Die Elfen von Bernhard Hennen

Buchvorstellungund Rezension

Die Elfen von Bernhard Hennen

Originalausgabe erschienen 2004, 900 Seiten.ISBN 3-453-53001-2.

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In Kürze:

Stan Nicholls Orks schlugen sich durch die unglaublichsten Abenteuer, Markus Heitz’ Zwerge veränderten die Welt, lesen Sie nun die ganze Wahrheit über die Lichtgestalten der Fantasy: das große Epos über J. R. R. Tolkiens geheimnisvollstes Volk – „;Die Elfen“;. Zwei Elfen und ein Barbarenhäuptling ziehen gemeinsam in den Kampf gegen eine dunkle Bedrohung. Eine Bedrohung, die erst durch die unsterbliche Liebe zu einer Elfe Tod und Verderben über die Welt der Menschen brachte und das Schicksal aller Beteiligten für immer verändern wird.

Das meint Phantastik-Couch.de: „;Der Beginn in eisiger Kälte“;95

Fantasy-Rezension von Anna Hild

Menschen, Elfen, Zentauren, Dämonen, Dunkelalben und viele andere Gestalten mehr – Bernhard Hennens Welt der Elfen ist vielfältig und weitläufig, eine Schöpfung, in welcher man sich sein Leben lang aufhalten und immer noch neue Facetten entdecken könnte. Wie geschaffen für eine große Saga …

Es herrscht tiefster Winter in Fjordland, als die Bestie auftaucht. Ein schier unbesiegbares Wesen mit dem Kopf eines Ebers und dem Körper eines Menschen. Mandred, der Jarl von Firnstayn, einem kleinen Ort hoch im Norden, macht sich mit seinen besten Jägern auf die Suche nach dem Untier, welches auf brutale Weise sinnlos zu töten scheint. Er will es töten, um Gefahr von seinem Dorf abzuwenden – doch schnell wird die Jagdgesellschaft zu den Gejagten. Der Eber bringt ein Mitglied nach dem anderen zur Strecke, bis schließlich nur Mandred schwer verletzt übrig bleibt. Er kann sich mit letzter Kraft bis zum Steinkreis schleppen, einem Ort, der eigentlich gemieden wird ob der unheimlichen Geschichten von einem Fluch, der auf ihm liegen soll. Dort verlassen ihn alle Kräfte und er glaubt zu sterben, als er in eine tiefe Ohnmacht fällt.

Die Elfenjagd

Doch Mandred wacht wieder auf, wenn auch nicht dort, wo er eigentlich sein sollte. Er ist durch ein Tor aus Albenpfaden, einem Albenstern, ins Land der Elfen getreten. Von seinen Wunden geheilt tritt er vor die Elfenkönigin Emerelle, um Hilfe bei der Jagd auf den ‚Manneber‘ zu fordern. Überraschenderweise gewährt Emerelle dem Menschen diesen Wunsch: Seit langer Zeit beruft sie die erste Elfenjagd ein. Eine Jagdgesellschaft wird zusammengestellt, unter ihnen auch Farodin und Nuramon, zwei Elfen, die ein gemeinsames Schicksal und eine gemeinsame Liebe bindet. Die ungleiche Truppe begibt sich zurück ins Fjordland. Doch nichts kommt so, wie sie es erwarten.

Die List

Der ‚Manneber‘ stellt sich als mächtigeres und tückischeres Wesen heraus, als selbst Emerelle es geglaubt hat. Mandred, Farodin und Nuramon entkommen ihm nur knapp, doch sie werden von dem dämonischen Wesen in einer Eishöhle eingeschlossen und durch Zauber in der Zeit versetzt. Als sie aus der Höhle treten, sind viele Jahre vergangen. Und das unheimliche Wesen hat die Zeit genutzt, um Ereignisse in Gang zu setzen, die nach seinem Willen in der Vernichtung der Elfen enden sollen. Eine wesentliche Rolle spielt hierbei die große Liebe Nuramons und Farodins, Noroelle. Sie wird durch eine Täuschung des Dämons zu einem großen Verrat gezwungen und somit zum Ausgangspunkt einer langen Odysee der beiden ungleichen Elfen, welche sich nun entscheiden müssen: wollen sie das Elfenreich retten oder ihre einzige Liebe? Mandred beschließt, seine treuen Gefährten zu begleiten und so beginnt eine Reise durch Räume und Zeiten, zu einem überraschenden Ende.

Der erste Band

„;Die Elfen“; von Bernhard Hennen ist der erste Band einer bis dato dreiteiligen Reihe über die Welt der Elfen. Anders als gewohnt ist er jedoch nicht der Ausgangspunkt, sondern die Klammer der übrigen Bände. Die Zeitreisen der Helden schaffen hier den Rahmen einer Geschichte, die voller unvollendeter Fäden ist, welche in den folgenden Bänden weitergesponnen werden. Dennoch überzeugt die Geschichte als geschlossenes Ganzes. Hier wird eine Welt entworfen, deren Vielfältigkeit stimmig und glaubwürdig ist, deren Entwürfe nicht sklavisch Tolkien‘sche Vorgaben kopieren, Bilder und Mythen aus vielen weiteren Quellen verschmelzen hier vielmehr zu einem eigenständigen Universum. Man findet Elemente orientalischer Kultur ebenso wie griechisch-römische Einflüsse, nordische Sagen und keltische Einflüsse.

Ein sagenhaftes Durcheinander? Keinesfalls. Die Elemente fließen harmonisch ineinander, der Rahmen der vom Autor geschaffenen Welt bindet sie konsequent zusammen. Hennens Elfenwelt ist eigentlich die zerbrochene Welt der Alben, einem Volk mächtiger und magisch begabter ‚Schöpfer‘, deren Kinder sowohl die Elfen als auch Zentauren, Trolle und viele weitere Wesen sind. In deren Krieg mit Dämonen zerbrach die Welt in drei Teile: das Land der Elfen und anderer Albenkinder, die Welt der Menschen und die ‚zerbrochene Welt‘, ein verwüsteter Kriegsschauplatz, zwischen deren einzelnen Inseln es nur Dunkelheit und Kälte gibt. Verbunden wird alles durch magische Pfade, die goldenen Albenpfade, an deren Kreuzungen es Tore in die jeweils anderen Welten gibt. Diese sind nur durch Anwendung von Magie zu durchschreiten und bergen große Gefahr, der Unkundige kann hier leicht Zeitsprünge verursachen oder im Nichts zwischen den Pfaden enden. Dieses Raum- und Zeitkonzept ermöglicht natürlich endlose Anschluss-Optionen, welche Hennen sehr gut sowohl innerhalb des Romans wie auch in den folgenden Bänden nutzt.

Wie schon in seinen älteren Romanen, man vergleiche beispielsweise „;Rabensturm“;, sind Bernhard Hennens Helden hier keine Lichtgestalten oder Erlöserfiguren. Jede Figur trägt an ihrer eigenen Geschichte und an ihren Fehlern. Selbst die Elfenkönigin ist nicht die wahrhaftige und makellose Gestalt, die man landläufig erwartet. Das Streben nach Machterhalt, Herrschaft und Intrigen sind ihr nicht unbekannt. Die Stärke Hennens sind wieder einmal die glaubwürdigen Motive seiner Figuren, ihre psychologische Stimmigkeit. Aus solchen starken und nachvollziehbaren Charakteren entstehen dann die ebenso starken Handlungsstränge dieses Buchs. Er versteht es wie kaum ein anderer, das Interesse des Lesers über 900 Seiten zu binden und stets neu zu entfachen. Längen oder auch nur langweilige Stellen sucht man vergebens. Seine Wendungen der Geschichte sind größtenteils wirklich überraschend, und als Meister der unerwarteten Romanenden kann er sowieso schon längst gelten.

Ob Brutalität, Schönheit, Landschaften, Schlachten oder Kampfszenen, Hennen findet immer eine passende Sprache. Er entwirft die Kleidung der Elfenkönigin bis ins Detail mit funkelnden Adjektiven und gleichwertig an anderer Stelle die blutige Grausamkeit des Mannebers. Er entwickelt eine ausgefeilte Vorstellungsgabe bei den unterschiedlichen Landschaften dieses Albenuniversums ebenso wie in der Beschreibung der Innenwelten der Charaktere. Das letzte Wort hier soll dann auch Nuramon gehören: „;Diese Welt würde niemals aufhören, ihn zu faszinieren.“;

Ihre Meinung zu »Bernhard Hennen: Die Elfen«

PMelittaM zu »Bernhard Hennen: Die Elfen«07.10.2018
Mandred, Jarl eines kleinen Ortes am Fjord, ist mit mehreren Begleitern auf der Jagd, als sie einem Ungeheuer, halb Mensch, halb Eber, begegnen. Mandreds Begleiter werden alle getötet, er selbst kann schwerverletzt entkommen. Bei dem Versuch, sein Dorf zu warnen, landet er durch einen Steinkreis in der Albenmark, dem Land, in dem u. a. die Elfen leben. Deren Königin rüstet daraufhin eine Elfenjagd aus, die den „Manneber“ töten soll und initiiert dadurch eine Reihe von Abenteuern, denn die Menschenwelt und mit ihr die Albenmark sind bedrohter als zunächst gedacht.

Endlich habe ich diesen gut 900 Seiten starken Roman gelesen – und genossen. Bernhard Hennen und sein Co-Autor (der in meinen Gedanken immer etwas untergeht) erzählen eine wahrlich epische Geschichte, die mich von Anfang an packen konnte und mich immer wieder emotional berührt hat, mehr als eine Träne habe ich vergossen, mich um die Charaktere gesorgt, mich mit ihnen geärgert, mit ihnen geweint und gelacht. Es gibt viele überraschende Wendungen, wie oft dachte ich z. B., das ist das letzte Abenteuer, das bestanden werden muss, und habe mich immer wieder geirrt. Der Roman umfasst einen sehr großen Zeitraum, es gibt Zeitsprünge, die auch den Charakteren passieren, denn ihre Reise führt oft durch die Albenpfade, die nicht immer garantieren, dass die Eingangszeit auch die Ausgangszeit ist. Die Protagonisten treffen auf viele verschiedene Charaktere und allerhand Wesen wie Kentauren, Gnome, Dschinn, Zwerge, Trolle, beseelte Bäume.

Die Charaktere sind den Autoren gut gelungen, manche vielleicht ein bisschen (Fantasy)Klischee, im Grunde aber, zumindest bei den Hauptcharakteren, vielschichtig. Mandred und die Elfen Farodin und Nuramon begleitet man auf ihrem Weg, den Manneber zu besiegen und ein geliebtes Wesen zu befreien. Die drei bekommen wechselnde Begleiter, und trennen sich auch eine Zeit lang. Alle drei sind sehr unterschiedlich, besonders natürlich Mensch und Elfe, und müssen sich zunächst aufeinander einstellen. Ich selbst habe unter diesen Drei keinen Lieblingscharakter, jeden für sich finde ich interessant.

Der Roman ist für mich ein absoluter Pageturner. Erzählt wird sehr bildhaft, durchgehend spannend und mit wechselnden Perspektiven, so dass fast jedes der relativ kurzen Kapitel mit einem Cliffhanger endet. Immer einmal wieder gibt es fiktive Zitate, z. B. aus Aufzeichnungen oder Sagen, durch die erzählt wird, was zwischenzeitlich passiert ist. Mir gefällt das sehr gut, es ist eine gelungene Idee, etwas geraffter zu erzählen. Viel Zeit verbringen die Abenteurer in der Menschenwelt, die in vielem der unseren in früheren Zeiten gleicht. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe Romane, die auf diesem aufbauen, und ich möchte sie alle lesen.

Der erste Band der „Elfen“-Reihe ist sehr spannend, hat mich emotional berührt, mich mit seiner Welt und seinen Charakteren begeistert und war immer wieder für Überraschungen gut. 94° und eine Leseempfehlung für alle Genre-Fans.
Lucy Germann zu »Bernhard Hennen: Die Elfen«28.05.2016
Ich liebe seine Bücher! Ich habe zwar erst gerade mit dem zweiten Band begonnen doch der erste hat mich schon total begeistert!

Man lebt die Geschichte richtig mit wie sich alles verändert und man kommt den Charakteren sehr nahe, besonders Nuramon hat er mir angetan.

Mich fasziniert auch die Welt die Hennen erschafen hat. Ich mag es das er die Welt der Elfen nicht als perfekt beschreibt sondern diese auch Makel hat. Ich finde es auch toll wie er die Unterschiede zwischen der Elfen Welt und der Menschen Welt beschreibt.

Dieses Buch ist ganz klar eines meiner Lieblingsnücher und ich freue mich die restlichen Teile zu lesen! :)
Nicky zu »Bernhard Hennen: Die Elfen«07.10.2014
Ich liebe Bernhard Hennens Bücher so sehr! Die Art wie er schreibt ist einfach fantastisch. Und ja, 'Die Elfen' kann an manchen Stellen verwirrend sein, aber wenn man die restlichen Bücher gelesen hat, macht alles einen Sinn.Und selbst bei den Drachenelfen gibt es manchmal Stellen, an denen ich mir denke "Achso, jetzt macht das einen Sinn." Ich finde es faszinierend, wie er nur eine Geschichte über so viele Bücher verteilen kann.
Sam zu »Bernhard Hennen: Die Elfen«29.03.2013
Wer bei dem Titel auf literarische Hochflüge hofft wird enttäuscht.
Zugute halten muss man dem Autor, dass er eine völlig neue Welt und auch die Rasse der Elfen an sich völlig neu erfindet und auch darstellt.
Allerdings schafft er es nicht das Ganze auch wirklich spannend rüberzubringen. Ich hab das Buch bis zum ersten Drittel gelesen und in diesem ersten Drittel allein ist schon mehr passiert als in der LOTR Trilogie. Auch hatte ich irgendwie die ganze Zeit während des Lesens dieses "Aha und jetzt?" Gefühl, allerdings nicht im positiven Sinne. Mich hat das Buch trotz seiner vielen und man muss sagen gut ausgearbeiteten Charaktere und seiner Schauplätze und seiner Handlung doch sehr enttäuscht, weil der Autor einfach nicht zum Punkt kommt. Auch ist es schwer den genauen "Zielpunkt" des Buches zu finden (so ging es mir zumindest).
Fazit: Bloß weil sich etwas gut verkauft muss es noch lange nicht das Gelbe vom Ei sein.
Stefan83 zu »Bernhard Hennen: Die Elfen«07.01.2013
J. R. R. Tolkien. Wann immer ein neues Fantasy-Buch die Bestseller-Listen stürmt, taucht sogleich dieser Name auf und ziert auch gern die Buchdeckel der hochgelobten Novitäten. Kaum ein Werk, das nicht mit „Der Herr der Ringe“ verglichen, als moderner Tolkien gepriesen wird. In den seltensten Fällen ist aber eine qualitative Gegenüberstellung vertretbar, fehlt es doch den meisten heutigen Autoren schlichtweg an schriftstellerischem Können und Kreativität, um an der Ausnahmestellung Tolkiens zu kratzen. Das trifft auch auf Bernhard Hennen zu, wenngleich es der deutsche Schreiber auf bemerkenswerte Art und Weise schafft, eine ähnlich epische Geschichte zu schreiben, ohne das große Vorbild zu kopieren. Was an sich nach keiner großen Leistung klingt, muss hoch bewertet werden, ist es doch gerade diese Ideenarmut und der Hang zum Kopieren, der den Wert von Paolini, Hohlbein, Heitz und Co. zumeist schmälert. Hennens Elfen-Saga ist dagegen erfrischend anders, überzeugt, trotz literarisch geringen Anspruchs, mit ausgefeilter Tiefe und einer sehr verzahnten Handlung, welche selbst für Fantasy-Kenner vielerlei Überraschungen bereithält.

Ihren Anfang nimmt die Geschichte nahe des verschneiten Dorfes Firnstayn, wo sich eine Gruppe von Menschen auf die Jagd nach einem mysteriösen Dämon macht. Das Wesen, halb Mann, halb Eber, erweist sich jedoch recht bald als weit überlegen und tötet alle seine Verfolger – alle bis auf Mandred Torgridson, welcher bei der Flucht durch Zufall in die Albenmark überwechselt, die Welt der unsterblichen Elfen. Dort bittet er am Hofe der Elfenkönigin Emerelle um Unterstützung im Kampf gegen den Manneber. Die Elfen, welche in dem Wesen einen uralten Feind wiedererkennen, beauftragen Farodin und Nuramon damit, den ungehobelten Menschen zu begleiten. Beide werben seit Jahrzehnten um die Gunst ihrer Minneherrin Noroelle und sehen dies als Chance, sich endlich beweisen zu können.

In der Menschenwelt angekommen nehmen sie sogleich die Fährte des Mannebers auf und schaffen es ihren Feind in einer Gebirgshöhle zu stellen. Doch während des Kampfes kommt es zu einer überraschenden Wendung, welche das Schicksal der drei Gefährten für immer verändern wird …

Mehr sei letztlich an dieser Stelle von der Handlung nicht verraten, zumal diese ohnehin zu komplex ist, um in nur wenigen Worten einen Eindruck wiederzugeben. Auch wenn die unerfüllte Liebe der zwei Elfenmänner den roten Faden von „Die Elfen“ bildet, gibt es derart viele abzweigende Äste und Nebenschauplätze, dass man sich bereits am Anfang bemühen muss, dem Ganzen folgen zu können. Es ist allerdings ein Aufwand der sich lohnt, hat doch Hennen Liebe zum Detail bewiesen und mit lobenswerter Akribie Völker samt Kulturen entworfen, welche zwar allesamt dem erwarteten Erscheinungsbild entsprechen, insgesamt aber eigenständig genug daherkommen. Die Verwechslungsgefahr mit anderen Fantasy-Werken ist somit gering. Auch weil Hennen mit dem Element der Zeitreise eine Prise Science-Fiction mit untermischt. Durch die zeitlichen Sprünge bleibt das Tempo nicht nur durchgängig hoch, sondern wird gleichzeitig das Ausmaß der Elfen-Mission deutlich. Bis man zum Ende kommt, sind viele hundert Jahre vergangen. Aus Dörfern sind befestigte Städte, aus Pfeilen Gewehrkugeln geworden. Dieses hastige Fortbewegen durch den Lauf der Zeit hat jedoch gleichzeitig auch Nachteile.

Immer wenn man sich gerade mit Schauplatz und Figuren angefreundet hat, kehrt man beiden den Rücken. Hat sich der Leser kurz zuvor noch über die reibungslose Geburt eines Kindes gefreut, steht dieses ein paar Kapitel weiter bereits als gestählter Mann vor uns. Dadurch bleiben viele Lücken im Plot, welche Hennen erst in den folgenden Büchern „Elfenwinter“, „Elfenlicht“ und „Elfenkönigin“ mit Leben und eigenen Geschichten füllen wird. Ein im Grunde genialer Kniff, der aber vielleicht nicht jedem Leser zusagen dürfte. Außer den drei Helden Farodin, Nuramon und Mandred gibt es wenig Konstantes in dem Roman, was streckenweise eine nähere Identifizierung mit ihrer langen Reise erschwert. Der Autor scheint selbst dieses Problem erkannt und besonders den drei Hauptfiguren und ihrer Zeichnung äußerst viel Zeit gewidmet zu haben. Das zahlt sich über weite Strecken auch aus. Ob der eiskalte Attentäter Farodin, der melancholische Heiler Nuramon oder der grobschlächtige, aber gutmütige Mandred. Das Trio wächst einem unwillkürlich ans Herz, was nicht zuletzt an den verbalen Schlagabtäuschen liegt, die Hennen mit einem äußerst trockenen Humor versehen hat.

Ein Problem können dann aber auch die liebenswerten Protagonisten nicht übertünchen: den epischen Umfang. Bernhard Hennen will in manchen Passagen einfach zu viel, stopft die Kapitel gerade zu mit Inhalt und Informationen nur so voll, findet in seinen Schilderungen kein Ende. Das Material hätte hier locker für mindestens einen weiteren Roman gereicht – und das trotz der lückenfüllenden Nachfolgebände. Besonders am Ende fällt dies ins Gewicht, wo Hennen die aufgeblähte Handlung irgendwie wieder zurechtstutzen will und alles in den riesigen Kessel einer blutigen Schlacht wirft, welche zwar mitreißend und auch bewegend ist, den Ausgang der eigentlichen Reise sowie die Entscheidung Noroelles in Sachen Liebe aber komplett in den Hintergrund rückt.

Nimmt man die Lupe zu Hand und rückt Hennen zu Leibe, muss man klar sagen: „Die Elfen“ ist, stilistisch gesehen, sicherlich kein Meisterstück. Sprachlich ist das Werk Meilen von Tolkien, Erikson, Rothfuss und Co. entfernt. Freunde kurzweiliger Unterhaltung wird dies jedoch kaum stören. Und unterhalten tut dieser Roman – über eine Distanz von mehr als 900 Seiten. Im Verbund mit dem bewiesenen Ideenreichtum Hennens macht es diesen Auftakt zum Elfen-Epos zu einer wirklich lesenswerten Lektüre – übrigens auch für Troll- und Zwergenfreunde.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Subjimmy zu »Bernhard Hennen: Die Elfen«15.12.2011
Bernhard Hennens Bücher außerhalb der Elfenreihe haben mich bisher allesamt begeistert. Sein Aufstieg aus der Nische der unscheinbaren historischen und aventurischen Romane ist alles andere als selbstverständlich und daher umso erfreulicher und in diesem Fall vollkommen gerechtfertigt. Denn dieser Autor versteht es, spannende Werke von epischer Tiefe in wohlgeformte Sprache zu verpacken. Natürlich ist es nicht immer leicht, als Leser den Überblick zu behalten angesichts des zeitlichen und inhaltlich-bedeutsamen Umfangs der Geschichte von "Die Elfen" (und nicht immer motiviert die 'Hauptquest' die ablaufenden Ereignisse umfänglich). Doch gerade diese Prämisse, dass der Autor dem Leser nicht alles mundgerecht serviert, sondern aktives Mitdenken verlangt, macht für mich Literatur besonders lesenswert und hebt sie von simpler Massenware ab. Dazu gehören auch die eingestreuten Dokumente bzw. Quellentexte; sie vollbringen eine wunderbare Erweiterung der Erzählperspektiven und lassen eine tiefgründige Geschichtsphilosophie erkennen. Eine klasse Idee!

Besonderen Wert legt das Buch auf die Ausgestaltung, die Entwicklung und die Interaktion der Charaktere untereinander. Also muss man sich mit den drei Protagonisten anfreunden können, um Gefallen am Lesen zu finden. Da sie jedoch außerordentlich unterschiedlich sind und neben positiven auch negative Charaktereigenschaften besitzen (was sie wiederum sehr authentisch macht), sollte für jeden etwas dabei sein. Dabei muss man immer bedenken, dass es nicht *das* eine Elfenbild gibt, sondern eine Vielzahl heterogener Elfenbilder. Daher ist es im Prinzip wenig sinnvoll, Hennens Elfenbild mit dem Tolkiens oder anderer zu vergleichen. Hennens Interpretation besticht zumindest in diesem Buch durch ihre Ausgefeiltheit, die Elfen erscheinen wirklich als sagenhafte, nahezu perfekte, aber gerade deswegen auch unnahbare und unbescheidene Wesen. Besonders konstruktiv ist daher auch der oft thematisierte fremde Blick des Menschen auf den Elfen und umgekehrt. Leider bleiben recht viele Aspekte und Fragen offen, die diesen Band der Reihe alleine etwas unvollständig erscheinen lassen. Doch diesen Umstand hat Hennen ja glücklicherweise mit der geistreichen Idee behoben, die Nachfolgebände die Lücken erzählerisch füllen zu lassen.

Fazit: Ein sehr gutes Buch, das dem Leser eine umfangreiche, spannende Fantasywelt, ein einzigartiges Figurenensamble sowie eine sympathische, durchdachte Erzählweise anbietet und dafür aktive Teilnahme am Geschehen und ein gutes Gedächtnis abverlangt. Zu Recht ein Bestseller!

P.S.: Man darf nicht vergessen, dass an diesem Buch ganz wesentlich auch James Sullivan gearbeitet hat, und zwar schrieb er (laut Bonusmaterial der Neuauflage von 2009) alle Nuramon-und Noroelle-Kapitel.
falrach vs. ollowain zu »Bernhard Hennen: Die Elfen«26.09.2010
ACH. Bernhard Hennen... ich liebe diese bücher von ihm: elfen, elfenwinter, elfenlicht,elfenwelten, elfenlied und die elfenritter triologie...
es ist ein wahnsinn wie dicht die handlung ist obwohl sie über jahrhunderte verteilt ist (wobei ich mich da nicht immer auskenne)
hennens bücher sind einfach shcön zu lesen, da seine sprache einfach "elfisch" wirkt: weich, sanft, zwart aber auch voller kraft und macht!
seine ideen sind einmalig und unverwechselbar! darum und noch wegen vieler gründe sind das meine absoluten LIEBLINGSBÜCHER
Chris zu »Bernhard Hennen: Die Elfen«10.04.2010
Dieses Buch ist für mich persönlich eines der besten, die ich jemals gelesen habe. Die Geschichte, die Personen, die Schauplätze, der Erzählstil - mir gefällt alles unglaublich gut und auch bei Weitem besser als bei anderen "Völkerromanen". Umso besser, dass dieses Buch nur den Rahmen für die Fortsetzungen darstellt, da der Elfenzyklus meines Erachtens so ziemlich das beste ist, was deutsche Fantasyliteratur zu bieten hat. Ich kann dieses Buch und auch die Nachfolger wirklich nur EMPFEHLEN.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Qaush.Gjokaj zu »Bernhard Hennen: Die Elfen«20.02.2010
Das ist das allerbeste buch das ich je gelesen habe(ale elfen teile)

es ist der stammbaum und die teile z.b. elfenlicht oder elfen ritter füllen die lücken

es fasziniert mich wie süchtig dieses buch macht denn wenn man einmal angefangen hat zu lesen,
kannst du dich der welt der elfen nicht mer endziehen und musst weiterlesen

Das beste was the fantasy zu bieten hat

LG
Myrrh zu »Bernhard Hennen: Die Elfen«18.01.2010
Ich muss sagen. das Buch hat mich echt fasziniert. Es war alles so gut geschrieben, dass ich immer wieder die Welten, Albenmark, Valemas, die Bücherei, ich konnte mir alles sehr leicht vorstellen. Das einzige was mich daran wirklich gestört hat war diese ganze Liebesbeziehung zwischen Farodin, Nuramon und Noroelle... Das geriet mit dem Fortschritt des Buches recht außer Kontrolle finde ich. zu Chamsiin: ich denke die Fortführung wird vergebens sein, denn das Ende macht dies ja fast unmöglich. Leider. Ich finde es nur etwas traurig um Obilee... Die kleine Elfe habe ich mit jedem weiteren Kapitel über sie sehr ins Herz geschlossen. Aber das ist nunmal das schlechte an einem Buch: Es ist meist wie ein Traum, dessen Geschichte man lange in Gedanken hat, doch irgendwann endet dies einfach und man wird sicher nie wieder eine Fortführung davon erleben.

Ich werde mich nach dieser Erfahrung allerdings an die weiteren Elfenbücher von Hennen wagen und hoffen, dass diese genauso gut geschrieben sind, dass ich wieder diese Handlung vor Augen habe, die mich so sehr aus der Realität reißen konnte.

Auf einer Skala von 1 - 10 ist dieses Buch für mich nicht mehr zu bewerten. Mit Recht ein absoluter Bestseller!

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