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Carsten Kuhr
Tempo- und actionreiche Space Opera

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Mär 2014

Willkommen in einer fernen Zukunft, in der die Technologie so weit fortgeschritten ist, dass sie von Magie kaum mehr zu unterscheiden ist. Das Imperium wird von einem Imperator regiert, eine Millionen bi-technisch aufgerüstete Prinzen stellen seine Führungsgarde. Im Säuglingsalter noch werden die künftigen Prinzen beider Geschlechter ihren leiblichen Eltern weggenommen, werden aufgerüstet, erzogen und geschult. Mit sechzehn Jahren werden sie in die Welt entlassen um ihren Weg zu machen.

Dass andere Prinzen ihnen nach dem Leben trachten, dass ihre Priester und Assassinen sie kaum zu schützen vermögen ahnt Prinz Khemri nicht. Er träumt davon, voller Glanz und Gloria dem Imperator zu dienen, von Heldentaten wie denen in den Romanen um Prinz Garikm, ja davon, in zwei Jahren selbst triumphierend als Imperator eingesetzt zu werden. Da kommt es wie eine eiskalte Dusche, als er gezwungen wird zunächst als Kadett die Ausbildung beim Militär antreten zu dürfen.
Einigen ersten Mordanschlägen entgeht er mit mehr Glück als Geschick, dann eckt er in seinem impulsiven Art an, so dass er aus dem Strafdiensten gar nicht mehr herauskommt. Als die Basis von Triefaugen angegriffen wird, verdient er sich bei deren Verteidigung erste Verdienste und stirbt. Nicht schlimm, da der imperiale Geist ihn für würdig befindet, wiedergeboren zu werden.

Doch statt nun glorreich einen Raumkreuzer zu befehligen, wird er all seiner Aufrüstungen entledigt und muss ein Jahr lang als normaler Mensch überleben. Danach soll er dem imperialen Geheimdienst beitreten. Ohne Psi-tech oder Mech-tech Erweiterungen wird er nach kurzer Einweisung in einem Trainingslager ins kalte Wasser geworfen. Abseits des Imperiums soll er sich unter normalen Menschen als normaler Mensch durchsetzen – und er trifft auf etwas, das ihm als Prinzen bislang gänzlich unbekannt war – die Liebe ...

Garth Nix ist dem Leser nicht zuletzt durch seine geniale All-Age-Reihe um die Sieben Schlüssel ein Begriff. Der Australier hat sich mit der ebenfalls bei Lübbe (Ehrenwirth) erschienenen Reihe, in der auf ganz eigene Art und Weise phantastische Elemente miteinander verbunden sind, als innovativer Autor präsentiert.

Mit vorliegendem Einzelroman wendet er sich einem anderen Sub-Genre zu – der Space Opera. Wobei er hier auch immer wieder Elemente aus der Military-SF, dem Agenten-Thriller und den Romanen zu PC-Spielen einfließen lässt.

Sein Ich-Erzähler ist nicht nur genetisch, sondern auch geistig aufgerüstet, und nimmt den Leser schnell und scheinbar mühelos durch seine staunende, aber auch zupackende Art ein. Dabei ist er zu Beginn des Buches ein aufgeblasener Schnösel, der davon ausgeht, dass ihm das Reich zu Füssen liegt, sich das Universum um ihn und nur ihn allein dreht und ihm der Dienst aller um ihm herum zusteht. Dass er dabei schnell und abrupt auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird, weckt seinen Ehrgeiz, es den anderen Prinzen zu zeigen.

So ist der Protagonist eine ideale Identifikationsfigur durch dessen staunende Augen wir das Imperium kennenlernen. Angereichert hat Nix seine Weltenschöpfung mit PSI-Kräften, Hightech, geklonten Kämpfern, übermächtigen Priestern und der Geschichte eines Jugendlichen, der schmerzhaft aber unerbittlich seinen Weg zum Mann geht. Das Tempo ist sehr hoch, die Action mitreißend und unser Erzähler sieht sich in der Rücksicht so manches Mal als absolut bescheuert handelnd, als dumm und impulsiv. So liest sich der Roman sehr angenehm, spannend und kurzweilig, ohne dass er den Leser mit einer wirklich tiefgründigen Aussage konfrontieren würde. Sehr gute Unterhaltung!

Das Imperium der Prinzen

Das Imperium der Prinzen

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