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Verena Wolf
Mystery-Thriller mit Botschaft

Buch-Rezension von Verena Wolf Nov 2012

In "The Lost God" verwebt Spörri Echtes und Erfundenes: Hintergrund der fiktiven Geschichte ist eine echte Reise des Autors nach Ägypten, bei dem ihm (angeblich) ein Grabräuber einen mumifizierten Riesenfinger zeigt. Spörri macht von diesem "Relikt von Bir Hooker" Fotos, die in der Innenseite des Umschlages des Buches zu bestaunen sind. Und damit ist auch klar, was Spörri umtreibt, die Frage: Gab es Riesen in Ägypten und was würde das bedeuten? Diese echte Reiseerlebnis-Beschreibung ist der Auftakt des Romans. Spörri unternahm weitere Reisen nach Ägypten. Fotos und kurze Zusammenfassungen z.B. von den Riesen-Sarkophagen im Serapeum von Sakkara und seinen Diskussionen mit seinem Landsmann Däniken sind im Anhang des Buches aufgeführt. Das Relikt ist ein guter Aufhänger für einen Thriller, auch wenn dies und die Däniken-Ecke die Taktung und den Inhalt des Romans vielleicht schon ein bisschen zu sehr vorgibt und die Handlung so vorhersehbarer wird.

Zwischen Fakt und Fiktion

Ob der Riesenfinger nun wirklich ein echtes Artefakt ist - auch wenn Spörri anscheinend davon überzeugt ist - sei einmal dahingestellt. Sein Buch ist schließlich ein Roman, also ist das nur sekundär wichtig. Worum geht es also? Die Endzeit-Vision von Spörri ist voller Action. 19 seltsame Objekte sind auf die Erde gefallen; sind es Sonden, Ufos oder außerirdische Botschaften? Während die Menschheit noch entsetzt versucht dies herauszubekommen, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Das zeigt Spörri mit einem ganzen Blumenstrauß an Personen. Da gibt es zum Beispiel den NASA-Chef Charles Bolden, den österreichischen Fotografen Maximilian Lindner, der sich auf schockierende Fotos spezialisiert hat, den Astronomen Ned Kelly und Sally Brown, eine Journalistin, die die Chance bekommt ins All zu fliegen. Die weiblichen Protagonisten kommen allerdings etwas zu kurz: Die erste Dame kommt überhaupt erst auf Seite 125 vor und sie und ihre Geschlechtsgenossinnen zeichnen sich vor allem durch ihre Attraktivität aus. Egal, ob Spörri eine Wissenschaftlerin oder eine japanische Bonding-Künstlerin einführt, allein ihr Aussehen beschäftigt die männlichen Personen - und auch den Leser - aber das immerhin immens.

Die Herren haben mehr zu sagen, allerdings zeitweise nicht sehr lebensecht. Sie dienen oft als "Talking Heads", es scheint, sie sind vor allem von Spörri eingeführt worden, um sein Weltbild dazulegen. Besonders bei den Gesprächen eines Indonesiers und des Österreichers Maximilian Lindner werden viele Themen pro und contra über Seiten diskutiert. Sei es der Islam, die Produktion von Palmöl, auf Kosten der letzten Rückzugsmöglichkeiten der Orang Utans, Umweltverbrechen, Tierquälerei zur Erzeugung von zweifelhaften Delikatessen und die geschäftstüchtigen Hintergründe der Klimawandeldebatten. Es sind alles wichtige Themen, bei denen Aufklärung und Diskussion absolut lohnt, allerdings tritt dahinter die Story zurück. Auch wird so getan, als wären die beschriebenen Details und "Fakten" wie zum Beispiel Parallelen im Lebenslauf von Jesus und Horus alle wahr und belegt. Um das wohl zu bekräftigen, wird im Klappentext auf eine Internetseite des Autors verwiesen für mehr Informationen zum Thema Relikt und den angesprochenen Themen. Das ist nett, bleibt aber ein wenig hinter den Erwartungen zurück! Der Verdacht bleibt, dass hier in Form des Romans Überzeugungsarbeit geleistet werden soll.

Endzeitroman ohne Kitsch und Zuckerguss

Auch wenn die Grundidee - hatten wir schon einmal Besuch aus dem All? -  nicht komplett neu ist, wirklich gut ist das Spörri keine Gefangenen macht. Seine Charaktere sterben gern wie die Fliegen, kaum hat man sich an manche Figur gewöhnt, da schlägt das Schicksal rasant zu. "The Lost God" ist ein schnelles, amerikanisiert angehauchtes Scifi-Abenteuer, das nie langweilt. Gut neben der Erbarmungslosigkeit ist, dass eindeutig viel Herzblut des Autors in "The Lost God" steckt. Das merkt man beim Lesen und man hat mit dieser negativen Zukunftsvision, die dem Untertitel "Tag der Verdammnis" treu bleibt, sicher furiosen Spaß.

(Verena Wolf, November 2012)

The Lost God - Tag der Verdammnis

The Lost God - Tag der Verdammnis

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Letzte Kommentare:
27.05.2013 12:54:48
Frank Hertel

Gregor Spörri rührt enthüllende Gegenwartsdramatik und düstere Science-Fiction zu einer explosiven Mixtur. Dabei macht er auch vor bekannten Namen nicht halt und seziert religiösen Fanatismus, Geschichtsbewältigung, Ursprungskatastrophen und die Verharmlosung globaler Grundprobleme. Mir hat's gefallen.

29.04.2013 11:16:48
Samuel Frei

Die Entdeckung des Relikts von Bir Hooker (Überbleibsel eines riesenhaften Monsters), hat den Autor wohl auf die Idee gebracht, solche Wesen dazu einzusetzen, das Übel Menschheit konsequent mit der Wurzel auszureißen. Angesichts unserer Gesellschaftsentwicklung kann ich ihm derart finstere Gedanken nicht einmal verübeln. Für mich haben Spörris streitbare Ursachenforschungen vielmehr informativen als (ideologischen) belehrenden Charakter, ist er doch bemüht, nicht nur (s)einen Standpunkt aufzuzeigen. "The Lost God" ist für mich denn auch mehr als ein spannender Endzeitthriller. Mit der Benennung realer Persönlichkeiten sowie aktuellen und künftigen Ereignissen, entwickelt sich die Geschichte zu einem Zeitdokument mit messbarem prophetischem Potential. Die Vorhersagen zum vermeintlichen Klimaschwindel, zu religiösem Fanatismus, Ressourcengangstern, zur organisierten Kriminalität, Übervölkerung, Verrohung, Verarmung u.s.w. sind zwar provokant, lassen aber, verfolgt man das Tagesgeschehen, auf keine allzu großen Irrtümer hoffen.

Und so frage ich mich mit einem gewissen Unbehagen, inwieweit der indonesische Jeepfahrer recht behält, wenn er auf Seite 121 verkündet: "Der Menschheit steht ein neues Zeitalter der Barbarei bevor."