Das Geheimnis der Totenkiste (Vampir Horror-Roman 33)

Erschienen: Januar 1976

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Michael Drewniok
Vampir und Magier: ein doppelt gefährlicher Gegner

Buch-Rezension von Michael Drewniok Feb 2019

Das 20. Jahrhundert hat wohl gerade erst begonnen, als das englische Dampf-Frachtschiff „Unity“ in der südwestatlantischen Sargassosee auf den holländischen Segler „Grijt Henryk“ stößt. Der treibt verlassen durch die Wellen; die Besatzung hat das Schiff offenbar fluchtartig verlassen, obwohl es völlig unbeschädigt ist.

Macneil will sich das Bergungsgeld verdienen und nimmt die „Grijt Henryk“ ins Schlepptau. Bis man in England an Land geht, gehen drei Matrosen der „Unity“ verloren. Ihre Kameraden weigern sich, das ‚Geisterschiff‘ zu betreten, und Macneil fügt sich, da in der Tat etwas Unheimliches an Bord umgeht.

In London liest Professor Eli Podgram, ein berühmter Spezialist für das Übernatürliche, in der Zeitung von der unheimlichen „Grijt Henryk“ und ist sofort interessiert. Er reist zum Hafen von Greenwich, wo der Segler jetzt liegt, und lässt sich von Kapitän Macneil Bericht erstatten. An Bord kann Podgram erst am nächsten Morgen gehen, doch da ist es zu spät: Der sorgfältig im Frachtraum verborgene ‚Passagier‘ hat die „Grijt Henryk“ verlassen und ist in der Millionenstadt London untergetaucht.

Ein nicht nur alter und deshalb listenreicher, sondern auch noch mit magischen Fähigkeiten ausgestatteter Vampir hat die Gelegenheit genutzt, sich in England neue Jagdgründe zu erschließen. Schon bald gibt es erste, beinahe blutleer gesaugte Opfer. Da die Polizei nicht auf Podgrams Warnungen hören will, muss sich der Okkultist allein bzw. begleitet vom treuen Muskelmann Hugo und der taubstummen Telepathin Mara der Kreatur stellen. Die freut sich schon auf diese Konfrontation, denn es gibt eine gemeinsame Vergangenheit. In Unkenntnis sowohl dieser Tatsache als auch der wahren Kraft des Vampirs, tappt Podgram in dessen Falle. Der Jäger wird zum Gejagten, wobei das für ihn vorgesehene Schicksal schlimmer als der Tod ist …

Wende dich an einen Spezialisten!

Wenn die Polizei nicht helfen kann oder will, weil sie einen Fall für bereits abgeschlossen oder die präsentierten Indizien für nicht überzeugend genug hält, bleibt dem frustrierten Zeitgenossen der Gang zu einem privaten Ermittler. Der Detektiv arbeitet auf Honorarbasis, weshalb er Nachforschungen so lange in Gang hält, wie es der zahlende Auftraggeber für notwendig hält.

Ermittler gibt es auch in nicht-kriminalistischen Bereichen. Prinzipiell geht es um die Suche nach Antworten bzw. Lösungen. Deshalb ist die Annahme logisch, dass es Spezialisten gäbe, die sich um Fragen und Probleme übernatürlicher Herkunft kümmern würden. Zwar gibt es keine Geister, Vampire oder ähnliche Ausgeburten eines fantasievoll mit entsprechenden Schreckgestalten gespickten Jenseits‘, aber das tangiert nicht die unterhaltsame Vorstellung, es könne anders sein: Wir lieben es, uns erschrecken zu lassen, wenn es erfindungsreich geschieht und wir nicht in Gefahr sind.

In der Trivialliteratur ist dieser Gedanke früh auf fruchtbaren Boden gefallen. An dieser Stelle ist es unmöglich, alle Detektive zu nennen, die jenseits der Grenze tätig sind, die der Tod nun einmal darstellt. Eli Podgrom gehört jedenfalls zu einer langen Reihe entsprechender Ermittler, von denen stellvertretend John Silence (von Algernon Blackwood), Thomas Carnacki (von William Hope Hodgson) und Jules de Grandin (von Seabury Quinn) genannt werden sollen. Sie sorgten in zahlreichen Kurzgeschichten für möglichst einfallsreiche ‚Aufklärung‘, während ihr prominentester Vertreter nur einmal auftrat - dies aber so nachdrücklich, dass er alle Kollegen bis heute übertrumpft: Dr. Abraham Van Helsing jagte Dracula persönlich!

Nicht eigentlich anders, sondern effektgröber

Van Helsing ist sicherlich ein Vorbild für Eli Podgram. Auf jeden Fall ist er ein Zeitgenosse, denn Podgram führt seinen Kampf gegen die „Schattenwelt“ und ihre Ausgeburten um das Jahr 1900. Im hier vorgestellten „Geheimnis der Totenkiste“ ist Bram Stokers „Dracula“ bereits erschienen und einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Podgram selbst ist bereits - wenn auch nur kurz - Mitglied der „Schattenwelt“ gewesen, denn als junger Mann hat ihn ein Vampir gebissen und in Seinesgleichen verwandelt; nur eine gewagte Prozedur hat Podgram wieder in einen Menschen verwandelt.

Die „Schattenwelt“ hat ihn nie wieder losgelassen und Podgram sich der Aufgabe verschrieben, die ‚normale‘ Welt und ihre menschlichen Bewohner von jenen Kreaturen zu bewahren, die das Jenseits hungrig und/oder geil verlassen. Als er jetzt einem schwarzmagischen Vampir gegenübertritt, ist dies der vierte Fall, den Podgrams ‚Chronist‘ Errol Lecale in Worte fasste.

‚Lecale‘, der eigentlich Wilfred McNeilly hieß, schrieb für den Verlag „New English Library“. Unter angelsächsischen Horror-Fans ist das Kürzel „NEL“ ebenso berühmt wie berüchtigt. Hier schufteten unterbezahlte, eher fleißige als begabte Autoren. Je weniger Zeit sie in ihre Werke investierten, desto mehr konnten sie produzieren. Literarische Qualität war ohnehin nicht maßgeblich für das Zielpublikum. Im Laufe der 1960er und 70er Jahre wurde der Horror nicht nur im Film brutaler - und nackter. NEL-Grusel bot gedruckt die gewünschte Kost, wobei diese aus heutiger Sicht vergleichsweise harmlos wirkt. (Allerdings wurden viele NEL-Titel zwar hierzulande übersetzt, dabei aber ‚entschärft‘, um Zensoren und Tugendbolde nicht zu reizen.)

Monsterjagd: auch nur ein Job

Im vierten Band der Podgram-Serie hat das zentrale Figurenpersonal zueinandergefunden. Dem telepathisch begaben Teamchef, der außerdem seinen Astralkörper durch Dies- und Jenseits reisen lassen kann, stehen die zwar taubstumme, aber ebenfalls gedankenlesende Mara und der Franzosen-Riese Hugo als Mann fürs Grobe zur Seite. Falls zwischen Podgram und der (berufsbedingt jungfräulichen) Mara erotische Funken knistern sollten, ist dies einer möglichen Bereinigung (s. o.) zum Opfer gefallen. In dieser deutschen Fassung ist die Beziehung jedenfalls ein reines Arbeitsverhältnis.

Die ‚Jagd‘ nach dem umständlich eingereisten Vampir ist weder raffiniert noch aufwändig. Hintergründig sollten Romane wie dieser nicht sein. Gefordert waren Tempo und Spannung - und beides wird geboten! Das ausgehende 19. Jahrhundert bleibt zwar nur angedeutete Kulisse, doch Lecale weiß ansatzweise für historisierende Stimmung zu sorgen. Überhaupt hat er seinen Stoff jederzeit im Griff und entpuppt sich als tauglicher Handwerker - was übrigens auch und erfreulicherweise für die Übersetzerin gilt.

Ständig geraten Podgram & Co. ins Hintertreffen. Übermächtig baut sich der verfolgte Vampir vor ihnen auf - und lässt seine Opfer doch wieder entwischen, bis das (Buch-) Ende naht und es dem Blutsauger an den Kragen geht. Das ist kein Spoiler, denn die Dramaturgie solchen Seriengrusels ist simpel. Doch die Klischees, so üppig sie auch eingesetzt werden, ‚sitzen‘ - und seien wir ehrlich: Jede „Supernatural“-Episode (und es gibt hunderte davon) ist inhaltlich mindestens ebenso flach wie die „Totenkiste“.

Fazit:

Band 4 einer Serie um den ‚Geister-Detektiv‘ Podgram bietet nie originellen und vordergründigen, aber durchaus kompetent erzählten Trivial-Grusel, dem die Zeit (deshalb) überraschend wenig anhaben konnte.

Das Geheimnis der Totenkiste (Vampir Horror-Roman 33)

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