Galaxy Tunes®

  • Heyne
  • Erschienen: Januar 2013
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Jana Jeworreck
39°

Phantastik-Couch Rezension von Jana Jeworreck Dez 2013

Das Urheberrecht und seine intergalaktischen Folgen

Die Menschheit zählt im Universum zu den Versagern unter den Zivilisationen, doch nur, bis die Liga der kultivierten Wesen zum ersten Mal im Jahr 1977 die Titelmusik der US-Fernsehserie "Welcome back, Kotter" über Radiofrequenzen empfängt. Mit diesem sogenannten "KotterMoment" bricht bei den Außerirdischen eine unglaubliche Euphorie über die geniale Musik der Menschen aus und es hat zur Folge, dass sich jeder Alien die gesamten, jemals auf der Erde geschriebenen oder komponierten akustischen Werke einfach kopiert. Allerdings haben sich die kultivierten Lebewesen des Universums darauf geeinigt, alle rechtlichen
Voraussetzungen der jeweiligen Welt zu respektieren und so hat sich nach über dreissig Jahren eine recht stattliche Schuldensumme aus den Urheberrechtsverletzungen ergeben, die dazu führt, dass das Universum eigentlich pleite ist. Die zwei Außerirdischen Carley und Frampton suchen deshalb den Rechtsanwalt Nick Carter auf, einen Spezialisten auf dem Gebiet des Urheberrechts und nur zufällig Namensvetter eines Backstreet Boys, um dieses Problem entgültig zu beheben.

Der Plot und seine Folgen

Der amerikanische Autor Rob Reid besticht in seinem Debütroman durch einen unglaublich witzigen und außergewöhnlichen Plot, und läßt bereits im Prolog keinen Zweifel daran aufkommen, dass es an pflapsiger Ironie und historisch-wissenschaftlich dargebotenen Geschichten inklusive Fußnoten mangeln könnte.

Die Musik der Menschen wird als der neue Urknall dargestellt, verantwortlich für eine neue Zeitrechnung und viele weitere wissenschaftliche Veränderungen, wie z.B. die Bezeichnung von Schwermetallen, die sich an Heavy Metal Bands orientiert. Natürlich handelt es sich bei diesem Ereignis vor allen Dingen um die amerikanische Rock- und Popmusik, die das Universum für immer neu geprägt haben soll.

Dieser starke Plot erzeugt hohe Erwartungen, die der Autor leider nicht erfüllen kann. Der Text enthält sehr viele Ausschmückungen, ausufernde Fußnoten und Nebenhandlungen, die die Entwicklung der eigentlichen Geschichte aufhalten. Einige davon, zumindest am Anfang, sind durchaus sehr witzig. Aber im Verlauf der Geschichte wiederholt sich die Art des Witzes und ist nur noch mäßig komisch. Manche Schilderungen sind schlichtweg platt und äußerst trivial. Man gewinnt den Eindruck, der Autor fand seine Idee so großartig, dass er nicht aufhören konnte, den Leser mit der Nase darauf zu stoßen.

Die Figuren, sowohl der Ich-Erzähler Nick Carter als auch die Ausserirdischen Carley und Frampton, sind wenig komplex und nicht gut ausgearbeitet. Sie geraten von einer absurden Situation in die nächste, die meist noch absurder ist und sehr ausschweifend beschrieben wird, emotionale Reaktionen auf diese Ereignisse und eine Entwicklung jedoch fehlen.

Fazit

Trotz oder gerade wegen der naheliegenden Parallelen zu Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams oder auch TV-Serien wie The Big Bang Theory kann das Buch in Wortwitz und schrägen Blickwinkeln nicht mithalten, da es zu lang und zu überladen ist, aber das fast fünfhundert Seiten starke Buch ist bestimmt für einige Liebhaber dieser Art des Humors sehr unterhaltsam.

Galaxy Tunes®

Rob Reid, Heyne

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