Meister der Stimmen (Die Legende von Eli Monpress 2)

Erschienen: Januar 2012

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Carsten Kuhr
Klassische Abenteuerfantasy neu belebt

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Dez 2012

Der Geisterhof hat eine Warnung herausgegeben - ein Dieb ist unterwegs in den Königreichen, ein Dieb, der sich nicht scheut, selbst bestens geschützte Burgen heimzusuchen und um ihre Schätze zu erleichtern.

Dabei geht es Eli Moinpress beileibe nicht nur um den schnöden Mammon - die Herausforderung reizt ihn weit mehr als das Gold, das er allerdings gerne mitnimmt. Zudem hat er einen Traum - während andere sich ein glückliches Leben, reichen Kindersegen oder Weisheit als Lebensziel ausspähen, will Eli erreichen, dass auf seinen ansehnlichen Kopf das höchste jemals ausgesetzte Kopfgeld ausgelobt wird. Von seinem Ziel, den eine Millionen Goldtalern, ist er allerdings noch ein wenig entfernt. Doch, was nicht ist, kann ja noch werden und so entführt er kurzerhand den König Mellinors um Lösegeld zu fordern.

Dass dessen seit Jahrzehnten verbannter Bruder die Gelegenheit nutzt, sich selbst auf den Thron zu setzen und ein magisches Kleinod, das ihm die Herrschaft über alle Geister einbringt, an sich reißt, durchkreuzt seine Pläne. Dass der Geisterhof zudem die Magierin Miranda Lyonette ausgesandt hat, ihn zu fangen, bringt dann weitere Würze ins Spiel. Um den Usurpator aufzuhalten, müssen sich unsere beiden so ungleichen Magiebegabten und ihre Verbündeten zusammenraufen und an einem Strang ziehen - auch wenn es dem Dieb und seiner Häscherin mehr als schwer fällt ...

Auftakt einer muntern Fantasy-Serie wie ich sie seit Jahren nicht mehr gelesen habe

Was Rachel Aaron uns hier im ersten von bislang vier Abenteuern um den Meisterdieb Eli präsentiert, das weckt bei mir Erinnerungen an Fantasy-Romane, die vor fast 30 Jahren erschienen sind. Das soll beileibe nicht heißen, dass sich das Gebotene etwa langatmig oder altbacken lesen würde, nur, dass ich zumindest derartige Kost in den Verlagsprogrammen schon länger nicht mehr vorgefunden habe.

Das Rezept ist denkbar einfach - man nehme einen charismatisch-frechen Dieb, der zudem noch überaus talentiert in seinem Gewerbe agiert, dazu eine auch nicht eben auf den Kopf gefallene Jägerin, umgebe beide mit faszinierenden Freunden und lasse sie eine gemeinsame Gefahr bekämpfen. Was dabei herauskommt, ist zwar im Groben vorhersehbar, doch der Weg zum erwarteten Ziel bietet jede Menge Wendungen und viel spannende, amüsant zu lesende Unterhaltung. Dass dabei die Welt als Handlungsort - noch zumindest - relativ diffus bleibt, dass der böse, den Thron usurpierende Bruder nicht eben wirklich logisch handelt, mag man der Autorin dabei nachsehen. Um so unterhaltsamer lesen sich die Kabbeleien der beiden so widerspenstigen Partner, überraschen die Helfer der Helden immer wieder mit so noch nicht gelesenen Details und Ideen und bietet das Buch leichte, spannende Unterhaltung, die die Zeit wie im Flug vergehen lässt.

(Carsten Kuhr, Dezember 2012)

Meister der Stimmen (Die Legende von Eli Monpress 2)

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Letzte Kommentare:
02.11.2013 09:49:21
Eva

Trotz meiner Vorgängerin, war ich begeistert beim Lesen und habe das Buch " verschlungen "
Mit Humor und auch Spannung geschrieben, wollte ich es kaum aus der Hand legen.
Nun gut ..Geschmäcker sind zum Glück verschieden, und ich gehe nie mit zu großen Erwartungen an Bücher heran.
Jedenfalls würde ich das tolle Buch jedem Fantasie-Fan weiter empfehlen,

07.03.2013 16:12:48
Lydia

Von der positiven Beschreibung hier angeregt habe ich mir dieses Buch gekauft. Leider bin ich nicht überzeugt. Das Buch ist unterhaltsam, wenn man es liest und sonst nicht viel zu tun hat. Ich habe es für eine Zugfahrt gekauft und es danach eigentlich schon durch gehabt. Die Fahrt dauerte zwar 7 Stunden, aber einem guten Fantasy-Buch mute ich doch etwas mehr Biss zu als diese sehr leichte Kost bietet. Da es das Erstlingswerk der Autorin ist, kann man so etwas noch nachsehen. Leider wiederspricht sich aber auch mein Eindruck mit der Absicht der Autorin, die sie hinten im Buch in einem Interview preisgibt. Sie gibt an, sie hätte am meisten Spaß gehabt, Eli zu schreiben. Nun, das bemerkt man insofern, dass sein Charakter am besten ausgearbeitet ist. Leider - in diesem Fall tatsächlich leider - bekommen die Hauptcharaktere aber jeweils etwa ausgeglichen viel Raum zugesprochen. Dadurch vermisst man die gute Beschreibung von Elis Erlebnissen und muss sich mit den teilweise recht einfach schwarz-weiß gehaltenen Beschreibungen der anderen Charaktere rumärgern. Die Idee des Wolkenhunds zum Beispiel hat an sich großes Potential, wurde aber nicht entwickelt sondern als großer Beschützer und Freund eher oberflächlig gehalten. Ähnlich geht es anderen Charakteren.
Ich wünsche der Autorin, dass die Folgebände mehr Tiefe erreichen.