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Carsten Kuhr
Faszinierender Plot mit vielschichtigen Charakteren

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Dez 2013

Willkommen im London des Jahres 1864. Nur herein, kommen sie, in die faszinierendste Metropole der Welt. Natürlich hat sich in den letzten Jahren auch hier, im Nabel der bekannten Welt einiges geändert.

Whitechapel ist von einer hohen, undurchdringlichen Mauer umgeben und von einer Kuppel gekrönt, unter der das ewige, verzehrende Feuer eines missratenen Experiments brennt. Auch die Seuche, der man den Namen Morbus Konstantin gegeben hat, und die den Befallenen entweder den ewigen Schlaf, oder auch die dauerhafte Geschlechtsumwandlung beschwert hat dazu beigetragen, das Empire zu erschüttern.

Und trotz alledem regiert die Queen unser Reich mit harter, aber gerechter Hand, gedeihen Wohlstand und Wissenschaft. Für letztere ist Sir Bertram Oswald, ein ebenso genialer wie skrupelloser Wissenschaftler zuständig – und genau hier komme ich ins Bild.

Gestatten sie, dass ich mich vorstelle; Sir Pembroke Halliday, zweiter Sohn eines Earls, dem Vergessen, das der Brandy mir schenkt sicherlich ein wenig zu sehr zugetan und um meinen Geist zu beschäftigen ab und an als Detektiv unterwegs.

Als ein Serienmörder die Dirnen des East Ends gleich reihenweise ermordet und vor den Bordellen mit ihren mechanischen Liebesdienerinnen ablegt, verpflichtet mich der Gangsterboss der Londoner Unterwelt die Fälle aufzuklären. Dass ich dabei dann über Hochverrat an der Queen, einen künstlichen Mann mit einem Faible für die Wiederauferstehung von Menschen und der Vernichtung großer Teile der Menschheit stolpere ist Schicksal – wie auch, dass ich in einer mutigen Reporterin endlich wieder eine ebenso faszinierende wie bezaubernde Frau kennenlerne ...

Wie wir dies bereits in Hinblick auf die Military-SF, die Space Opera und der phantastischen Kurzgeschichte erleben durften, scheint sich nun im Bereich des Steampunk ebenfalls ein Pardigmenwechsel anzudeuten.

Die Publikumsverlage haben sie weitgehend aus dem Sub-Genre verabschiedet, die aktuellen Vorschauen enthalten keine entsprechenden Titel mehr, so dass auch hier die umtriebigen Kleinverlage in die Bresche springen. Just hat der Luzifer Verlag, sonst eher im Horror-Bereich aktiv mit der Pax Britannia Reihe von Green einen ersten entsprechenden Band vorgelegt, und auch Feder & Schwert, Vorreiter und Wegbereiter des Steampunks bei uns hat wieder einmal ein höchst bezauberndes Werk hervorgezaubert. Die Ingredienzien sind bekannt – ebenso verrückte, wie geniale Wissenschaftler, Dandys, Schläger und künstliche Wesen, dazu natürlich die Adeligen und als Schauplatz das Zentrum den Empire. Dazu aber gesellen sich neue Motive, wie man sie bislang noch nicht gelesen hat.

Insbesondere die Seuche, die für die unfreiwillige Geschlechtsumwandlung der Befallenen sorgt, erweist sich hier als Glücksgriff. Man muss sich nur einmal die Folgen einer entsprechenden Erkrankung vorstellen. Ein einflussreicher Mann wird plötzlich zur rechtlosen Frau ohne Wahlrecht, ein ältester Sohn und damit Erbe zu einer nicht erbberechtigten Tochter – man kann sich die Verwerfungen in der Gesellschaft vorstellen. Nun könnte dies die Bewegung der Sufragetten beflügeln, zur Gleichberechtigung der Geschlechter führen, doch einer derart statischen Gesellschaft wie dem britischen Adel ist dies undenkbar. Verpackt hat der Autor diese ans sich schon bestechende Idee in einen faszinierenden Kriminalplot. Voller unvorhersehbarer Wendungen, mit jeder Menge Anspielungen auf filmische wie literarische Vorbilder versehen erwartet den Leser eine spannende Story. Stilistisch ohne Auffälligkeiten in der angenehm zu lesenden Übersetzung Hannah Broschs fielen mir einzig die gegen Ende hin massiven Info-Dumps des "Bösewichts" auf, mit denen sich der Autor Platz für sein Finale schafft. Auch wenn das Empire selbst im Hintergrund bleibt sind die Figuren doch so vielschichtig angelegt, der Plot derartig interessant und faszinierend, dass der Lesefluss nie stockt.

Morbus Konstantin

Morbus Konstantin

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