Rebellion

Erschienen: Januar 2013

Couch-Wertung:

50°
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Carsten Kuhr
Starfire spielen, Rebellion lesen.

Rezension von Carsten Kuhr Jan 2013

AbsatAusgehend von dem erfolgreichen PC-Game Starfire fanden sich mit Steve White und David Weber zwei versierte Autoren, um die Spielhandlung mit weiterem Hintergrund zu versehen und in Buchform zu gießen. Rebellion, so hat Heyne den ersten von drei Romanen getauft, der zeitlich nach dem in Vorbereitung befindlichen "Kreuzzug" angesiedelt ist.

Der Titel ist hierbei Programm. Die Autoren stellen uns eine Zukunft vor, wie sie so oder so ähnlich durchaus vorstellbar ist.
Mittels Sprungtoren reisen die Weltraumschiffe von Sonnensystem zu Sonnensystem, man traf auf aggressive Aliens, die in verlustreichen Kriegen geschlagen werden konnten.
Im Verlauf der Auseinandersetzungen wurden nicht nur neue, effizientere Waffen entwickelt, auch die großen Konzerne erweiterten ihren Einflussbereich markant. Die weiter von Terra entfernten Kolonialplaneten werden dabei gnadenlos übervorteilt, ausgebeutet und bewusst politisch klein gehalten.
Seit einigen Jahrzehnten haben sich die Kolonialplaneten im politischen Gremium ihr Recht gesichert. Nach der Ermordung ihrer versiertesten Politikerin und dem Bekanntwerden eines perfiden Planes, die Kolonien politisch wie wirtschaftlich kaltzustellen rumort es am Rande der menschlichen Hegemonie. Bürgerkrieg liegt in der Luft, ein Krieg, der von beiden Seiten mit gnadenloser Härte geführt wird ...

Military SF, unter diesem Signet ist auch dieser Roman einzuordnen. Und, auch wenn der Text schon einige Jahre auf dem Buckel hat, wird der Leser unschwer bekannte und beliebte Versatzstücke entsprechender Romane wiedererkennen. Das atmet ganz eindeutig das Flair einer "Honor Harrington" (dt. bei Bastei-Lübbe), ohne dass die Figuren aber mit der großen Erfolgsserie David Webers wirklich mithalten können. Um es deutlich zu sagen, die Charaktere bleiben flach und agieren stereotyp, der Schwerpunkt der Handlung liegt auf der Beschreibung der Kämpfe, wirkliche Überraschungen warten nicht auf den Rezipienten.
Allerdings wendet sich der Roman in erster Linie auch an eine Zielgruppe, die sonst mit Büchern wenig zu tun hat. Angesprochen werden sollen die Gamer, die ihrem Spiel in die Welt der Bücher folgen sollen. Und diese erreicht man nur, indem man ihnen eine packende, actionlastige und rasante Handlung offeriert. Und das bietet der Band auch tatsächlich. Fast ist es schon zu viel Handlung für die immerhin weit über 600 Seiten. Wie wir dies von entsprechenden Büchern kennen liegt der Fokus ganz auf auf dem Bürgerkrieg, der sowohl strategisch, wie auch mit den entsprechenden Gefechtsbeschreibungen thematisiert wird. Es wir gefightet, gekämpft und triumphiert, die negativen Seiten des Krieges bleiben dabei weitgehend ausgeklammert. Insoweit ist der vorliegende Roman sicherlich als Einstig für Gamer geeignet, nimmt aber selbst im Sub-Genre der Military-SF nicht unbedingt eine Spitzenposition ein.

Carsten Kuhr im Oktober 2013

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