Doctor Who -
Der andere Doktor
Serien-Kritik von Karsten Kloß
Doctor Who trifft auf einen anderen Doktor
Nachdem er seine Begleiterin Donna verloren hat, reist die zehnte Inkarnation des Doktors (David Tennant) einige Zeit alleine durch Raum und Zeit. Einer seiner Zwischenstopps war London zu Weihnachten im Jahr 1851. Eigentlich wollte er dort nur das Weihnachtsfest genießen, doch plötzlich schallt der Ruf nach dem „Doktor“.
Doch wie kann das sein? Wer weiß davon, dass er mit seiner TARDIS hier in diesem Jahr in London einen Halt gemacht hat? Natürlich ist der Doktor neugierig und läuft direkt zur jungen Frau, die diesen Ruf ausgestoßen hat. Dabei handelt es sich um die junge Rosita (Velile Tshabalala), die ein Cyberman-Dämon gesehen hat und wirklich den Doktor gerufen hat – doch nicht Nummer 10, sondern eine völlig andere Inkarnation.
Zwei Doktoren gegen die Armee der Cyberman
So steht der zehnte Doktor plötzlich einem anderen Doktor von Angesicht zu Angesicht gegenüber und kann sich nicht an dieses Gesicht erinnern. So muss es sich bei dem anderen Doktor (David Morrissey) um eine spätere Inkarnation seiner selbst handeln, die nun in London agiert. Das seltsame daran ist aber die Tatsache, dass dieser Doktor sich aber auch nur vage an das Gesicht von Doktor 10 erinnert.
Das mag viele Ursachen haben, doch im Moment haben beide keine Zeit darüber nachzudenken, denn der Cyberman-Dämon ist immer noch vor Ort, möchte aber fliehen, was beide Doktoren verhindern möchten. Und so beginnt ein neues Abenteuer für die beiden Doktoren, denn wo ein Cyberman ist, können die anderen nicht weit sein.
Diese sind in der Zeit gestrandet und wollen die Erde nicht nur eine Cyberfabrik eröffnen, sondern auch einen neuen Cyberking krönen. Ihne zur Seite steht die Menschenfrau Miss Hartigan (Dervla Kirwan), die von den damals lebenden Menschen mehr als enttäuscht ist und sich daher eine neue Weltordnung wünscht. Doch sind die Cybermen da wirklich der passende Ansprechpartner für?
Während Miss Hartigan neue Rekruten für die Armee der Cybermen sucht, versucht Doktor 10 den Ursprung des anderen Doktors zu erfahren, dabei aber so wenig wie möglich über seine eigene Zukunft herauszufinden. Doch je länger er mit dem anderen Doktor zusammenarbeitet, desto mehr beginnt dessen Fassade und dessen Können zu bröckeln, denn leider ist er nicht der Mann, der er zu sein glaubt…
Der nächste Doktor
Als das Ende für den zehnten Doktor feststand und Schauspieler David Tennant in andere Projekte eingebunden wurde, entschied man sich nach der vierten Staffel „Doctor Who“ im folgenden Jahr vier Specials mit einigen Gaststars zu besonderen Anlässen zu präsentieren, die den Abschied des Doktors aber auch von Russel T. Davies von der Serie bedeuteten.

Das erste dieser Specials war „Der andere Doktor“ oder im englischen Original „The next Doctor“. Natürlich war den Machern bewusst, dass man mit diesem Titel mit den Erwartungen der Fans spielen würde. Zu diesem Zeitpunkt war nämlich noch nicht klar, wer den Schallschraubenzieher übernehmen und in die TARDIS steigen würde. So teaserte man David Morrissey als nächsten Doktor, der es dann aber bekanntlich nicht geworden ist.
Die nun bei Polyband als X-Mas Special erschienene Episode an sich ist wieder herrlich bizarr und ein großartiger Auftakt für die Special Reihe. Im Laufe der Zeit musste der Doktor gegen viele alte und neue Feinde kämpfen, doch die unaufhaltsamen und gefühlskalten Cybermen waren neben den Daleks immer einer der größten Schrecken unter seinen Feinde. So auch dieses Mal, als sie sich einen neuen Stützpunkt im klassischen London aufbauen wollten und dabei erneut über Leichen gehen.
Doch neben den vielen Toten und der erschütternden Geschichte um den anderen Doktor gibt es auch wieder einige mehr als lustige Momente, für den der von David Tennant verkörperte Doktor bekannt war. So ist das erste Aufeinandertreffen mit dem anderen Doktor eine unglaublich witzige Szene, die durch Wortwitz und unfassbar gute Schauspielkunst brilliert.
Die Veröffentlichung dieses Specials bietet wieder viel Bonusmaterial, wie ein ausführliches „Confidential“ der Episode sowie Erinnerungen von David und Russell an die Zeit der Produktion. Dazu gibt es noch das „Doctor Who at the Proms“ von 2008, präsentiert von Freema Agyeman, die in Staffel 3 die Martha Jones verkörperte. Dies alles ist erscheint nun zum ersten Mal auf Blu-ray und ist die perfekte Ergänzung zu den Komplettboxen.
Fazit
Das X-Mas Special war ein guter Auftakt für die abschließenden Specials mit dem zehnten Doktor. Es ist nun zwar schon ein paar Jahre alt, aber durch die perfekte Mischung immer noch eine wirklich sehenswerte Folge, dir durch das Bonusmaterial noch ein wenig dazugewinnt.

Bilder: © Polyband


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