Ein Höllenhund kommt selten allein

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  • Erschienen: Januar 2013
Ein Höllenhund kommt selten allein
Ein Höllenhund kommt selten allein
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Carsten Kuhr
71°

Phantastik-Couch Rezension vonJan 2013

Aus losen Enden einen roten Spannungsfaden gesponnen.

Felix Castor verdient seinen Lebensunterhalt mit etwas, was bis vor ein paar Jahren noch undenkbar war. Das war aber auch zu einer Zeit, als man Geister, Werwesen oder Zombies ins Reich der Legenden, Bücher oder Kinofilme verbannt hatte. Doch dann wurde alles anders - mit dem Coming Out der übernatürlichen Welt hat der Spiritist seine Gabe, Geister Verstorbener zu sehen, mit ihnen zu interagieren und sie bannen zu können zum Beruf gemacht. Mit seiner Tin Whistle vermag er die Melodie eines jeden auf Erden verblieben Geistes zu spielen und diesen damit zu kontaktieren.

Dies soll ihn auch bei seinem neuesten Auftrag, der Suche nach dem entführten Geist eines toten Mädchens, helfen. Alle Hinweise deuten auf einen anderen Geisterbeschwörer, doch das Leben ist nie einfach und die Untoten haben noch so allerhand Überraschungen für Felix in Petto.

Nachdem sich hochrangige Höllendämonen in Kirchen eingenistet haben, macht nicht nur der illegale, schlagende Arm der katholischen Kirche Jagd auf Felix, auch die Polizei, Kollegen und Zombies heften sich auf seine Fersen. In welches Wespennest hat er nur wieder gestochen und wie nur soll er bei so viel ungewollter Aufmerksamkeit überleben - zumal auch sein Auftraggeber nicht mit offenen Karten spielt ... ?

Mike Carey hatte mich mit seinem ersten Band der Reihe um den Geisterexorzisten Felix Castor überrascht. Voller Drive entführte er seine Leser in einem realistisch beschriebenem London in eine übernatürliche Welt, wie wir sie so noch nicht gelesen hatten. Natürlich sind Loup-Garous, Zombies und Dämonen nichts wirklich Neues, doch die Vorgehensweise Careys unterscheidet sich ein wenig von dem seiner Kollegen. Geschickt mischt er Elemente des Kriminalromans mit einem kauzigen Protagonisten, der sich zur Ausübung seiner übersinnlichen Fähigkeiten der Musik bedient.

Ähnlich wie sein Landsmann Ben Aaronvitch baut er geschickt seinen Schauplatz, das London der Jetztzeit in seine Handlung ein, in der er seinen Atheisten auf Abkömmlinge der Hölle und Geister Verstorbener, die noch nicht in was auch immer kommen mag übergetreten sind aufeinanderprallen lässt.
Das hatte im ersten Teil unheimlich Tempo, verwöhnte durch markante Figuren und einer spannenden Handlung.

Im zweiten Teil, man merkt es meiner Einleitung an, ist dies zu Beginn leider nicht der Fall. Zunächst sieht alles nach einem eher langweiligen Fall aus. Er soll den Geist eines verstorbenen Mädchens finden, dazu verfolgen ihn allerlei unterschiedliche Organisationen. Das wirkt gerade in seiner massiven Ausgestaltung verwirrend, der Leser taumelt ein wenig haltlos in all der Action, der Rätsel und der Gewalt umher.
Eine Kirche wird geschändet - von wem, warum? - verbotene, seit Jahrhunderten aufgelöste katholische Orden nutzen Werwölfe um ihn zu verfolgen - Katholiken und untote Werwölfe ? - das organisierte Verbrechen scheint auch involviert, das sind zu viele, zudem unkoordiniert und verwirrend ausgelegte Spuren und Hinweise, die den Leser überfordern.

Doch dann, fast war ich schon geneigt, das Buch zuzuschlagen, fügten sich die Teile die zunächst unzusammenhängend in der Luft hingen plötzlich zusammen, nahm die Handlung Fahrt auf und fand sich ein roter Faden im Plot.

Was kompliziert und verwirrend begann, nahm rasant Fahrt auf und wurde damit immer packender. So bleibt ein ambivalenter Eindruck eines Buches, das schwach begann, sich dann aber immer mehr steigern konnte.

Carsten Kuhr im August 2013

Ein Höllenhund kommt selten allein

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