Dark Waters

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  • Erschienen: Januar 2012
Dark Waters
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Carsten Kuhr
76°

Phantastik-Couch Rezension vonJul 2012

Ein packendes Piratenabenteuer

Einst, nein halt, vor zwei Monaten noch war ich noch Leutnant der Inquisition. Die große Familie unterstützte mich, ich durfte mich in Schlachten bewähren und hatte immer ein paar Dublonen für Wein übrig. Ich war ein Held!

Lachen sie nicht, ich war wirklich einer, hatte ich doch im Dienst der Inquisition einen Titanen getötet. Ja, da staunen sie, was? Ein waschechter Held!

Doch dann schaute ich einmal zu oft ins Weinfass und schon kam mein Kommandeur auf eine Idee, die mir so gar nicht sympathisch war.

Seit einiger Zeit dünnte ein riesenhafter Krake die Flotte der Inquisition aus. Ein stolzes Schiff nach dem anderen sank mitsamt seiner tapferen Mannschaft auf den Meeresgrund. Komischerweise verschonte der Krake die Schiffe unserer Gegner, der Piraten. Also wurde ich unehrenhaft, wegen zu viel Weingenusses - kann es so etwas überhaupt geben, zu viel Wein? - aus der Inquisition entlassen und sollte mich in Antigua den Piraten anschließen. Als Empfehlung und Eintrittskarte bekam ich die bezaubernde Tochter Stahlbarts, eines der berüchtigsten Freibeuters der Meere, die schlagkräftige Patty an die Seite gestellt. Mit ihrer Hilfe sollte ich eine magische Waffe der Piraten an mich bringen, den Kraken ausschalten und das Gleichgewicht der Kräfte auf See wieder herstellen.

Sie haben den Konjunktiv bemerkt - ja ich bin ein gebildeter Mann! Sollte, hätte, würde ... doch dann kam, wie ja zu erwarten war, alles ganz anders.

Zwar gelang es mir noch, unter großen persönlichen Opfern und unsäglichen Gefahren mich bei den Piraten einzuschleichen, doch dann erfuhr ich, dass die Dämonin Mara die Siegel, die sie bannten, gebrochen hatte und dass sie die vier magischen Gegenstände, die sie besiegen könnten, in die Obhut der vier berüchtigsten Freibeuter der Karibik gegeben hatte. Die Titanenlanze konnte ich mit Unterstützung einer zauberhaften Voodoo-Priesterin an mich bringen - fragen sie nicht, ich tötete meinen zweiten Titanen, jetzt sind die Götter auch noch hinter mir her - doch dann will mein alter Arbeitgeber mich zwingen, die Lanze der Inquisition auszuhändigen und meine Kameraden am Strick baumeln zu sehen - das kann ich nicht machen, das versteht sich doch von selbst - und so werde ich zum Schrecken der Meere und mache mich auf, die Dämonin Mara das Fürchten zu lehren ...

Game Tie-In auf den Spuren von Jack Sparrow

In den letzten Jahren nahm die Anzahl der Bücher zu erfolgreichen PC-Games immer weiter zu. Mit Panini hat sich ein Verlag dieser Nische auch im Deutschen Buchmarkt angenommen und versucht, recht erfolgreich, die Spieler zum Lesen zu animieren. Verfasst werden die Romane zumeist von gestandenen Autoren des anglo-amerikanischen Sprachraums, die ihre eigene Spielleidenschaft hier in einen Text umsetzen können.

Steven Savile, der letztes Jahr bei uns mit seinem bei Cross-Cult publizierten Thriller "Silber" für Furore sorgte, durfte sich dieses Mal mit den Korsaren der karibischen Meere beschäftigen.

Auf den Leser wartet ein Ich-Erzähler, der bewusst nahe an einem gewissen Jack Sparrow angesiedelt wurde. Nicht etwa, was seine Herkunft, seine Verwurzelung mit der Autorität - hier der Inquisition - anbelangt, sondern seine despektierliche Art, sich mit Autoritäten anzulegen erinnert an den gefeierten Kino-Helden. Auch sonst hält das Buch fast alles für den Leser bereit, was man von einem packenden Piratenabenteuer erwartet. Stürme, Meeresungeheuer, Voodoo-Zauberer, einzig der Kanonendonner von Breitseiten fehlt im Buch.

Das Ganze liest sich dann aber durchaus eigenständig. Geschickt variiert der Autor bekannte Grundthemata, wandelt diese geringfügig ab und unterhält seine Leser von der ersten Seite ab packend. Das hat hohen Unterhaltungswert, ist sehr bildreich ausgeführt und eignet sich so bestens dafür, den Eindrücken am Bildschirm weitere vor dem inneren Augen hinzuzufügen. Sprachlich eher einfach gestrickt erwartet den Leser keine große Charakterentwicklung, sondern ein auf den Punkt geschriebenes Abenteuer voller dramatischer Wendungen - ideale Ferienlektüre eben.

(Carsten Kuhr, Juli 2012)

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