ob es nicht doch solche Menschen geben könnte, die solche psychischen Probleme haben. Richard Laymon ist mein Lieblingsschriftsteller geworden und ich habe seine anderen Bücher nur so verschlungen. Bin ein absoluter Fan von ihm. Schade nur, dass er nicht mehr lebt. Hoffe, es werden noch mehr seiner Bücher ins Deutsche übersetzt.

08.08.2008 17:32:06
Stefan83

Kult ist ein Wort, das im Zusammenhang mit dem Namen des Autors Richard Laymon immer wieder genannt wird. Aus welchen Gründen ihm seine Anhängerschaft diesen Status verliehen hat, bleibt für mich nach der Lektüre von „Rache“ leider nicht nachvollziehbar. Lediglich der Ankündigung Kings im Klappentext, „Es wäre ein Fehler, Richard Laymon nicht zu lesen“, stimme ich zu. Sofern man das Wort „nicht“ streicht, denn selten zuvor hab ich mich durch ein so miserables Buch gequält. Dabei sollte erwähnt werden, dass ich mich schon geistig auf nicht anspruchsvolle, kurzweilige Literatur eingestellt hatte. Letztendlich hat dies nichts genützt, denn die Storyline, wenn man hier überhaupt von so etwas sprechen kann, hat meine schlimmsten Erwartungen übertroffen. Trotz einer eigentlich guten Ausgangssituation mit viel Potenzial geht dem Plot schon nach wenigen Seiten sprichwörtlich die Luft aus. Was übrig bleibt ist eine Zusammenmischung von realitätsfremden und schwachsinnigen Dialogen, die bis zum Äußersten in die Länge gezogen werden. Damit wird eine Geschichte, die eigentlich von ihrer Tiefe vielleicht für eine zwanzigseitige Kurzgeschichte angemessen gewesen wäre, aufgebläht und Platz für gleich eine Vielzahl tumber Charaktere geschaffen. Die Darstellung sämtlicher Figuren ist schlichtweg völlig unglaubwürdig, platt und oberflächlich. Eine innere Handlung ist nicht existent, es bleiben leblose, leere Hüllen die hirnlos (ein anderes Wort fällt mir dafür nicht ein) durch die Story taumeln, um ebenso hirnlose Dinge zu tun. Einen Spannungsbogen sucht man, wie eine irgendwie geartete Logik, vergebens. Hier ist es normal, es sich als Frau nackt zwischen zwei 16-jährigen bequem zu machen, obwohl man weiß, dass die eigene Familie ins Visier eines psychopathischen Killers geraten ist. Eine kurze Mitteilung auf dem AB genügt, dann wird sich wieder dem erotischen Techtelmechtel und den Bloody-Marys gewidmet. Da hat mir teilweise nur noch der verschwitzte Klempner an der Tür gefehlt. Warum das Buch in der „Heyne Hardcore“-Reihe erschienen ist, bleibt eine ebenfalls nicht zu beantwortende Frage. Die „erhoffte“ Brutalität spiegelt sich höchstens in wilden Schießereien und Messerstechereien wieder. Stattdessen ergeht sich der Autor in genüsslichen Beschreibungen von Brustwarzen und Schweißperlen, sowie hastig durchgeführten Vergewaltigungen, an denen die Opfer irritierenderweise dann auch noch Freude finden. Ausgerechnet an der Stelle, an der Laymon tatsächlich in Gewaltphantasien schwelgen könnte und die sich selbst der humanste Leser als langerwarteten Höhepunkt ersehnt hat, deckt er dezent das Tuch des Schweigens aus und lässt die wohlverdiente, titelgebende Rache der Protagonistin unbeschrieben. Ein unbefriedigenderes Ende hätte man nicht finden können. Insgesamt ist „Rache“ ein Thriller, der nach einem guten Beginn in eine dümmliche, extrem anspruchslose Story verflacht, die sich im weiteren Verlauf auch nicht mehr entwickelt und mit dem enttäuschenden Ende, auf das man spannungstechnisch gut fünfhundert Seiten gewartet hat, das schlechte Bild abrundet. Allein schon aufgrund einer Vielzahl besserer Alternativen wird dieser erste Laymon auch mein Letzter bleiben.

26.05.2008 08:20:21
mase

Hui, über 500 Seiten rohe Gewalt und sexuelle Phantasien. Zeitweise schämte ich mich, weil ich Gefallen daran hatte, aber dann sagte ich mir, das ist Laymon, also passt das schon. Das war jetzt sein 4. Buch und für mich liegt dieses am nächsten an der Realität. Natürlich sind die Handlungen der Personen teilweise unlogisch, doch was in solchen Extremsituationen logisch ist und was nicht, wer weiss das schon?

Das Ende, oder quasi das Nachwort ist ein grandioser Abschluss und macht diesen Alptraum am Schluss sogar noch "rund".

Mehr gibts nicht zu sagen. Hinsetzen, anschnallen und selber lesen.

15.03.2008 15:39:14
Sonny

Komplett realitätsfremd und nichts für Zartbesaitete. Aber Stil, Tempo und auch die ungewohnte Brutalität machen Rache zu meiner Nr. 1 unter den bislang gelesenen.
Stehe definitiv mit im Fan-Block

06.03.2008 20:33:45
Heaven23

Laymon ist einfach ein Meister des Schreckens, entweder liebt man ihn oder man hasst ihn. Er hat seinen eigenen erschreckenden Stil. Rache war mein erster Roman von ihm und er hat mich direkt überzeugt. Rache ist stellenweise so detailgetreu, dass es einem eiskalt den Rücken runter läuft. Erschreckende Gewalt- und Sexszenen. Nicht jedermanns Sache, aber wer den Stil mag, wird Rache lieben !

09.12.2007 16:33:17
Stubs

Rache zählt derzeit zu meinem Lieblings-Laymon.
Auf Laymon muss man sich einlassen, dürfte wohl eher in die Pulp-Liga einzuordnen sein, dann nimmt er einen aber mit und zeigt, wie menschliche Seelen am Abgrund tanzen.
Erst dann wird Rache zum puren Lesespaß. Das Tempo ist schnell, sprachlich ohne Schnörkel und Lametta. Eingängig und leicht zu lesen. Laymon peitscht den Leser durch die Handlung und setzt immer noch einen drauf - entsprechend der Erwartungshaltung des Lesers. Die Faszination liegt zum Teil an der Fähigkeit, die kleinen Abgründe im menschlichen Dasein hervorzuzerren und sie systematisch aufzupumpen, bis man nur noch mit dem Kopf schütteln kann. Aber bleiben wir bei der Wahrheit, ein Rest Zweifel bleibt, ob es nicht doch sein kann, dass man selbst oder andere in Extremsituationen tatsächlich .... Bei den Beschreibungen der Gewalt- und Sexszenen überlässt er selten dem Leser die Möglichkeit, phantasievolle Gedankenbilder aufzubauen, aber zwischen den Zeilen ... ich finde, das bekommt er großartig hin.
Laymon ist extrem und die Meinungen zu seinen Büchern dürften entsprechend auseinandergehen. Laymon-Fans und Laymon-Hasser - dazwischen werden sich nicht viele tummeln.
Ich steh' zumindest im Fan-Block.

06.12.2007 14:49:07
Bio-Fan

Ich habe "Rache" gerade zum zweiten Male gelesen. Beim ersten Durchlauf vor 2 Jahren war ich ziemlich schockiert. Auf eine solche Orgie von Sex und Gewalt war ich nicht vorbereitet gewesen, da es damals auch mein erstes Buch von Laymon gewesen war.
Jetzt, mit einer gewissen Laymon-Erfahrung, dachte ich, daß sich bei mir etwas verändert haben könnte. Doch ich bin genauso unsicher, ob ich mich einer Interpretation a la Michael Drewniok anschliesse oder ob es Hardcore im wahrsten Sinne des Wortes ist.
Aber eins ist für mich klar,auch nach der Lektüre anderer Werke von Richard Laymon, er ist ein genialer Schriftsteller gewesen. Kaum einer schafft es mit vergleichbar einfachen sprachlichen Mitteln soviel Unsicherheit, Doppeldeutigkeit, ja Bodenlosigkeit zu erzeugen.

23.09.2007 21:20:15
jepjepp

also ich finde das buch geil und das beste ist das obwohl "die rache " ein wenig enntäuschend ist das man sich selber ein bild davon machen kann was abgelaufen is....

10.08.2007 20:24:23
Heinz Bobbes

...und wenn die Laymon'schen Bücher nur erreichen, sog. Gutmenschen vor den Latz zu schießen, dann ist schon viel erreicht.
Derartiges als "krank" abzustempeln sind die Argumente der Überforderten.
Buch ist super, typisch Laymon, typisch genial.

10.08.2007 15:51:35
BloodyMary

Richard Laymon ist ein super Autor!
So wie er schreibt, bleibt es immer spannend!!
Kann seine Bücher gar nicht mehr aus der Hand legen, sobald ich einmal angefangen habe.

Und diese ganzen Spießer hier versteh ich überhaupt nicht - dann solln se lieber Liebesromane lesen, wenn se nicht drauf klar kommen.

Ihr sagt, Laymon habe keinen Ausdruck in seiner Sprache. Gerade das find ich gut, dass er nicht lange um den heißen Brei herum schreibt und jedes noch so kleine Detail ausführlich beschreibt. So bleibt man dran und die spannung wird gehalten.

@badger: Also erstmal "Primitives Zeug für echte Männer". Bekommst du auch zu Hause bei "Alarm für Cobra 11" Angst oder hast du echt noch nie nen Porno oder nen Tarantino-Film gesehen?!
Klar ist diese Vergewaltigungs-Szene krass beschrieben, aber das ist doch grad die Kunst!

Also, ich fand das Buch absolut hammer! Spannend vom Anfang bis zum Ende..
Ich freu mich schon auf "Nacht", das heute geliefert wurde und zu Hause auf mich wartet :-)

Liebe Grüße euch allen!

19.07.2007 10:20:18
silvia

Es ist nichts logisch darin. Aber ich habe es verschlungen, obwohl... es mir zwischendurch einfach zu langweilig war, und ich oft die Seiten überflogen habe. Ja, nicht nachdenken, lesen und schnell alles vergessen. Habe ich gemacht. War spannend und schnell gelesen. Denke nicht, dass ich zu den primitiven, kranken Menschen gehöre, wie "badger" meint. Ich habe das Buch gekauft, anhand der kurzen Übersicht auf der letzten Seite, die war mehr als spannend. Es ist und bleibt wohl nicht das einzige Buch, bei dem man erst während des lesens herausfindet, dass es nicht DAS ist, was man sich vorstellte. Doch noch immer gilt beim lesen: UNSERE VORSTELLUNGSKRAFT! Wir geben dem Buch den letzten Schliff... wie stellen uns vor, wie was wo passiert. So soll es auch sein, dafür sind Bücher da, auch dieses gehört dazu.

09.07.2007 23:55:26
Frank

Unlogisch,an den Haaren herbeigezogen,und zudem politisch absolut unkorrekt.
Aber - ein Heidenspaß.Nichts zum nachdenken,sondern schnell zu lesende,leicht konsumierbare Popcornliteratur.
"Das Spiel" + der "Parasit" bleiben aber die besseren Roman von R.Laymon.
R.I.P.

09.07.2007 17:22:49
badger

Ich schließe mich den 1. und 2. Bewertungen hier voll an. Ein totaler, irrsiniger und blöder Mist für primitive Menschen, die sich besser Pornos rein ziehen sollten - sorry, aber das Buch, welches ich nicht zu Ende gelesen habe - macht mich einfach wütend.

09.08.2006 18:34:38
D.F.

Wieder so ein Autor, an dem sich die Geister scheiden ... In den USA gehört der mittlerweile verstorbene Laymon zu den ganz Großen. Ich hoffe nur, daß das in Deutschland nicht so kommen wird. Denn Laymons Bücher sind in meinen Augen - pardon: unverschämt schlecht. Geschmackssache hin, Hardcore her - aber auch RACHE ist wieder einmal handwerklicher Mist. Fadenscheinige Charaktere, die nicht nachvollziehbar agieren, pubertäre Sex- und Vergewaltigungsphantasien, Gewalt um der Gewalt Willen, und eine auf ein Minimum an Ausdruckskraft reduzierte Sprache: so stellt sich mir dieses Buch dar.
Wer Hardcore will, sollte besser zu Autoren wie Clive Barker greifen, die wenigstens ihr Handwerk verstehen, die eine morbide Sprache zum Erblühen bringen können und für die Horror und Grusel mehr sind als tumbes Drauflosdreschen und Effekthascherei.

20.07.2006 17:26:20
H.A.

Serh gelungenes Buch, kann ich jedem nur weiterempfehlen. Dieses Buch bin ich nur durch Zufall aufgefallen, weil ich zuvor "Evil" gelesen habe, welches auch in der Heyne Hardcore Reihe erschienen ist. Ich war auch leicht verwundert, dass es sich hier auf der phantastik couch befindet, ich hab es nämlich zuvor vergeblich auf der krimi couch gesucht, wo ich sehr aktiv bin, denn Krimis sind meine leidenschaft. Also dieses Buch ist auch nur an alle thriller leser weite zu empfehlen.

MfG Anja

11.07.2006 20:23:54
Divina

Mir hat das Buch ÜBERhaupt nicht gefallen.
Bin bestimmt nicht zimperlich und ein großer Fan von Mr. King....aber was hier geboten wurde, ist einfach nur Effekthascherei.

Mit Horror im eigentliche Sinne hat das Buch nichts zu tun, wie ich finde.
Es ist eine Aneinanderreihung von Gewalt (vornehmlich gegen Frauen bzw. Frau)
wie sie wohl auch im realen Leben passieren kann. (leider)

Mir ist suptiler lieber.
Es bleibt wahrscheinlich mein erstes und letztes Buch von Laymon.