Donner

Erschienen: Januar 2013

Couch-Wertung:

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Carsten Kuhr
Alexey Pehov rockt die Fantasy

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Dez 2012

Einst waren sie, Ness und Lahen, die besten Auftragskiller, die man für Gold und gute Worte engagieren konnte. Während Ness mit seinen Pfeilen das Opfer aus der Ferne erledigte, sorgte Lahen mit ihrem Funken dafür, dass sie nicht erwischt wurden. Selbst die Ermordung einer Schreitenden, einer Magierin mit ausgebildetem Funken, war ihnen gelungen. Danach wollten sie sich zu Ruhe setzen. Doch dann kam es, wie es einfach kommen musste - das Schicksal wollte sie in ihrem abgelegenen Dorf nicht in Ruhe lassen. Typhus, eine der Verdammten, eine Schreitende die vor Jahrhunderten in den Nekromantenkriegen rebellierte, heftete sich auf ihre Fersen. Ness und Lahen flohen durch ein vom Bürgerkrieg gebeuteltes Land.
Auf der Flucht lernten sie den Heiler Shen und die Schreitende Rona kennen und stießen immer wieder auf den Soldaten Luk und den Kämpfer Gan ´nor.

Im Finale des zweiten Teiles musste Ness schließlich hilflos miterleben, wie seine geliebte Lahen gnadenlos getötet wurde. Fortan beherrscht nur noch ein Gedanke sein Streben - Rache um jeden Preis. Zusammen mit Typhus, die ebenfalls eine Rechnung mit dem Mörder offen hat, Shen und Rona zieht er in Richtung Regenbogental, zur alt-ehrwürdigen Schule der Schreitenden. Dass diese lange zuvor von den Truppen der Verdammten und ihrer Nekromanten erobert wurde, ahnen sie nicht.

Auf unterschiedlichen Wegen begeben sich Ness und seine Begleiter sowie Luk und dessen Kameraden danach zur großen Treppe, dem Tor zum Norden. Auf dem Weg lauern nicht nur Spitzohren, Dämonen und wandelnde Untote sondern auch einige der Verdammten auf sie ...

Für so wenig Inhalt liest sich der Roman erstaunlich kurzweilig

Was uns Alexey Pehov im dritten Band seine Tetralogie präsentiert ist, wenn man es sich einmal nüchtern zu Gemüte führt, wahrlich nicht viel. Wir begleiten unsere beiden Gruppen bei ihrer Reise durch ein vom Krieg gebeuteltes Reich, stoßen immer wieder einmal auf versprengte Truppen und magische Überbleibsel aus der Vergangenheit, ohne dass wirklich viel oder gar Entscheidendes passieren würde. Lediglich in den letzten 5 bis 10 Seiten kommt es zu einer wirklich packenden Wende, bis dahin vermisst man ein wenig die Dramatik, die glorreichen Gefechte oder die Aufklärung von Geheimnissen.

Trotzdem, und das ist überraschend, liest sich der Roman nicht etwa langatmig oder gar langweilig, sondern der Plot hat durchaus das Potential, seine Leser zu unterhalten. Statt uns also mit packenden Auseinandersetzungen an die Seiten zu fesseln, setzt Pehov auf andere Qualitäten - er erschafft interessante Gestalten, die miteinander agieren, sich dabei weiter entwickeln und immer wieder neue Wege beschreiten.
In der erneut vorbildlichen Übersetzung von Christiane Pöhlmann treten diese Figuren förmlich aus dem Buch heraus, nehmen plastischer Gestalt an, und wachsen uns ans Herz. Wir können ihre Beweggründe nachvollziehen, nehmen an ihren Triumphen ebenso teil, wie an ihren Niederlagen. Und jede der Gestalten muss ab und zu eine schmerzliche Schlappe einstecken, muss seine Einstellungen überdenken, sich neu positionieren. Geschickt flechtet der Autor immer wieder Hinweise auf die Vergangenheit ein. Mit Typhus, die nach wie vor in einem Männerkörper festsitzt, nutzt Pehov die Möglichkeit, den Krieg vor 500 Jahren aus dem Blickwinkel einer der damaligen Teilnehmerinnen zu schildern, deren Motivation darzulegen und Hinweise auf die versiegenden magischen Kräfte zu geben.
Immer wieder taucht ein mysteriöser Magier auf, der durch die Jahrhunderte hinweg Anstöße gibt, und unauffällig in das Geschehen eingreift. Hier finden sich viele Ansatzpunkte, die in dem in Vorbereitung befindlichen Finale zusammengeführt und gelöst werden müssen.

Carsten Kuhr, Mai 2013

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