Nebula Convicto – Grayson Steel und der Verhangene Rat von London von Torsten Weitze

Buchvorstellungund Rezension

Nebula Convicto – Grayson Steel und der Verhangene Rat von London von Torsten Weitze

Originalausgabe erschienen 2017deutsche Ausgabe erstmals 2017, 408 Seiten.ISBN 3862825256.

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Das meint Phantastik-Couch.de: Mehr als ein Peter Grant Klon?75

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Detective Grayson Steel schleppt eine schwere Last mit sich herum. Genau sieben mysteriöse Fälle hat der Ermittler in Sachen besonderer Schwerverbrechen nicht auflösen können, etwas, was an seiner Ehre kratzt.

Dass er zur Leiche einer jungen Business-Frau in einem der heruntergekommenen Viertel der britischen Hauptstadt gerufen wird, soll zwar sein Dilemma mit den 7 Rätseln lösen, ihn dafür aber mit weit mehr Mysterien und Geheimnissen konfrontieren, als je gedacht.

Nichts passt hier zusammen, das Opfer nicht zum Tatort, die verkratzte Münze, die er unter der Leiche entdeckt, nicht zu den anderen Indizien, die Täterin, eine heruntergekommene Vagabundin nicht zum großgewachsenen, schlanken Täter.

Bis ihn ein offensichtlich einflussreicher Mann in der Zelle besucht, in die ihn seine Kollegen, nachdem er die Munition seiner Dienstwaffe in die Nichtsesshafte entladen hat, gesperrt haben.
Freilassung, volle Rehabilitation und ein neuer Job – die Suche nach einem entführten Mädchen – stehen auf der Soll Seite, im Haben muss er akzeptieren, dass unter Westminster eine Geheimgesellschaft existiert, von der die normalen Menschen keine Ahnung haben. Vampire, Ghule, Wasserspeier, Werwesen, Magier und sonstige übernatürliche Wesen haben sich dort in drei Logen organisiert und bekämpfen einander mit allen Mitteln. Was ausgerechnet ihn so besonders macht – nun, er ist ein Lacunus, ein Wesen, das Magie und magische Wesen ausschaltet.

Zum offiziellen Ermittler – einem so genannten Questor – ernannt, muss er innerhalb von 30 Tagen die Verschwundene finden, ansonsten droht Unheil; letzteres, zumindest für normale Menschen, groß geschrieben …

Gelungene Mischung aus Urban Fantasy und Kriminalplot

Kennen sie noch die alten Edgar Wallace Filme? London im kalten Nebel, eine düstere, kalte und graue Welt, in der sich unsere Verbrecher wie deren Häscher aufhalten?

Nun, von der Stimmung her stimmt dies mit der Welt, in der Steel ermittelt, überein. Allerdings ist unser Detective in Diensten des New Scotand Yard und später des Verhangenen Rats ein anderes Kaliber als die Wallace´schen Inspektoren.

Zynisch, launisch und gleichzeitig ebenso lässig wie verbohrt, ein Einzelgänger, der bereits so einige Partner verbraucht hat. In der Quadriga – außer ihm als Ermittler sind da noch ein Magier, sowie zwei Leibwächter mit an Bord – machen sie sich, angefeindet von fast Allem, was in der übernatürlichen Welt Rang und Namen hat, an die Aufklärung des Verbrechens und die Suche nach dem Mädchen.

Ja, das alles erinnert von der Anlage her eindeutig an Ben Aaronovitchs Peter Grant Reihe (Deutsch bei dtv), liest sich aber doch angenehm, flüssig und interessant auf einen Rutsch durch. Der Autor schreibt stilistisch ohne Brüche, reichert seinen Plot mit jeder Menge Eigenheiten und Wendungen an, um seine Leser bei der Stange zu halten.

Fazit:

Das hat Unterhaltungswert, bietet jede Menge Rätsel und Geheimnisse, um die Zeit der Lektüre wie im Flug vergehen zu lassen. Zwar sind die Figuren – noch – nicht ganz so markant und eigenwillig wie bei Aaronovitch, doch Weitze zeigt sein Erzähltalent in dieser spannenden und abwechslungsreichen Mischung aus Urban Fantasy und Kriminalplot.

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