Doctor Who -
Der komplette neunte Doktor

Film-Besprechung von Karsten Kloß

Der spektakuläre Neustart von Doctor Who

Parallel zu den kompletten Abenteuern des zehnten, elften und zwölften und dreizehnten Doktors hat nun auch Christopher Eccleston in seiner Rolle als neunter Doktor bei Polyband seine Komplettbox erhalten.

Nun ja, eigentlich gab es diese schon vorher, da Eccleston ja nur die erste Staffel als zeit- und dimensionsreisender Doktor vergönnt war, dort hieß es aber immer nur Staffel 1 und hatte nicht den schönen Titel „Der komplette neunte Doktor“. Nun kommen wir deutschen Fans aber erneut in den Genuss des neunten Doktors, der dafür gesorgt hat, dass „Doctor Who“ wieder eine der erfolgreichsten Science-Fiction-Serien wurde.

Der Start eines neuen „Timey Wimey“ Abenteuers

Es ist wie eine kleine Zeitreise für mich. 2007 habe ich die erste Folge des neuen Doktors in der deutschen Erstausstrahlung auf ProSieben gesehen. Damals kannte ich dieses ganze „Timey Wimey“ Universum noch nicht, war aber total begeistert von der Tatsache, dass ein Mann mit einer blauen Polizeitelefonzelle durch Zeit und Raum reist.

Seitdem hat die Serie nichts an ihrer Faszination verloren, auch wenn nun mit Ncuti Gatwa schon der siebte neue Doktor (wenn man David Tennant zweimal zählt) in der TARDIS reist. Die Handlung ist meistens mehr als gut durchdacht und manche Dinge fallen einem erst beim erneuten Schauen der Serie auf, so wie die Erwähnung von „Bad Wolf“ in der zweiten Folge dieser ersten Staffel. Dieses wird erst im weiteren Verlauf der Staffel und den weiteren Staffeln wichtig, aber der Grundstein ist gelegt.

Aus heutiger Sicht sind die Effekte natürlich eher als trashig zu bezeichnen, dennoch ist der Doktor immer wieder gute Unterhaltung. Eccleston ist in dieser Staffel einfach „phantastisch“. Er präsentiert hier die richtige Mischung, zwischen Genie und Wahnsinn. Der Doktor ist immer für einen Spaß zu haben und zeigt eine Begeisterung wie ein kleines Kind, doch tief in ihm lauert eine unterdrückte Wut, die sich meistens blutig gegenüber seinen Gegnern manifestiert.

Schon in der ersten Episode trifft der Doktor mit Rose Tyler (Billie Piper) auf seine spätere Reisebegleitung, die er in dem Kaufhaus in dem sie arbeitet vor lebendigen Schaufensterpuppen rettet. Genau das ist der Beginn einer großartigen Freundschaft, denn nach einiger Bedenkzeit betritt sie eine Welt voller Wunder, die innen größer ist als von außen. Der nächste Stopp für die beiden Reisenden ist das Ende der Erde und ein Treffen mit dem letzten noch lebenden Menschen, welches natürlich nicht ganz so verläuft, wie es sollte.

Der neunte Doktor und seine Reisen durch die Zeit

Der nächste Halt für die beiden Reisenden ist Cardiff zum Ende des 19. Jahrhunderts an Heiligabend. Dort tauchen immer wieder geisterähnliche Kreaturen auf, die es sogar schaffen, eine Veranstaltung des großen Charles Dickens zu stören. Angestachelt durch den Doktor und auf der Suche nach einem Sinn in seinem Leben, schließt sich Dickens kurzerhand diesem Verrückten an und erlebt das Abenteuer seines Lebens.

Wieder im London der Neuzeit, sieht man sich einer ganz anderen Gefahr gegenüber. Ein Raumschiff hat Big Ben zerstört und musste in der Themse notlanden. Von den Aliens fehlt aber jede Spur. Nur einige Mitglieder der Regierung verhalten sich in dieser Krise mehr als seltsam. Wie sich schnell herausstellt, handelt es sich dabei um Mitglieder der Alienrasse Slitheen, welche sich die Hülle der Menschen angezogen haben, um die Weltherrschaft an sich zu reißen. Nur der Doktor kann helfen.

Neben dem ersten Aufeinandertreffen mit dem ebenfalls zeitreisenden Captain Jack Harkness, bietet diese Staffel auch noch das Leben in einer Gameshow sowie (es konnte ja nicht anders sein) Daleks.

Nun kann man diese ersten neuen Reisen von „Doctor Who“ erneut erleben. Polyband bietet diese Abenteuer nun in einer neuen gesammelten Blu-ray-Box an, die vom Aussehen in das Bild der weiteren Komplett-Veröffentlichungen der vergangenen Doktoren passt. Die Machart ist sehr gut und vor allem der Pappschuber um die Blu-ray Hülle wertet diese Box deutlich auf.

Wie man es von Polyband gewöhnt ist, enthält die Box ein umfassendes Begleitheft, in welchem wieder viele Hintergrundinfos zur Serie, ein Episodenguide sowie interessante Fun-Facts zu finden sind. Dazu kommen noch über 4 Stunden Bonusmaterial, wie beispielsweise ein Making of, ein Set-Rundgang mit Billie Piper, der Schauspielerin von Rose, oder auch noch „Die Abenteuer des Captain Jack“. Letzterer entwickelte sich schnell zum Publikumsliebling und bekam dann ja mit „Torchwood“ auch seine eigene Serie.

Fazit

Die erste Staffel der neuen „Doctor Who“-Reihe war der Beginn von etwas ganz Großem. Zu meinem Bedauern hatte Eccleston nur diese 13 Episoden, um der Figur seinen eigenen Stempel aufzudrücken, doch dies macht er hervorragend - seine Lederjacke, sein Grinsen und auch manchmal seine gespielte Unwissenheit. Alles davon passt genau zum Doktor und war ein großartiger Reboot des britischen TV-Dauerbrenners.

Bilder: © BBC 2005

Lieblingsfilm
und Lieblingsserie

Nicht zuletzt durch den Erfolg der Streamingdienste ist die Anzahl von Filmen und Serien rund um die Phantastik im TV - als Serie oder Film - enorm gestiegen. Und ebenso ist Bandbreite vielfältiger denn je. Habt ihr derzeit einen Lieblingsfilm oder eine Lieblingsserie? Oder gibt es sogar einen "All-Time-Favorit" - einen Film oder eine Serie, die ihr immer wieder schauen könnt?

zum Forum