Halloween - Filmtipps

von Marcel Scharrenbroich

WATCH OR TREAT! oder „Was meine Kiste an Halloween zum Flimmern bringt“

MUUUAHAHAHAHAAAAA…!!!

Wetzt die Messer, schnappt Euch ein Kürbisgewächs Eurer Wahl und massakriert dieses mit roher Gewalt. Reißt ihm die Eingeweide raus, verpasst ihm ein dämliches Dauergrinsen und stopft ihm eine brennende Kerze in den ausgeweideten Leib. Wenn die Dunkelheit den Großteil eines Tages beherrscht, Bäume angewidert ihr totes Blattwerk abstoßen, graue Wolken wie Wasserwerfer sprühen und Kinder abartig verkleidet von Tür zu Tür ziehen, kann dies nur eines bedeuten… es ist HALLOWEEEEEN!

Gut… es könnte auch Karneval sein, doch dann hätte ich geschrieben „Wenn die Tage wieder länger werden, Bäume wieder anfangen zu erblühen, erste Sonnenstrahlen durch die Wolken brechen und erwachsene Menschen sich mit drei Promille im Schädel albern kostümiert von Kneipe zu Kneipe schleifen“. Aber das wäre unpassend. Also bleiben wir bei „…es ist HALLOWEEEEEN!“

All Hallows‘ Eve

Bevor wir zum eigentlichen Anlass dieses Textes kommen, möchte ich aber ausführlich auf die geschichtlichen Ursprünge dieses Brauchtums eingehen, welcher jährlich in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November, Tag des Hochfestes Allerheiligen, begangen wird. Vor allem im katholischen Irland war es… Nääääää, interessiert doch eh niemanden. Gehen wir lieber direkt ans Eingemachte.

„Spannung ist Kaugummi fürs Gehirn“
- Alfred Hitchcock (1899 – 1980)

Vor einigen Jahren war es noch Gang und Gäbe, dass die deutschen TV-Sender ihr Programm zu Halloween gänzlich und themenbezogen dem Horror widmeten. Davon ist heutzutage so gut wie NICHTS mehr zu sehen. Mit etwas Glück läuft der eine oder andere Ableger der „Halloween“-Reihe oder ein Spartensender zeigt John Carpenters Original zur unmenschlichen Stunde versteckt im Nachtprogramm. Angesichts nerviger Werbeunterbrechungen und den obligatorischen Kürzungen, die die meisten Filme eh unguckbar machen, kein großer Verlust. Dank Streamingdiensten wie Amazon Prime oder Netflix kann man sich ganz einfach selber sein Halloween-Wunschprogramm zusammenstellen… oder man greift einfach beherzt in die Heim-Videothek. So mache ich es immer und krame dabei regelmäßig Perlen aus dem Schrank, die ich schon gar nicht mehr auf dem Schirm hatte. Einige davon (und einige meiner absoluten Genre-Lieblingsfilme) möchte ich Euch heute vorstellen und für launige Horror-Herbstabende empfehlen:

„Meine teuflischen Nachbarn“

(OT: „The ‘Burbs“; USA 1989)

Fangen wir mit leicht konsumierbarer Unterhaltung an, die nicht direkt mit dem blutbeschmierten Holzhammer saftig draufschlägt. Joe Dantes Kult-Komödie passte auf den letzten Drücker noch in die 80er-Jahre und ist damit auch der krönende Höhepunkt eines goldenen Comedy-Jahrzehnts.

Ray Peterson (Tom Hanks) wohnt mit seiner Frau Carol (Carrie Fisher; 1956 – 2016), dem gemeinsamen Sohn Dave (Cory Danziger) und Familienhund Vince spießbürgerlich in einer US-Vorstadt. Gemütliche Häuser, eine ruhige Atmosphäre und tip-top-gepflegte Vorgärten, deren Rasen mit Nagelschere und Wasserwaage beschnitten scheinen, zeichnen den urigen Mayfield Place aus. Hier kennt jeder Jeden. Ob man ihn nun mag, oder nicht. Dies kann durchaus mal vorkommen, denn die Bewohner der Straße könnten illustrer und unterschiedlicher nicht sein.

Da wäre zum einen Art Weingartner (Rick Ducommun; 1952 – 2015), der die Abwesenheit seiner Gattin prollig dazu nutzt, sich bei seinem Nachbarn Ray fürstlich durchzufressen und immer eine urbane Legende parat hat, mit der er Öl ins Feuer seiner leichtgläubigen Nachbarn gießen kann. Dann der pensionierte Lieutenant Mark Rumsfield (großartig: Bruce Dern), der allmorgendlich die US-Flagge in seinem Vorgarten hisst und in Anwesenheit seiner sexy Frau Bonnie (Wendy Schaal) standesgemäß salutiert. Mit Herz und Hirn noch in der Army klebengeblieben, bringt ihn nichts mehr auf die Palme, als wenn Pudeldame Queenie auf seinen frischgemähten Rasen scheißt. Der kleine Kläffer gehört Walter Seznick (Gale Gordon; 1906 – 1995), dem wohl ältesten Anwohner auf dem Mayfield Place. Walter (Zitat von Lt. Rumsfield: „der alte Furz“) ist auch Stein des Anstoßes, was die eigentliche Handlung betrifft.

Als in das leerstehende Haus, gegenüber dem der Petersons, eine neue Familie einzieht, häufen sich schnell die Gerüchte. Nicht zuletzt durch Ricky Butler (Corey Feldman), einem aufgedrehten Teenager, der in Abwesenheit seiner Eltern versucht das Haus zu streichen, sich aber nur allzu gerne ablenken lässt. Niemand bekam die Klopeks bisher zu Gesicht… und des Nachts kommen sehr merkwürdige Geräusche aus deren Keller, inklusive greller Lichtblitze. Mysteriös wird es, als der alte Walter plötzlich spurlos verschwindet und nur noch Toupet und Queenie zurücklässt. Als die Klopeks dann auch noch dabei beobachtet werden, wie sie nachts im Garten bei strömendem Regen den Boden umgraben, fährt die Phantasie aller Nachbarn Achterbahn!

Handelt es sich bei der Einsiedler-Sippe um einen irren Clan von Killern, die ihre Opfer im eigenen Garten verbuddeln? Und warum bringen die ihren Müll nur nach Einbruch der Dunkelheit raus… und wichsen dann wie wild mit einem Knüppel auf die Säcke, als wären es Süßigkeiten spuckende Piñatas? Während Ricky Butler spontan eine Party vorm Haus seiner Eltern organisiert - in weiser Voraussicht, was dort noch alles passieren wird -, schließen sich Ray, Art und Rumsfield zusammen, um dem seltsamen Treiben auf den Grund zu gehen… ganz zum Missfallen ihrer Gattinnen.

Wie Ricky Butler stets zu sagen pflegt, dass er diese Straße liebt, kann ich nur sagen, dass ich diesen Film liebe! Auch nach unzähligen Malen wird „Meine teuflischen Nachbarn“ nicht langweilig. Eine Vorstadt-Satire par excellence, die mit einem grandiosen Cast, einer idyllischen Wohlfühl-Umgebung und perfektem Humor begeistert. Gleich mehrere Sprüche der genialen Synchronisation sind in den (persönlichen) alltäglichen Sprachgebrauch übergegangen. Die Scheibe landet alle paar Monate wieder im Player und ist zur Einstimmung in eine lange Horror-Nacht bestens geeignet.

Snack-Tipp: Entweder den Pizza-Mann anrufen oder ein paar Brezeln und eine… „Sarrrrdine?“

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„Dark Skies – Sie sind unter uns“

 (OT: „Dark Skies“; USA 2013)

Nach den ungewollten Nachbarn bekommen wir es in diesem Home-Invasion-Schocker der dritten Art nun mit ungewolltem Besuch von Oben zu tun. „Dark Skies“ erscheint dabei wie eine überlange Folge der Serie „Akte X“… und würde sie dem Mystery-Hit tatsächlich zugehörig sein, wäre sie eine der besten XL-Episoden überhaupt. Scully und Mulder verbleiben aber weiterhin im Ruhestand, dafür darf sich eine unbescholtene Familie mit dem extraterrestrischen Gedöns herumschlagen.

Eigentlich eine Bilderbuchfamilie, doch bei den Barretts kriselt es. Nach dem Jobverlust von Familienoberhaupt Daniel (Josh Hamilton), muss seine Frau Lacy (Keri Russell) als Maklerin alleine die Brötchen verdienen. Dabei ist sie grundehrlich, was so manche Bruchbude angeht, und verzichtet zum Wohlergehen potentieller Käufer auch gerne mal auf eine fette Provision bei Vertragsabschluss. Sehr löblich… doch die Rechnungen der Barretts stapeln sich weiter. Das angespannte Familienverhältnis bleibt auch von den beiden Söhnen nicht unbemerkt, weshalb sich besonders der jüngere Sammy (Kadan Rockett) sorgt, dass seine Eltern sich trennen könnten. Trotz Trostes von Sams älterem Bruder Jesse (Dakota Goyo), bleibt die Besorgnis, die jedoch schon bald zum geringsten Problem der Familie werden soll.

Die irdischen Probleme sind Schnee von gestern, als sich mysteriöse Vorkommnisse im Haus der Barretts häufen. Die Einrichtung der Küche türmt sich wie von Geisterhand in seltsame Gebilde („Poltergeist“ lässt grüßen), Bilder verschwinden spurlos aus ihren Rahmen, Vogelschwärme prallen urplötzlich gegen das Haus und die Familienmitglieder wandeln wie in Trance umher. Außerdem fängt Sammy an, verstörende Bilder von grauen, großgewachsenen Gestalten zu malen. Als die Familie mehrfach durch nächtlichen Alarm aus dem Schlaf gerissen wird, beschließt Daniel, eine Videoüberwachung installieren zu lassen. Die Aufnahmen fördern verstörende Bilder zu Tage und auch Lacys Recherchen liefern weitere Gründe zur Besorgnis. Als ihre Kinder Anzeichen von körperlicher Gewalt aufweisen, sehen Lacy und Daniel keinen anderen Ausweg, als einen vermeintlichen Spezialisten auf diesem scheinbar übersinnlichen Gebiet aufzusuchen. Was Edwin Pollard (J. K. Simmons) den Barretts offenbart, geht weit über deren Vorstellungsvermögen hinaus… und zwingt sie, selbst für ihre Verteidigung bei einer unvermeidlichen Konfrontation zu sorgen.

Produziert von Genre-Spezialist Jason Blum und seiner Erfolgs-Schmiede Blumhouse Productions („Paranormal Activity“, „Insidious“, „The Purge“, „Sinister“…), erwartet den Zuschauer hier ein routinierter Horror-Schocker, der nicht auf CGI-Overkills und Wackelbilder setzt. Ruhig gefilmt, setzt „Dark Skies“ voll auf Atmosphäre und schafft es auch, diese meisterhaft zu versprühen. Ähnlich wie in M. Night Shyamalans „Signs – Zeichen“, bezieht Scott Stewarts („Priest“, „Legion“) Film seine Wirkung aus den leisen, entschleunigten Momenten, die das Grauen langsam aber wirkungsvoll offenbaren. Plakative Jump-Scares, untermalt mit ohrenbetäubend-grellen Musik-Effekten, hat „Dark Skies“ nicht nötig. Die schleichende Bedrohung, die stets präsent ist, eine steil ansteigende Spannungskurve und die glaubhaft agierenden (unverbrauchten) Darsteller machen „Dark Skies“ zu einer Perle im Alien-Terror-Genre, der man auch hierzulande eine Kino-Auswertung gewünscht hätte.

Equipment-Tipp: Eine Softair-Knarre gegen nervige Arschloch-Freunde.

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„It Follows“

 (USA 2014)

Wenn das namenlose Böse hinter Dir her ist und sich Dir nur langsam schlurfend in Zeitlupe nähert, sodass Du theoretisch alle Zeit der Welt hast, die Beine in die Hand zu nehmen und zu flüchten… kann das gruselig sein? OH JA, und ob!!!

College-Studentin Jay (Maika Monroe) glaubt, mit ihrem Freund Hugh (Jake Weary) den Richtigen gefunden zu haben. Zumindest bis zu der Nacht, als die beiden es ordentlich in Hughs Karre treiben und er sie anschließend mit Chloroform betäubt. Wieder bei Sinnen, erzählt er Jay eine abstruse Geschichte, die sie an Hughs Verstand zweifeln lässt. Er behauptet, von jemandem… von ETWAS… verfolgt zu werden, das nur er sehen kann. Es folgt ihm überall hin. Langsam… aber stets auf sein Ziel fokussiert. Es kann die verschiedensten Gestalten annehmen. Von Leuten, die man kennt, vielleicht sogar liebt… oder von gänzlich Unbekannten. Eine flüchtige Bar-Bekanntschaft hat Hugh seiner Aussage nach diesen „Fluch“ angehängt. Übertragen durch Geschlechtsverkehr. Nun sah er seine einzige Chance, seinen ungewollten Verfolger abzuhängen. Zumindest vorerst. Durch den Akt mit Jay, ist dieses Etwas nun hinter ihr her. Sollte es sie erwischen, steht Hugh wieder an erster Stelle. Nur in Unterwäsche und mit dieser hanebüchenen Story im Hinterkopf, lädt er die lädierte Jay vorm Haus ihrer Familie ab und ergreift mit quietschenden Reifen die Flucht. Unterm Strich könnte man sagen, dass dieses Date gehörig in die Hose ging.

Jay vertraut sich ihrer Schwester Kelly (Lili Sepe), sowie ihren Freunden Yara (Olivia Luccard), Paul (Keir Gilchrist), der seit Kindheitstagen in Jay verknallt ist, sowie Greg (Daniel Zovatto) an, der auf der anderen Straßenseite wohnt und mal ein Techtelmechtel mit seiner Nachbarin hatte. Ganz gleich, ob sie die haarsträubende Geschichte glauben, die Hugh seiner Ex-Freundin aufgetischt hat, stehen sie dennoch felsenfest an Jays Seite. Dies ist auch bitter nötig, denn schon bald stellt sie fest, dass ihr tatsächlich etwas folgt. Mit stoischer Ruhe, aber ebensolcher Zielstrebigkeit. Von nun an lebt Jay in ständiger Furcht, hat keine ruhige Minute mehr und leidet unter (begründetem) Verfolgungswahn. Der Psychoterror hinterlässt seine Spuren und die Nerven der jungen Frau liegen blank, während sie versucht, mehr über den „Fluch“ herauszufinden und darüber, wie sie ihn wieder loswerden kann. Eine sichere Möglichkeit gäbe es…

„It Follows“ ist Indie-Horror der Spitzenklasse! Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, denn über Robert David Mitchells („Under the Silver Lake“) tiefgründigen Schocker gibt es so viel zu erzählen. Angefangen von der brillanten Maika Monroe, die ihre Rolle derart glaubwürdig verkörpert, dass man pausenlos mitfiebert. Dies gilt auch für den restlichen Cast, der ausschließlich aus frischen, gut ausgewählten Darstellern besteht. Die Handlung fokussiert sich ausschließlich auf die jungen Protagonisten und verzichtet fast gänzlich auf ältere Darsteller, beziehungsweise die Erziehungsberechtigten der Nachwuchs-Riege. Auch die Straßen sind beinahe menschenleer, was dem Film einen mysteriösen und teils surrealen Touch verleiht. Ebenfalls lässt sich die Handlung zeitlich nicht wirklich zuordnen. Zwar zitiert Yara mehrmals fleißig von einem E-Reader in Muschel-Form, während die Röhrenfernseher aber aussehen, als stammten sie aus den 70ern oder den frühen 80ern. Gleiches gilt für die Ausstattung und die Kleidung der Teenager. Besonders hervorzuheben ist die Sound-Untermalung des amerikanischen Komponisten Richard Vreeland, auch bekannt unter seinem Künstlernamen Disasterpeace. Bekannt geworden durch die Vertonung von Videospielen („FEZ“, „Hyper Light Drifter“), haut Vreeland hier einen Synthie-Score raus, dass einem die Haare zu Berge stehen. Mal bedrohlich wabernd und in Nuancen an den Hitchcock-Klassiker „Psycho“ erinnernd, mal atmosphärisch-sphärisch und an die guten alten 80er-Jahre angelehnt. „It Follows“ ist in alle Belangen kreativ, mit seinen langen und ruhigen Kamerafahrten auf ungewöhnliche Art und Weise stets bedrohlich, für einen Horrorfilm außerordentlich tiefgründig (wenn man die mysteriöse Bedrohung, die durch den Geschlechtsakt weitergegeben wird, mit einer Geschlechtskrankheit gleichsetzt und die Handlung als Allegorie der Angst vor dem Erwachsenwerden sieht, lassen sich ganze Bücher mit Deutungen und Verweisen füllen) und für mich als Gesamtwerk einer der besten Filme der letzten Jahre. Intelligent und durchaus furchterregend, was durch die perfekte Klangkulisse nur noch verstärkt wird.

Equipment-Tipp: Grundrisse von häufig besuchten Gebäuden, zwecks schneller Findung von Fluchtmöglichkeiten… und der Schlüssel zum lokalen Hallenbad.

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„Die Fürsten der Dunkelheit“

 (OT: „John Carpenter’s Prince of Darkness“; USA 1987)

Was wäre eine blutdurchtränkte Halloween-Sause ohne einen Klassiker des Alt-Meisters im Horror-Genre? Richtig… eine sehr laue Nummer. Im Mittelteil seiner sogenannten apokalyptischen Trilogie (begonnen mit „Das Ding aus einer anderen Welt“ (1982) und abgeschlossen durch „Die Mächte des Wahnsinns“ (1994)) setzt John Carpenter - nach „Assault – Anschlag bei Nacht“ (1976; auch bekannt unter dem Namen „Das Ende“) - erneut auf ein klaustrophobisches Belagerungs-Szenario (siehe auch „Ghosts of Mars“ von 2001) und greift dabei teilweise auf Darsteller zurück, mit denen er schon zuvor gearbeitet hat. Nein, nicht Kurt Russell… dafür aber Donald Pleasence („Halloween“ (1978), „Die Klapperschlange“ (1981)), Victor Wong und Dennis Dun (beide „Big Trouble in Little China“ (1986)). Erstmals mit dabei – kein Witz – ist Rock-Legende Alice Cooper…

Ein Priester hinterlässt nach seinem Ableben eine alte Schatulle, in der sich ein Schlüssel verbirgt. Der Dahingeschiedene war das letzte Mitglied der Bruderschaft des Schlafs, die ein geheimes Gewölbe unter einer alten Kapelle mitten in Los Angeles bewachte. Vater Loomis (Donald Pleasence, dessen Charakter hier den gleichen Namen trägt wie in „Halloween) öffnet den unterirdischen Raum und findet einen großen Behälter vor, in dem eine grüne Flüssigkeit wabert. Daneben ein altes Buch, geschrieben in einer längst vergessenen Sprache. Außerdem deuten seltsame Naturphänomene und Veränderungen am Himmel großes Unheil an. Ratlos und gleichermaßen besorgt, wendet sich Loomis an seinen alten Freund Professor Birack (Victor Wong), der an der örtlichen Universität unterrichtet. Hier trifft Glaube auf Wissenschaft… und arbeitet ausnahmsweise mal Hand in Hand. Birack nutzt die Chance und lädt seine besten Studenten zu einem Wochenendseminar in die heruntergekommene Kapelle ein. Zu ihnen stößt ein Trupp von Forschern, die schnell allerlei Gerätschaften aufstellen, um den Inhalt des Gefäßes zu analysieren und die fremde Schrift zu entschlüsseln. Je mehr sie über die grüne Brühe und den Behälter, der mehr als sieben Millionen Jahre alt zu sein scheint, in Erfahrung bringen, desto enger zieht sich die Schlinge um ihren Hals. Mittlerweile haben sich nämlich zahlreiche Obdachlose um das Gebäude versammelt, die unter unbekanntem Einfluss zu stehen scheinen und niemanden mehr aus der Kapelle lassen. Die Gefangenen werden unterdessen von einem wiederkehrenden Albtraum geplagt, der sich wie eine Botschaft aus einer unbekannten Zeit in ihre Köpfe frisst. Doch nicht nur draußen stehen die Menschen unter der Macht eines höheren Wesens… auch innerhalb der heiligen Mauern sind einige Insassen nicht mehr Herr ihrer Sinne. Langsam stellen diese die Weichen. Die Weichen für die Ankunft des Unvorstellbaren…

Bis 2013 noch indiziert, ist „Die Fürsten der Dunkelheit“ mittlerweile ab 16 Jahren in seiner ungekürzten Fassung freigegeben. Trotzdem verfügt der Schocker über ein paar saftige Effekte, stellt aber den Spannungs-Aspekt deutlich in den Vordergrund. Die bedrohliche Atmosphäre, die hier permanent verbreitet wird, sägt brutal an den Nerven. Unterlegt mit Carpenters minimalistischem Score, bekommt man hier düsteren Hochspannungs-Horror vom Feinsten. Einer meiner All-Time Favorites im Horror-Genre!

Serien-Fans der 80er werden staunen, denn es gibt gleich zwei beliebte Darsteller aus diesem Jahrzehnt zu sehen. Einmal Jameson Parker, der den geschniegelten A.J. in der Krimi-Serie „Simon & Simon“ spielte, und Thom Bray, den Murray Bozinsky aus „Trio mit vier Fäusten“.

Snack-Tipp: Wackelpudding… Waldmeister.

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„Conjuring 2“

 (OT: „The Conjuring 2“; USA 2016)

Wenn wir schon einen Horror-Meister vergangener Jahre im Programm haben, müssen wir uns auch einem kreativen Genie des aktuellen Jahrtausends widmen: James Wan. Der australische Regisseur und Drehbuchautor hat mit „SAW“ (2004) ein echtes Brett hingelegt und den modernen Psychothriller (Ja, das Original zähle ich durchaus noch zu diesem Genre) auf ein neues Level gehoben. Bei den Fortsetzungen, die mit jedem neuen Teil an Qualität verloren und nur noch auf möglichst brutale und explizite Weise die abstrusesten Tötungsarten in den Vordergrund stellten, war Wan nur noch als Produzent involviert. Beim Rache-Thriller „Death Sentence – Todesurteil“ (2007) ließ er Kevin Bacon unbarmherzig mit den Killern seines Sohnes abrechnen, schuf 2010 mit „Insidious“ eine der besten Horror-Reihen der Neuzeit (was sich besonders in vielen kleinen Details zeigt, wenn man alle vier Teile am Stück schaut) und zeigte den Warner-Brüdern mit „Aquaman“ (2018), dass eine DC-Verfilmung nicht per se Scheiße sein muss. Mit „Conjuring – Die Heimsuchung“ (2013) lieferte James Wan den Startschuss für ein ganz eigenes Universum und orientierte sich für dessen Hauptreihe an den realen Ereignissen, die von Lorraine und Ed Warren festgehalten wurden.

Kurz nachdem die Dämonologen Lorraine (Vera Farmiga) und Ed Warren (Patrick Wilson) dem Amityville-Geist die Hand geschüttelt haben, werden sie für einen neuen Fall im Auftrag der Kirche nach England beordert. Eigentlich wollten die beiden eine Auszeit nehmen, da Lorraine während der spiritistischen Sitzung mit einem übermächtigen Dämon und dem prophezeiten Ableben ihres Gatten konfrontiert wurde… was sie aber vor Ed geheim hält. Auch Ed sieht den Dämon in grausiger Nonnengestalt in seinen Träumen und verewigt die grausige Fratze in einem Gemälde. Diese verfolgt Lorraine sogar in die eigenen vier Wände, was ihr in einer gruseligen Vision erneut Eds nahendem Tod vor Augen führt.

Dennoch machen sich die Warrens 1977 auf ins vereinte Königreich, da mysteriöse, nicht erklärbare Vorkommnisse dort hohe Wellen schlagen. Irgendetwas terrorisiert eine alleinerziehende Mutter und ihre vier Kinder. Besonders auf die elfjährige Janet Hodgson (Madison Wolfe) scheint es der Geist, der sich als Bill Wilkins ausgibt und durch das Mädchen kommuniziert, abgesehen zu haben. Mutter Peggy (Frances O’Connor) und Schwester Margaret (Lauren Esposito) werden selbst Zeugen des unheimlichen Treibens, der die Bleibe der finanziell schwachen Familie bald in ein Tollhaus verwandelt. Da selbst die herbeigerufene Polizei mit eigenen Augen sehen kann, was dort vor sich geht und auch die Behörden darüber informiert werden, dauert es nicht lange, bis die Medien Wind davon bekommen, was sich da in Enfield, London, abspielt. Um tätig zu werden, verlangt die Kirche nach einem unerschütterlichen Beweis für paranormale Vorgänge im Hause Hodgson.

Hier kommen nun die Warrens ins Spiel, unterstützt von Maurice Grosse (Simon McBurney), einem Ermittler für paranormale Aktivitäten, und der skeptischen Parapsychologin Anita Gregory (Franka Potente), die der Familie betrügerische Absichten unterstellt. Hin- und hergerissen zwischen Fakten, Bauchgefühl und dem Wunsch, der gebeutelten Familie helfen zu wollen, wandern Lorraine und Ed auf einem schmalen Grat, der den eigentlichen Horror noch in Schatten hüllt… und nach dessen Lichtung über Leben und Tod entscheiden kann…

134 Minuten dichte Spannung, die gekonnt und beeindruckend in Szene gesetzt wurde. Für einen Horrorfilm unüblich lang („ES – Kapitel 2“ mal außer Acht gelassen), nimmt sich „Conjuring 2“ enorm viel Zeit, um seine glaubwürdige Story voranzutreiben. Schreckmomente gibt es auch hier, die sich anhand der lang gefilmten Einstellungen zeitlich aber nicht abschätzen lassen. So sitzt fast jeder Schock und reißt Grusel-erfahrene Zuschauer aus dem Sessel. Die Hauptreihe des „Conjuring“-Universums bleibt inmitten der verschiedenen Ableger das Maß aller Dinge. Da können auch drei lahme „Annabelle“-Spin-offs (2014, 2017, 2019), ein gähnend langweiliger „The Nun“ (2018), mit dem die Gruselnonne aus „Conjuring 2“ ihren eigenen Streifen verpasst bekam, und der 0815-Spuk „Lloronas Fluch“ (2019) nicht ansatzweise heranreichen. Dies liegt vielleicht auch daran, dass die „Conjuring“-Geschichten auf realen Aufzeichnungen von Ed (1926 – 2006) und Lorraine Warren (1927 – 2019) basieren. Im Making-of gibt es einen Set-Besuch der realen Lorraine zu sehen, die dort erstmalig wieder auf die erwachsenen Janet und Margaret Hodgson trifft. Außerdem gibt es die echten Tonbandaufnahmen und Fotos der tatsächlichen Ereignisse zu hören und sehen… very spooky.

Snack-Tipp: Hostien… könnten vorbeugend gegen nächtlichen Nonnen-Besuch sein. Gläschen Wein hinterher, damit es besser rutscht. Schnell noch drei Kreuze gemacht. Amen.

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„Dead Silence“

 (USA 2007)

Ich denke mal, wir sind uns alle einig, dass Bauchrednerpuppen arschgruselig sind, oder? Dem wird bestimmt jeder zustimmen, der schon mal Roland Emmerichs Frühwerk „Joey“ (1985) gesehen hat… oder einen Live-Auftritt von Sascha Grammel.

Jamie Ashen (Ryan Kwanten) wäre sicherlich auch dieser Meinung, denn an nur einem Abend verändert ein ungewolltes Geschenk sein ganzes Leben. Jamie freut sich auf einen gemütlichen Abend mit seiner Frau Lisa (Laura Regan). Dann klingelt es und ein großes Paket liegt vor der Tür. Absender unbekannt. Rasch ausgepackt, findet sich im Inneren ein Koffer, der eine Puppe beinhaltet. Aber nicht irgendeine Puppe… eine Bauchrednerpuppe. Billy heißt der kleine Racker. Überrascht, aber nicht sonderlich beeindruckt, wird Billy auf dem Bett zwischengelagert, während Jamie kurz die Wohnung verlässt, um das Abendessen zu organisieren. Kaum wieder zurück, bietet sich im ein Bild des Grauens. Lisa sitzt auf dem Bett, das Gesicht grässlich verzerrt, ihre Zunge herausgerissen.

Die herbeigerufene Polizei nimmt den entsetzten Jamie mit zur Wache und für den routinierten Detective Lipton (Donnie Wahlberg) scheint die Sachlage von Anfang an glasklar zu sein: eine Beziehungstat. Dank fehlender Beweise, muss er Jamie aber wieder auf freien Fuß setzen… vorerst. Wieder daheim, untersucht er nochmals das Paket, in dem Billy lag und entdeckt, dass die Puppe aus der Sammlung von Mary Shaw (Judith Roberts) stammt, die einst eine gefeierte Bauchrednerin war und den Bau einer „perfekten“ Puppe anstrebte. Shaw wurde bei einer ihrer Bühnenshows von einem kleinen Jungen bloßgestellt, der behauptete, dass er ihre Lippenbewegungen sehen könne. Kurz darauf verschwand er spurlos. Mary Shaw wurde beschuldigt, für das Verschwinden des Burschen verantwortlich zu sein und ist von Unbekannten zur Rechenschaft gezogen worden. Ermordet und die Zunge herausgerissen, wurde sie – als letzten Wunsch – selbst zur Puppe modifiziert und im Kreise ihrer zahlreichen Schöpfungen - 101 gruselige Püppchen - beerdigt. Seither ranken sich gruselige Kinderreime um den Mythos Mary Shaw. Dass sie kommen würde und denjenigen tötet, der in ihrer Gegenwart vor Angst schreit.

Perspektivlos und mit dem eisernen Willen, den Mörder seiner Frau ausfindig zu machen, bricht Jamie auf in seine alte Heimatstadt Ravens Fair, wo sein entfremdeter Vater Edward (Bob Gunton) mit seiner hübschen neuen Frau Ella (Amber Valletta) lebt. Hier will er Antworten finden… und erweckt längst vergessen geglaubte Geister.

James Wan, die Zweite. Hat der Schlingel sich doch tatsächlich nochmals in die Halloween-Empfehlungen gemogelt. Aber verdient ist verdient. Von der allgemeinen Kritik weitestgehend unbeachtet, entfiel in Deutschland sogar gänzlich ein Kinostart. Direkt für den Heimgebrauch veröffentlich, fliegt „Dead Silence“ leider schon sehr lange und unverdient unter dem Radar. Handwerklich top und mit einem cleveren (und sehr fiesen) Twist, bietet der Film alles, was man für einen launigen Horror-Marathon braucht: Schocks, Blut und jede Menge klassischen Grusel, der in modernen Produktionen viel zu oft flöten geht. Das Drehbuch stammt von Leigh Whannell, der auch für die ersten drei „SAW“-Scripts, sowie die, der kompletten „Insidious“-Reihe verantwortlich ist. In beiden Franchises ist Whannell auch als Darsteller zu sehen. In „Insidious“ als Teil des Fan-Liebling-Duos Specs und Tucker… die rechte und die linke Hand des Mediums Elise.

Equipment-Tipp: Eine Lupe… denn ebenso wie in „Death Sentence“, hat James Wan auch in „Dead Silence“ ein visuelles Easter Egg zu seinem Horror-Hit „SAW“ versteckt.

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„Das Böse“

 (OT: „Phantasm“; USA 1979)

Beschließen wir die lange Horror-Nacht mit einem Klassiker, der Eurem Redakteur auch heute noch ein Angst-Tröpfchen in die Hose zaubert. „Das Böse“ (mittlerweile besser unter dem Originaltitel „Phantasm“ bekannt) sah ich seinerzeit erstmals im Nachtprogramm von RTLplus. Im Rahmen von „Hilde’s wilder Horror Show“, wo besagte Gastgeberin - schwach angelehnt an ihr US-Pendant Elvira (Cassandra Peterson), die in der Show „Movie Macabre“ zwischen 1981 und 1993 Horrorfilme präsentierte und es sogar auf zwei eigene Spielfilme im Horror-Komödien-Genre brachte - im Nachtprogramm insgesamt zehnmal leichtbekleidet Double-Features ansagte. Jeweils eine aktuellere Produktion, gefolgt von einem Genre-Klassiker. „Das Böse“ erfuhr seine Erstausstrahlung am 7. August 1992 (Ja… das musste ich Googlen.) Nichtsdestotrotz erinnere ich mich daran, als wäre es gestern gewesen… oder war’s vorgestern?

Der Teenager Mike Pearson (A. Michael Baldwin) lebt nach dem Tode der Eltern mit seinem großen Bruder Jody (Bill Thornbury) zusammen. Zu ihm schaut Mike auf, hat jedoch Angst, dass Jody ihn eines Tages verlassen könnte. Aus Mangel an Freunden treibt sich der Junge meist allein rum und kurvt eines schönen Tages mit seinem Moped über den Morningside-Friedhof… was man halt so als Teenager macht (ich selbst bin Montags, Mittwochs und Freitags dort anzutreffen). Im Schutze eines Gebüschs beobachtet er – ausgestattet mit dem obligatorischen Spanner-Fernglas – die Trauerfeier zu Ehren von Tommy (Bill Cone), einem guten Freund seines Bruders, der dort erst kürzlich den brutalen Tod fand, als er mit einer verführerischen Blondine in den Clinch ging. Nach der Beerdigung beobachtet Mike, wie ein großgewachsener Mann im schwarzen Anzug (Angus Scrimm; 1926 – 2016) zum Grab von Tommy geht und scheinbar mühelos den schweren Sarg heraushebt und in seinen Leichenwagen packt.

Als Jody eines Abends in die örtliche Bar geht, um sich einen hinter die Binde zu schädeln, reißt er die gleiche junge Frau auf, die schon Tommy um die Ecke brachte. Gemeinsam gehen sie zu Friedhof, um dort der Lust zu frönen. Da Spanner aber immer wieder zum Ort des Verbrechens zurückkehren (hab ich mir sagen lassen), stört Mike das angehende Techtelmechtel. Jody stellt ihn zur Rede. Gerade will er bei seiner Liebesgespielin wieder voll einsteigen, doch die ist mittlerweile verschwunden. Glück im Unglück, mag man sagen… denn so kommt Jody noch mal glimpflich davon. Zwar unbefriedigt, dafür aber lebendig.

Mike lassen seine Beobachtungen auf dem Friedhof keine Ruhe und der gruselige Hüne im schwarzen Einreiher verfolgt ihn sogar bis in die Träume. Er macht sich mitten in der Nacht auf und steigt ins Mausoleum des Morningside-Friedhofs ein. Hier macht er zuerst die Begegnung mit den Helfern des großen Mannes. Fliegende Chrom-Kugeln, die pfeilschnell durch die Luft sausen und sich anschließend, mit ausfahrbaren Klingen, in ihre Ziele schneiden, um diese mit Bohrern - und ähnlich schönem Schnickschnack – fachmännisch zu zerlegen. Dann steht er seinem fleischgewordenem Albtraum Auge in Auge gegenüber… dem Tall Man. Mit Mühe und Not entkommen, vertraut sich Mike seinem großen Bruder und ihrem väterlichen Freund, dem lokalen Eis-Verkäufer Reggie (Reggie Bannister), an. Unwiderlegbare Beweise sorgen dafür, dass die beiden Männer dem Jungen glauben. Gemeinsam wollen sie dem düsteren Treiben in den langen, kalten, marmorgefliesten Gängen im Mausoleum auf den Grund gehen. Was sie dort finden, sprengt all ihre Vorstellungen und geht weit über uns bekannte Dimensionen hinaus.

„Star Wars“- und „Star Trek“-Regisseur J. J. Abrams outete sich als glühender Fan der mittlerweile auf fünf Filme angewachsenen Reihe, weshalb er dem „Phantasm“-Schöpfer Don Coscarelli anbot, dessen Horror-Klassiker mit seiner Produktionsfirma Bad Robot gründlich aufzupolieren. Er nahm dankend an. Dieser Tatsache ist es wohl auch zu verdanken, dass wir im deutschsprachigen Raum ebenfalls in den Genuss kommen, „Das Böse“ endlich in seiner bestmöglichen Form zu bewundern. Abrams hat nämlich ganze Arbeit geleistet und einiges aus dem Horrorfilm von 1979 herausgeholt. Nach der Rehabilitierung (1983 wurde das Original unverständlicherweise auf den Index gesetzt und 1993 sogar beschlagnahmt, was noch unverständlicher ist!) sind mittlerweile alle fünf Teile erschienen und in verschiedenen Cover-Varianten als Mediabooks erhältlich.

Auf das Finale der Saga, „Phantasm: RaVager“, mussten Fans lange warten. Nach „Phantasm: OblIVion“ dauerte es ganze achtzehn Jahre, bis Mike, Reggie und Jody dem Tall Man erneut die Stirn bieten konnten… was auch nur bedingt geglückt ist. Man sollte unbedingt beim Original bleiben, auch wenn die Fortsetzung direkt an die Handlung des Vorgängers anknüpft… allerdings mit einem anderen Hauptdarsteller. Für James LeGros blieb es aber bei einem einmaligen Ausflug in die Welt des großen Mannes, bevor A. Michael Baldwin ab „Phantasm III“ wieder die Rolle des Mike Pearson übernahm. Ruhig, surreal und beinahe hypnotisch, entführt „Das Böse“ den Zuschauer in eine unbehagliche Albtraumwelt und wird heute vollkommen verdient als Klassiker im Horror-Genre angesehen.

Notiz am Rande: J. J. Abrams baute in die dritte „Star Wars“-Trilogie eine (nicht ganz so kleine) Hommage an Coscarellis Film ein. Der verchromte Stormtrooper Captain Phasma (Gwendoline Christie) verdankt seinen Namen dem Originaltitel von „Das Böse“ und die glänzende Erscheinung soll an die fliegenden Killer-Sphären des Tall Man erinnern.

Nachtisch-Tipp: Ein leckeres Gelato aus Reggies fahrbarer Eisdiele (soll angeblich auch abwehrend gegen grimmige, hochgewachsene Männer sein, die gerne Särge durch die Gegend werfen).

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Nachwehen:

Nach diesem langen Horror-Marathon wünsche ich allen Grusel-Freunden einen geruhsamen Halloween-Ausklang. Mit reichlich Pizza, Brezeln, Sardinen, Wackelpudding, Hostien, Wein und Gelato im Magen, weiß ich, wo ICH den Rest der Nacht verbringe…

Titel-Motiv Halloween-Kürbis: istock.com/darioZg